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Mieten in Sachsen steigen weiter

In Sachsen sind die Mieten in den vergangenen zehn Jahren teils drastisch gestiegen - nicht nur in den Städten. Auch das Bauen wird deutlich teurer.

Nicht nur Mieten sind gestiegen, auch Bauland hat sich binnen zehn Jahren verteuert. Foto: dpa/ L. Ferstl
Nicht nur Mieten sind gestiegen, auch Bauland hat sich binnen zehn Jahren verteuert. Foto: dpa/ L. Ferstl © Lothar Ferstl/dpa (Symbolbild)

Die Daten sind eindeutig. In Sachsen sind die Mieten in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, teils sogar recht drastisch. In Leipzig fiel dieses für Bewohner belastende Wachstum am deutlichsten aus, Dresden hatte die zweithöchste Quote. Doch nicht nur in den von Zuwachs geprägten Großstädten ist der Anstieg spürbar. Auch ländliche Regionen zählen zu den zehn Gegenden in Sachsen, die am stärksten von diesem prozentualen Anwachsen betroffen sind.

Die sächsische Bundestagsabgeordnete der Linken, Caren Lay, hat der Bundesregierung eine umfassende Anfrage zur Entwicklung von Mieten gestellt. Die aktuelle Antwort veranschaulicht die Aufwärtsentwicklung präzise. Das Innenministerium hat einen Überblick über die Angebotsmieten, über das, was inserierte Wohnungen bei Erst- oder Wiedervermietung kosten. Diese Miete betrug 2011 etwa in Leipzig 5,03 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Im Jahr 2020 lag der entsprechende Durchschnittswert dort bei 7,17 Euro. Ein ähnlicher Anstieg ergibt sich für den Zehnjahres-Zeitraum auch für Dresden. Dort stiegen die Mieten von 5,92 auf 7,70 Euro. Auch für Chemnitz und alle zehn sächsischen Landkreise lässt sich die Tendenz feststellen, die Kurve verläuft jedoch flacher.

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In den Kreisen Bautzen (4,98 auf 5,61 Euro), Görlitz (4,43 auf 5,00 Euro) und Meißen (5,13 auf 5,59 Euro) ist der Aufwuchs weniger stark ausgeprägt als in den Zentren. Unter den ländlichen Regionen verzeichnet der an Dresden grenzende Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge den stärksten Zuwachse (5,12 auf 5,99 Euro). Prozentual gefasst ist das ein Anstieg um rund 17 Prozent, der drittstärkste sachsenweit. Den höchsten prozentualen Wert verzeichnet Leipzig (42,6 Prozent) vor Dresden (30 Prozent). Auf Rang vier und fünf liegt das Umland der Stadt Leipzig mit den Kreisen Nordsachsen und Leipzig.

Baulandpreise um das Zweieinhalbfache erhöht

Gestiegen sind nicht nur die Mieten, wie das Bundesinnenministerium auf die Anfrage der Linkenabgeordneten Lay weiter antwortet. Die Baulandpreise haben sich in Sachsen binnen zehn Jahren um durchschnittlich das Zweieinhalbfache erhöht. Wenig überraschend ist, dass die höchsten Preise derzeit in Dresden und Leipzig aufgerufen werden. In der Landeshauptstadt liegt der durchschnittliche Kaufwert dem Innenministerium zufolge bei 265 Euro je Quadratmeter (2019). Im Jahr 2010 waren knapp 117 Euro fällig. Starke Anstiege, allerdings von einem deutlich niedrigen Niveau, gab es in den Kreisen Görlitz und Mittelsachsen. In Görlitz haben sich die Kosten pro Quadratmeter von 4,44 binnen zehn Jahren auf 27,44 Euro etwa versechsfacht.

Eine gegenläufige Tendenz verzeichnet das Bundesministerium bei der ebenfalls abgefragten Entwicklung beim Bestand von bundeseigenen Wohnungen und Flächen in Sachsen sowie beim sozialen Wohnungsbau. 2010 waren 2.100 Grundstücke und Immobilien im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, 2019 noch 914. Geplant ist die weitere Privatisierung von 316 Flächen, in 17 Fällen steht die Anstalt mit Kommunen im Kontakt wegen des Verkaufs.

Linke fordern Mietpreisbremse für Sachsen

Verringert hat sich der Bestand an Sozialwohnungen binnen zehn Jahren um mehr als 85 Prozent. In Jahr 2010 gab es mehr als 83.300 Wohnungen mit sogenannter Mietpreis- und Belegungsbindung, 2019 waren es knapp 11.500. Zwischen 2010 und 2016 wurde in Sachsen keine Sozialwohnung mit öffentlicher Förderung gebaut. Doch die Landesregierung änderte das. Zwischen 2017 und 2019 waren es knapp 3.000.

Die Daten lassen vielfältige Interpretationen zu. Dass über Jahre keine Sozialwohnungen errichtet wurden, erklären Branchenkenner mit mangelndem Bedarf damals und vergleichsweise hohen Leerstand. Doch das hat sich, auch durch Abriss, geändert. In Großstädten ist die Wohnungssuche mittlerweile ein Problem, auch wenn sich die Preise deutlich unter denen von westdeutschen Zentren wie München oder Frankfurt bewegen. Gestiegene Mieten können auch Resultat umfassender Sanierungen sein. Doch das allein erklärt den Anstieg in die wachsenden Großstädte nicht.

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Lay fordert einen Wandel in der Wohnungspolitik. „Die Mietpreisbremse muss endlich in Sachsen eingeführt werden“, sagte sie der SZ. Dies ist im Koalitionsvertrag für Dresden und Leipzig vorgesehen, die SPD drängte jüngst auf die Umsetzung. Lay fordert zudem einen Mietendeckel für diese Städte und neue Sozialwohnungen auch außerhalb der beiden Zentren. „Es müssen endlich alle vorhandenen Instrumente der Mietpreisregulierung ausgeschöpft werden“, betonte sie.

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