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Haribo-Bären abschieben!

Was uns nicht schmeckt, fliegt knallhart raus oder wird verschenkt. So wie Gummibärchen aus Sachsen - eine satirische Kolumne.

Goldene Zeiten? Für Haribo in Sachsen vorbei. Den Streit greift SZ-Redakteur Gunnar Saft in seiner satirischen Kolumne auf.
Goldene Zeiten? Für Haribo in Sachsen vorbei. Den Streit greift SZ-Redakteur Gunnar Saft in seiner satirischen Kolumne auf. © Caroline Seidel/dpa

DIESES miese Prinzip ist uns wohlbekannt: Im Osten billig produzieren, im Westen den anfallenden Gewinn scheffeln. Viele Jahre hat das auch im Haribo-Werk in Wilkau-Haßlau so funktioniert, bis nun die Geschäftsführung entschied: Schluss damit! Gemeint war aber nicht das miese Prinzip, sondern das Haribo-Werk in Sachsen.

IN dem Fall tat dann unsere Staatsregierung aber mal etwas, das man von ihr sonst nicht so kennt: Es wurde konsequent gehandelt. Prompt kündigte der Freistaat diese Woche die Werbepartnerschaft mit Haribo, die dazu geführt hatte, dass man im Rahmen der Kampagne „So geht sächsisch!“ jahrelang weiß-grüne Gummibären tonnenweise im ganzen Land verteilte.

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Damit ist jetzt aber auch Schluss! Der Haribo-Bär wird aus Sachsen abgeschoben. Manchmal funktioniert das also doch. Weil dummerweise aber immer noch 16.000 Tüten mit ausreisepflichtigen Bären übrig sind, sollen die an Schulen verschenkt werden. Motto: Besser dieses Zeug essen, als gar keine Schulspeisung. Mein Vorschlag: Wer gleich zwei Tüten schafft, kriegt eine Eins in Sozialkunde und zehn Magentropfen.

Gummibären für Querdenker

WIR können den glibberigen Abfallberg aber auch ganz anders verwenden. Verteilen wir ihn doch einfach an ausdauernde Teilnehmer von Querdenker-Demonstrationen, um deren Stimmung etwas aufzuhellen. Ein Gummibär pro Teilnehmer ergibt dabei die beste Geschmacksrichtung: Süß-sauer. Im Gegenzug treten uns die aufrechten Widerstandskämpfer ihre Impfgutscheine ab, sodass wir anderen in der Warteschlange ein Stück vorrutschen. Ich meine, für beide Seiten ein gutes Geschäft.

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ABWARTEN müssen wir nur, wie der Streit zwischen Sachsens grüner Justizministerin Katja Meier mit ihrem Vor-Vorgänger Geert Mackenroth von der CDU ausgeht. Meier erließ jetzt erstmals eine Weihnachtsamnestie für Gefangene, was Herr Mackenroth nicht so toll findet. Ich kann den Mann verstehen. Sollten auch Haribo-Bären unter die Amnestie fallen, überfluten sie bald wieder die Ladenregale. Nach Desinfektionsmitteln und Klopapier werden dann Magentropfen zur Mangelware.

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