merken
Sachsen

Haribo schließt Werk in Sachsen

Das Unternehmen schließt seinen Standort in Wilkau-Haßlau bei Zwickau. Was das für die rund 150 Beschäftigten bedeutet.

Zum Jahresende soll die Produktion im kleinsten deutschen Haribo-Werk im sächsischen Wilkau-Haßlau bei Zwickau eingestellt werden.
Zum Jahresende soll die Produktion im kleinsten deutschen Haribo-Werk im sächsischen Wilkau-Haßlau bei Zwickau eingestellt werden. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de (Symbolbild)

Grafschaft/Wilkau-Haßlau. Der Süßwarenhersteller Haribo schließt eine seiner bislang fünf Standorte in Deutschland. Zum Jahresende soll die Produktion im kleinsten deutschen Haribo-Werk im sächsischen Wilkau-Haßlau bei Zwickau eingestellt werden, wie das Familienunternehmen am Freitag mitteilte. Betroffen sind rund 150 Beschäftige. Für sie sollen im Rahmen eines Sozialplans sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Nach Möglichkeit werde ihnen ein Wechsel in eines der anderen deutschen Werke angeboten.

Ausschlaggebend für die Schließung sei eine kürzlich abgeschlossene Wirtschaftlichkeitsprüfung der Produktionsstandorte, berichtete Haribo. Sie habe zu dem Ergebnis geführt hat, dass der Standort Wilkau-Haßlau nicht mehr die Anforderungen an eine wirtschaftliche und effiziente Produktionsstruktur erfülle. Für das Werk wären „unverhältnismäßig hohe Investitionen“ nötig, um die Produktionsabläufe auf die künftigen Anforderungen auszurichten.

Anzeige
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA

Weihnachten rückt immer näher - dafür hat NORMA günstige Angebote für Jeden. Klicken Sie hier und lassen Sie sich von den vielfältigen Angeboten überraschen.

Scharfe Kritik aus Sachsen

„Wir streben an, unsere marktführende Position im Fruchtgummi- und Lakritzmarkt weltweit auszubauen. Dafür benötigen wir mit Blick auf die sich rasch ändernden Marktanforderungen ein hochmodernes Produktionsnetzwerk und effiziente Lieferketten“, begründete Michael Molsberger, Geschäftsführer Produktion und Technik von Haribo Deutschland den Schritt. Der Süßwarenhersteller wird künftig die Produktion an vier Standorten in Deutschland bündeln: Bonn, Grafschaft, Neuss und Solingen.

Weiterführende Artikel

Haribo-Bären abschieben!

Haribo-Bären abschieben!

Was uns nicht schmeckt, fliegt knallhart raus oder wird verschenkt. So wie Gummibärchen aus Sachsen - eine satirische Kolumne.

Sachsen verschenkt Gummibärchen

Sachsen verschenkt Gummibärchen

Der Freistaat beendet seine Werbekooperation mit Haribo. Anlass ist eine umstrittene Entscheidung des Konzerns.

Haribo-Werk: Protest gegen Schließung

Haribo-Werk: Protest gegen Schließung

In Zwickau appellierten am Samstag hunderte Menschen an den Süßwarenhersteller, den einzigen Standort in Ostdeutschland zu erhalten.

Haribo: Gespräch ohne Ergebnis

Haribo: Gespräch ohne Ergebnis

Dem einzigen Haribo-Werk in Sachsen droht weiter die Schließung. Ein erstes Gespräch zwischen Unternehmen und Betriebsrat blieb ohne Ergebnis.

In Sachsen stieß die Entscheidung auf scharfe Kritik. „Die Schließung innerhalb weniger Wochen ist ein Schock für die gesamte Region“, erklärte die Zwickauer DGB-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke). „Der Verlust der Arbeitsplätze wiegt in der Corona-Krise besonders schwer.“ Sie forderte die Haribo-Geschäftsführung auf, Alternativen zu einer Schließung zu prüfen und den Betrieb fortzuführen.

An dem Standort in Wilkau-Haßlau wurden schon zu DDR-Zeiten Gummibärchen hergestellt und in den Westen geliefert. 1990 ging der Betrieb dann an Haribo.

Mehr zum Thema Sachsen