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Sachsens Grüne mit weiblicher Doppelspitze

Christin Furtenbacher bleibt Chefin der Sächsischen Grünen. Ihre Co-Vorsitzende wird die 24-jährige Marie Müser aus Leipzig.

Von Thilo Alexe & Lucy Krille
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Marie Müser (l.) und Christin Furtenbacher sind das neue Spitzen-Duo der sächsischen Grünen.
Marie Müser (l.) und Christin Furtenbacher sind das neue Spitzen-Duo der sächsischen Grünen. © dpa

Neukieritzsch. Erstmals seit mehr als 30 Jahren haben Sachsens Grüne eine weibliche Doppelspitze. Die mehr als 100 Delegierten bestätigten auf dem Landesparteitag am Samstag in Neukieritzsch die Politiologin Christin Furtenbacher. Die Chemnitzerin erhielt mehr als 91 Prozent Zustimmung. Neu an der Spitze ist Marie Müser. Die 24-jährige Leipziger Studentin erheilt rund 72 Prozent der Stimmen. Sie folgt auf Norman Volger, der nach vier Jahren nicht mehr antrat.

In ihrer Bewerbungsrede warb Müser dafür, sich stärker im ländlichen Raum und den kleineren Städten zu zeigen. Der Mitgliederzuwachs in den letzten Jahren sei ein Zeichen dafür, dass die Partei viel richtig gemacht habe.

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"Viel zu lange hat die ängstliche Politik der CDU in Sachsen die Industrie- und Wirtschaftspolitik des Freistaates geprägt", sagte Müser vor den Delegierten. Deshalb brauche es eine starke Grüne Partei in der Regierung, um den Klimaschutz ernsthaft anzugehen.

Die 37-jährige Furtenbacher zeigte sich entschlossen, den Koalitionsvertrag umzusetzen. Besonders hob sie die Themen Strukturwandel und Verkehrswende hervor, die gemeinsam mit den Koalitionspartnern SPD und CDU umgesetzt werden müssten.

Bundeschef sagt Corona-bedingt ab

Sie zeigte Verständnis für die Unternehmen, die durch die Corona-Pandemie unter Druck stehen. Auch sei sie sich im Klaren, was ein Ölembargo gegenüber Russland für Sachsen bedeutet. "Aber wir sind eben auch Wertepartei", so Furtenbacher. Deswegen sei es wichtig, sich zu Demokratie, Frieden und Klimaschutz zu bekennen.

Die Chemnitzerin ist 2012 in die Partei eingetreten. Seit 2020 ist sie Co-Vorsitzende der Grünen auf Landesebene. Ursprünglich hatte sich Grünen-Chef Omid Nouripour zum Parteitag angekündigt. Er musste seinen Auftritt jedoch wegen einer Corona-Erkrankung absagen. Er sei zutiefst betrübt, nicht auf der Delegiertenversammlung sein zu können, sagte der 46-Jährige in einer Videobotschaft, die auf einer Leinwand gezeigt wurde.

Seit seiner Infektion vor zwei Wochen bessere sich sein Zustand "nicht wirklich" und er solle auf ärztlichen Rat jeden Tag nutzen, um sich zu erholen. Auch Sachsens Justizministerin Katja Meier konnte nicht persönlich beim Parteitag erscheinen - eine Corona-Infektion zwang sie ebenfalls zu einer Videobotschaft.

Die OB-Kandidatin der Dresdner Grünen, Eva Jähnigen, warb für die rasche Einführung der Mietpreisbremse und warf der CDU in der Regierung vor, die Voraussetzungen nur zögerlich zu schaffen: "Schubsen wir die CDU von der Bremse weg." Am Samstag begrüßte zudem CDU-Landrat Henry Graichen die Delegierten im Leipziger Land. Er tritt erneut an und wird von den Grünen unterstützt. (mit dpa)

Der Text wurde später aktualisiert. In früherer Fassung war nur die Rede von Doppelspitze, "weiblich" wurde ergänzt.

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