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Sachsen

Flut: "Die Spendenbereitschaft ist enorm"

Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lichtblick Katerina Lohse zieht eine erste Bilanz der Aktion „Sachsen gibt zurück“ für Hochwasseropfer in Westdeutschland.

Zahlreiche Häuser wurden bei der Flut im Westen zerstört. Die Stiftung Lichtblick und andere Institutionen haben zu Spenden aufgerufen und sind von der starken Spendenbereitschaft überwältigt.
Zahlreiche Häuser wurden bei der Flut im Westen zerstört. Die Stiftung Lichtblick und andere Institutionen haben zu Spenden aufgerufen und sind von der starken Spendenbereitschaft überwältigt. © dpa

Frau Lohse, die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz hat auch viele Sachsen erschüttert. Wie viel Geld ist bei der Stiftung Lichtblick eingegangen?

Die Leser der SZ haben seit dem Lichtblick-Aufruf in nur zehn Tagen bereits über 650.000 Euro gespendet – eine enorme Summe in dieser kurzen Zeit. Die Sachsen wollen tatsächlich etwas zurückgeben für die große Hilfsbereitschaft, die uns nach den Hochwasserkatastrophen aus anderen Teilen des Landes erreichte. Nach der Flut 2002 bekam allein die Stiftung Lichtblick acht Millionen Euro überwiesen.

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Überrascht Sie die Hilfsbereitschaft?

Ganz ehrlich? Ja, und zwar sehr positiv. Sie beweist, dass die Solidarität in ganz Deutschland viel stärker verbreitet ist, als man manchmal meint.

Wie viele Leser haben gespendet?

Bisher über 5 000. Es treffen viele kleine Spenden ein, aber auch größere. Die höchste beträgt bisher 10.000 Euro. Die größeren kommen meist von Firmen, Arztpraxen oder Organisationen.

Wie soll das Geld rasch und zuverlässig Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erreichen, die es dringend nötig haben?

Wir haben uns dazu vor Ort mit vier Zeitungsverlagen Partner gesucht, die über Stiftungen verfügen, die ähnlich wie Lichtblick arbeiten. Dies sind die Aachener Zeitung, die Rhein-Zeitung in Koblenz, die Westfalenpost in Hagen und der Wochenkurier-Verlag in Monschau. Alle vier liegen direkt im Katastrophengebiet.

Die Stiftungen dieser Verlage, „Menschen helfen Menschen“ oder „Helft uns leben“, bekommen von Lichtblick je nach Bedarf eine große Summe überwiesen, die sie nach ihren Regeln verteilen. Sie haben vor Ort die meiste Kompetenz.

Katerina Lohse ist Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lichtblick – eine Initiative der Sächsischen Zeitung, die 1996 an den Start ging.
Katerina Lohse ist Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lichtblick – eine Initiative der Sächsischen Zeitung, die 1996 an den Start ging. © Thomas Kretschel

Sind die Regeln schon klar?

Wir sind daran interessiert, dass viele Menschen in Not jetzt schnell erst mal kleine Beträge bekommen. Aber besonders schwer Betroffene, die vielleicht alles verloren haben, wird auch mit größeren Beträgen geholfen. Ich bespreche diese Regeln mit den Stiftungen noch genau.

Lichtblick-Spender dürfen also sicher davon ausgehen, dass die Gelder sinnvoll verwendet werden?

Unbedingt. Redaktions- und Verlagsmitarbeiter der Zeitungen sowie Mitarbeiter der Hilfsorganisationen, die die Stiftungen unterstützen, gehen direkt in betroffene Haushalte und begutachten die Schäden.

Die SZ wird in den nächsten Wochen in Kooperation mit den Partnerzeitungen über Menschen in den Flutgebieten berichten, die Spendengeld auch aus Sachsen erhalten. Wie wichtig sind solche Berichte für Lichtblick?

Sie sind einerseits der Garant dafür, dass Menschen spenden, andererseits zeigen diese Berichte, wie das Geld vor Ort verteilt wird. Es ist für Hilfsorganisationen ein Vorteil, an Zeitungen angebunden zu sein.

In den vergangenen Tagen haben sich Leser an die SZ gewandt mit der Frage, ob Hochwasseropfer aus Sachsen auch Hilfen bekommen können.

Ja, auf jeden Fall. Wir wollen das über die sozialen Einrichtungen in Sachsen organisieren, die mit Lichtblick seit Jahren zusammenarbeiten. Menschen, die vom Hochwasser in Sachsen betroffen sind, wird schnell und unbürokratisch geholfen.

Wie lange kann gespendet werden?

Dies wird bis Ende August möglich sein.

Die Partnerzeitungen haben sich sehr über die Spendenbereitschaft der Sachsen und die Unterstützung durch Lichtblick gefreut. Die Freude über die Geste war mindestens so groß wie die Freude über die Geldzusage. Verstehen Sie das?

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Ja, die Geste zählt noch mehr. Sie ist wertvoll, auch, weil sie so wohl nicht erwartet wurde. Sie wird dazu beitragen, das Bild der Ostdeutschen im Westen zu verändern und positiv auf das Ost-West-Verhältnis wirken.

Spenden sind weiterhin möglich:

Ostsächsische Sparkasse Dresden
Stichwort: „Sachsen gibt zurück“
IBAN: DE88 8505 0300 3120 0017 74
www.lichtblick-sachsen.de

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