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Irrsinn mit Methode

Sachsen ist, wo Politiker einfach mal aus dem Landtag wegrennen. "Sächsisch betrachtet" - die Kolumne von SZ-Redakteur Gunnar Saft.

Dass Arno Vaatz (l) zum Festakt am 3. Oktober eine Rede halten soll, stößt nicht auf Begeisterung bei etlichen Landtagsabgeordneten.
Dass Arno Vaatz (l) zum Festakt am 3. Oktober eine Rede halten soll, stößt nicht auf Begeisterung bei etlichen Landtagsabgeordneten. © Andreas Weihs/SZ

WAS macht uns zurzeit mehr Angst? Keine 60 Euro parat zu haben, wenn man im Supermarkt ohne Maske Tomaten kauft oder der bevorstehende Untergang des Freistaates Sachsen? Jetzt die erschreckende Antwort: Kümmern Sie sich nicht ums Geld, sondern finden Sie schnell ein Heilmittel für unsere Politiker! Denn dort geht alles ganz flott den Bach herunter. Dass der Landesrechnungshof diese Woche vor einer sächsischen Staatspleite gewarnt hat, weil die Landesregierung immer neue und teurere Mitarbeiter einstellt, die den Staat vor der Pleite retten sollen, ist noch das kleinere Übel. Schlimmer ist, dass sich unser Parlament nun sogar selbst boykottiert. Motto: besser Landnacht als Landtag.

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SO wollen am 3. Oktober viele Abgeordnete dem Festakt zum Einheitstag fernbleiben, da mit CDU-Mann Arnold Vaatz ein Ex-Bürgerrechtler reden soll, der heute gern mal Corona-Schutzmaßnahmen mit dem früheren Mauerbau verwechselt. Kann man sich antun, muss man aber nicht. Jedenfalls gehen Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU), der Vaatz engagierte, immer mehr Zuhörer flöten. Absagen hat er dagegen genug. Am Ende sitzen die AfD und Rößler allein im Saal. Herr Vaatz sollte dann aufpassen und Wendezitate wie „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“ vermeiden. Abgeordnete, die seine Rede boykottieren, können ja in dieser Zeit auf der Straße letzte Groschen für den Freistaat sammeln. Ich würde mein Bußgeld spenden.

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