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Endlich Ferien in Sachsen: Eine glatte Eins für unsere Staatsregierung!

In der schönsten Zeit des Jahres kümmert sich die Politik bestens um uns und scheut dabei weder Mühe noch Kosten, freut sich SZ-Redakteur Gunnar Saft in seiner satirischen Kolumne.

Von Gunnar Saft
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Weil Politiker mitdenken, gibt es dieses Jahr in Sachsen die längsten Ferien aller Zeiten und vielleicht noch schmale 100 Millionen Euro Steuergeld dazu, damit die Flughäfen in Leipzig und Dresden nicht den Betrieb einstellen. Wie krass ist das denn?
Weil Politiker mitdenken, gibt es dieses Jahr in Sachsen die längsten Ferien aller Zeiten und vielleicht noch schmale 100 Millionen Euro Steuergeld dazu, damit die Flughäfen in Leipzig und Dresden nicht den Betrieb einstellen. Wie krass ist das denn? ©   dpa (Symbolfoto)

Die Übergabe der Zeugnisse an Sachsens schulpflichtigen Nachwuchs hat diese Woche auch für alle Erziehungsberechtigten die Ferienzeit eingeläutet. Und siehe da, man muss unserer Staatsregierung mal ein Lob aussprechen, weil sie sich diesmal besonders liebevoll um unsere schönste Zeit des Jahres kümmert. Also bitte merken: Wenn man die Regierung mal wirklich braucht, ist sie auch für uns da. Und dass 2024 ein Wahljahr ist, ist purer Zufall.

So hat sich zuerst unser CDU-Kultusminister ein Bienchen ins Mutti-Heft verdient. (Ältere wissen, was das ist, die Jugend fragt bitte die KI.) Christian Piwarz ist nämlich für eine historische Entscheidung verantwortlich, von der alle Schüler und Eltern profitieren. Bei der alljährlichen Planungsrangelei zwischen den Bundesländern sorgte er dafür, dass jetzt die längsten Ferien vor uns liegen, die es jemals im Freistaat gab. Mehr schulfrei war tatsächlich nie! Damit gibt es für ihn natürlich eine klare Versetzungsempfehlung für die nächste Legislaturperiode.

Und weil man selbst in einer sächsischen Regierungskoalition ab und zu an einem Strang zieht, geht das nächste Bienchen an seine SPD-Kabinettskollegin Petra Köpping, die dem „Ministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt“ vorsteht. Besonders dem letzten Teil des langen Titels machte sie alle Ehre, weil ihr Haus pünktlich zum Ferienstart umfangreiche Hinweise veröffentlichte, wie wir alle die nächsten Wochen einen Sonnenstich vermeiden und so bis zum Urlaubsende am Strand durchhalten können. Sogar mit Extratipps für mitreisende Oma und Opas – klasse!

Das allergrößte Lob geht aber an Finanzminister Hartmut Vorjohann, der diese Urlaubssaison nicht kleckert, sondern richtig klotzt. So hat er jetzt rund 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt, damit auf den Flughäfen Leipzig und Dresden das Licht an bleibt. Denn ohne dieses kleine Handgeld – man gönnt sich ja sonst nichts – droht den Airports die Pleite. Sollten die Gerichtsvollzieher die Rollbahnen freigeben, bleibt nur ein Problem: Welche großen Fluggesellschaften, die ihre Ferienflieger in alle Welt schicken, interessiert`s? Vielleicht helfen aber die Rekord-Ferien?! Wir können diesmal ja ganz lange von unten winken, bis sich ein Pilot eventuell erbarmt.