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Immer mehr Rentner in Sachsen müssen Steuern zahlen

Kritik an der Rentenbesteuerung übt ein Politiker, der vor allem Senioren im Osten benachteiligt sieht. Gestiegene Renten würden nicht mehr bei Rentnern ankommen.

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Eine ältere Frau zählt Geld. Ein sächsischer Politiker kritisiert die Besteuerung der Renten.
Eine ältere Frau zählt Geld. Ein sächsischer Politiker kritisiert die Besteuerung der Renten. © Marijan Murat / dpa (Symbolbild)

Leipzig. Der Leipziger Linke-Politiker Sören Pellmann hält die Rentenbesteuerung für ein Ärgernis - vor allem für Menschen in Sachsen und in ganz Ostdeutschland. "Rentner sind dort in der Regel allein auf die gesetzliche Rente angewiesen. Dass von der kommenden Rentenerhöhung 20 Prozent gar nicht ankommen werden, ist nicht akzeptabel", sagte der Bundestagsabgeordnete auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Kleine und mittlere Renten sollten gerade angesichts explodierender Preise steuerlich entlastet werden: "Niedriges Rentenniveau und hohe Steuerlast passen nicht zusammen."

Pellmann berief sich auf Zahlen des Bundesfinanzministeriums, wonach mit der Rentenerhöhung am 1. Juli 2022 voraussichtlich 8.000 Rentnerinnen und Rentner in Sachsen zusätzlich in die Steuerpflicht rutschen könnten. "Dann müssten insgesamt 340.000 Rentnerinnen und Rentner in Sachsen Steuern zahlen", betonte Pellmann. Bundesweit kämen 103.000 Betroffene hinzu, falls die Renten im angenommenen Umfang steigen. Dadurch würde auch die Gesamtzahl der steuerpflichtigen Rentner bundesweit auf einen Rekord von fast sechs Millionen wachsen. Der Staat nehme damit rund 2,5 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben pro Jahr zusätzlich ein.

Die Zahlen basieren auf einer angenommenen Rentenerhöhung zum 1. Juli 2022 um 5,18 Prozent (West) und um 5,95 Prozent (Ost). Die genaue Höhe soll Ende März feststehen. Senioren müssen seit 2005 auf einen Teil der Renten Einkommensteuer zahlen. Seither reduziert sich der steuerfreie Betrag jedes Jahr. Jahr für Jahr steigt also der Prozentsatz des steuerpflichtigen Teils der Rente für die jeweiligen Neurentner. In diesem Jahr sind es bereits 82 Prozent. Je später der Renteneintritt beginnt, desto höher fällt der Anteil aus. Ab 2040 liegt er bei 100 Prozent. (dpa)