Weil sie das Programm für unausgewogen hält, will die Dresdnerin Angela Grummt-Kontek keinen Rundfunkbeitrag zahlen. Jetzt wurde ihre Klage vor Gericht verhandelt.
Dresden. Der Richter ist irritiert. „Darf ich das so verstehen, dass Sie Ihre Klage zurückziehen wollen?“, fragt er ernst und zieht die Augenbrauen hoch. „Nein, das will ich nicht“, stellt die Klägerin, ohne zu zögern, klar. Ja, sie möchte das hier alles nur noch hinter sich bringen. Ja, an dieser Stelle soll für sie Schluss sein, wie auch immer das Gericht entscheiden mag. Aber: Sie will das jetzt durchziehen.
Mehrfach dankt Angela Grummt-Kontek dem Richter beinahe überschwänglich dafür, dass er ihr zugehört habe. Und das hat er tatsächlich. Eine gute Viertelstunde lang durfte sie ihm ihr Herz ausschütten. Sie durfte von Demos erzählen, auf denen sie als „Nazi“ beschimpft werde, von krank machenden Nachrichten und von den jungen Leuten, die heute schon gar kein Fernsehen mehr schauen.
Gebührengedicht mit 16 Strophen
Am Ende durfte sie sogar ihr eigenes „Gebührenpflichtgedicht“ mit 16 Strophen in voller Länge vortragen: „Einseitigste Berichte – gewaschen das Gehirn, nein danke, ich verzichte, und biete hier die Stirn.“Dass der Richter an diesem Dienstagmorgen im Saal 6 des Dresdner Verwaltungsgerichtes noch kein Urteil fällt und ihr sogar zu verstehen gibt, dass die Rechtsprechung in ihrer Angelegenheit zuletzt „in Fahrt“ gekommen sei, stimmt Angela Grummt-Kontek zuversichtlich. Nicht, weil sie glaubt, dass ihre konkrete Klage Erfolg haben wird, sondern weil sie aus ihrer Sicht ihren Punkt rübergebracht hat.