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Ex-Lifeline-Kapitän: Vor Ort Fluchtursachen bekämpfen

Seenotretter Claus-Peter Reisch will Flüchtlinge in der Türkei von der gefährlichen Überfahrt nach Griechenland abhalten.

Claus-Peter Reisch will Flüchtlinge von der gefährlichen Überfahrt durch das Mittelmeer abhalten.
Claus-Peter Reisch will Flüchtlinge von der gefährlichen Überfahrt durch das Mittelmeer abhalten. © dpa/Johannes Filous

Claus-Peter Reisch wurde durch seine Rettungseinsätze im Mittelmeer bekannt. Nun engagiert er sich dafür, Menschen von der Flucht nach Europa abzuhalten, insbesondere von der gefährlichen Überfahrt von der Türkei auf die griechischen Inseln. Mehrmals hatte Seenotretter Reisch in den vergangenen Jahren Schiffe für den Dresdner Verein Mission Lifeline gesteuert.

Fluchtursachen müssten vor Ort bekämpft werden, so der Kapitän gegenüber der SZ. Dazu sei er jetzt eine Woche an der türkischen Küste rund um Izmir im Einsatz gewesen. Dort leben rund 200.000 syrische Flüchtlinge – hauptsächlich Frauen und Kinder, deren Männer im Syrienkrieg ums Leben gekommen sind oder die dort noch kämpfen ¨– oft unter erbärmlichen hygienischen Bedingungen in inoffiziellen Siedlungen und Camps. „Ich war völlig erschüttert: die Leute hausen in diesen Zelten aus einfachsten Plastikplanen, es gibt oft keine Toiletten, nur Erdlöcher.“

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Die Hilfslieferungen bestehen aus kohlehydratreichen Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Linsen und Bohnen. Dazu gibt es meist eine Flasche Pflanzenöl und Tomatenpaste.
Die Hilfslieferungen bestehen aus kohlehydratreichen Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Linsen und Bohnen. Dazu gibt es meist eine Flasche Pflanzenöl und Tomatenpaste. © Claus-Peter Reisch
Die Unterkünfte aus Plastikplanen können nicht allen Wetterlagen trotzen.
Die Unterkünfte aus Plastikplanen können nicht allen Wetterlagen trotzen. © Claus-Peter Reisch
Viele Kleinkinder wachsen in der trostlosen Umgebung der geduldeten inoffiziellen Lager auf.
Viele Kleinkinder wachsen in der trostlosen Umgebung der geduldeten inoffiziellen Lager auf. © Claus-Peter Reisch
Eine Gruppe Kinder steht vor den Nothilferationen, mit denen ihre Familien mehrere Tage hinkommen müssen.
Eine Gruppe Kinder steht vor den Nothilferationen, mit denen ihre Familien mehrere Tage hinkommen müssen. © Claus-Peter Reisch
Notdürftige Latrinen wie diese sind fast schon Luxus in den inoffiziellen Camps an der Mittelmeerküste bei Izmir. Oft müssen die Bewohner einfache Erdlöcher benutzen.
Notdürftige Latrinen wie diese sind fast schon Luxus in den inoffiziellen Camps an der Mittelmeerküste bei Izmir. Oft müssen die Bewohner einfache Erdlöcher benutzen. © Claus-Peter Reisch
Sobald es regnet, verschlammt der Boden der Camps. Viele der syrischen Kinder haben keine festen Schuhe.
Sobald es regnet, verschlammt der Boden der Camps. Viele der syrischen Kinder haben keine festen Schuhe. © Claus-Peter Reisch
Gekocht und gebacken wird mangels Küchenräumen meist unter freiem Himmel.
Gekocht und gebacken wird mangels Küchenräumen meist unter freiem Himmel. © Claus-Peter Reisch

Reisch verteilte mit den Hilfsorganisationen Landsaid und „3 Musketiere“ Lebensmittelpakete, die der Grundsicherung dienen sollen. 7.000 Menschen würden so mit Kohlehydraten und dem allernötigsten versorgt. Reisch agiert dort auch als Botschafter für Berufsbildungsprojekte der beiden Organisationen.

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