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Gastro-Beschäftigte verdienen weit unter Durchschnitt

Im Gastgewerbe in Sachsen verdient man besonders schlecht: In Dresden zum Beispiel 42 Prozent weniger als der Durchschnitt.

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Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte in Dresden verdienten 42 Prozent unter dem Durchschnitt, in Leipzig 40 und in Chemnitz 39 Prozent.
Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte in Dresden verdienten 42 Prozent unter dem Durchschnitt, in Leipzig 40 und in Chemnitz 39 Prozent. © Marijan Murat/dpa

Dresden. Dem sächsischen Gastgewerbe droht nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ein Personalmangel. Grund sei das weit unterdurchschnittliche Einkommen in der Branche, wie die NGG am Montag mitteilte. Demnach verdienten Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte in Dresden 42 Prozent unter dem Durchschnitt, in Leipzig 40 und in Chemnitz 39 Prozent.

Laut einer Analyse der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet hatte, kommen Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, die eine Vollzeitstelle haben, in Dresden auf ein mittleres Monatseinkommen von aktuell 1.882 Euro brutto. Branchenübergreifend liegt der Mittelwert bei Vollzeit in der Landeshauptstadt demnach bei 3.252 Euro.

"Wenn Hotel- und Gastro-Beschäftigte 42 Prozent weniger verdienen als der Schnitt, dann darf sich keiner darüber wundern, dass sie sich in Zeiten der Corona-Krise einen neuen Job suchen", sagte Thomas Lißner, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz. Zudem hätten viele Beschäftigte monatelang mit Kurzarbeitergeld auskommen müssen. Obwohl die Wirte und Hoteliers ebenfalls stark von den Folgen der Corona-Pandemie getroffen seien, müsse nun alles dafür getan werden, Löhne und Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen, betonte Lißner.

An den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Sachsen appelliert die NGG, die Branche über tarifliche Standards zeitgemäß aufzustellen. Die Gewerkschaft will mit den Arbeitgebern neu verhandeln und deswegen den derzeit gültigen Tarifvertrag zum Jahresende kündigen. Die NGG will in den nächsten Tarifverhandlungen eine untere Lohngrenze von 13 Euro für die Branche und eine entsprechende Erhöhung der übrigen Löhne fordern. (dpa)