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Experten erwarten Zunahme von Wolfsrissen in Sachsen

Halter von Schafen und Ziegen müssen im Spätsommer vermehrt mit Wolfsrissen rechnen. Davor warnen Experten des Sächsischen Landesamtes für Umwelt.

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Häufige Wolfsrisse im Spätsommer liegen unter anderem am erhöhten Nahrungsbedarf der Wolfswelpen.
Häufige Wolfsrisse im Spätsommer liegen unter anderem am erhöhten Nahrungsbedarf der Wolfswelpen. © dpa

Dresden. Im Spätsommer ist in Sachsen laut Experten mit vermehrten Wolfsrissen zu rechnen. Halter von Schafen und Ziegen, die ihre Tiere über Nacht nicht in Ställen unterbringen können, sollten die Schutzmaßnahmen auf Schwachstellen überprüfen und beseitigen, teilte die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Dienstag mit.

Ein wirksamer Herdenschutz trage dazu bei, dass sich Wölfe nicht an Weidetiere als leichte Beute gewöhnten. Im Beutespektrum des Wolfes machen Weidetiere laut Fachstelle mit weniger als zwei Prozent nur einen geringen Anteil der gesamten Nahrung aus.

Der Grund für häufigen Wolfsrisse im Spätsommer liegt laut den Experten zum einen an dem erhöhten Nahrungsbedarf der Wolfswelpen, die zu dieser Jahreszeit etwa drei Monate alt sind. Zum anderen stellen unzureichend geschützte Weidetiere wie Schafe und Ziegen im Spätsommer und Herbst für Wölfe eine leichtere Beute dar als Wildtiere, die den Hauptanteil der Nahrung von Wölfen ausmachen. Rehkitze, Hirschkälber und Frischlinge, die den Frühling und Sommer über eine besonders leichte Beute für Wölfe sind, wachsen ab dem Spätsommer zu reaktionsschnellen Wildtieren heran. (dpa)