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Sachsen

Keine Entwarnung für Sachsens Wälder

Trotz erster Erfolge: Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer haben seit 2017 Massen Schadholz hinterlassen. 2020 wurde groß aufgeräumt - nun kommt es aufs Wetter an.

Trotz der derzeit für Borkenkäfer ungünstigen Witterung bleibt die Lage in Sachsens Wäldern angespannt.
Trotz der derzeit für Borkenkäfer ungünstigen Witterung bleibt die Lage in Sachsens Wäldern angespannt. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Pirna/Dresden. Trotz erfolgreicher Gegenmaßnahmen und für Borkenkäfer ungünstiger Witterung gibt es keine Entwarnung für Sachsens Forst - aber Zeichen der Hoffnung. "Die Situation ist weiter äußerst angespannt, wir haben noch immer eine historisch hohe Population in den Wäldern", sagt Renke Coordes vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Durch erfolgreiche Gegenmaßnahmen sei es in den vergangenen Monaten etwas besser geworden. Auch den Winter über werden weiter befallene Bäume saniert und aus dem Bestand geholt.

"Die starke Borkenkäferwelle, die sich seit 2017 aufgeschoben hat, haben wir gebrochen", sagt Coordes. "Es geht jetzt darum, dafür zu sorgen, dass die noch in Bäumen überwinternden Käfer bei wärmeren Temperaturen ab April nicht ausschwärmen können." Mit "Argusaugen" schauen die Experten daher auf das aktuelle Wetter. "Schneebruch und Sturmschäden spielen dem Borkenkäfer in die Hände, da kann er sich im Frühjahr gut vermehren", sagt Coordes. "Bisher haben wir Glück mit Sturm und Schnee und hoffen, dass es so bleibt."

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Laut Coordes ist die Menge an Schadholz nicht angestiegen. "Aber das Niveau ist noch immer sehr hoch." Für 2020, einem Jahr ohne Stürme, stehen nach seinen Angaben 2,5 Millionen Festmeter zu Buche, eine Million weniger als 2019. Und auch der Anteil der Schäden durch Borkenkäfer, rund 1,9 Millionen Festmeter, sei leicht rückläufig. "Da waren wir Anfang 2020 noch von einem Anstieg ausgegangen."

Dürre und die Borkenkäfer haben den Wäldern in den vergangenen Jahren schwer zugesetzt.
Dürre und die Borkenkäfer haben den Wäldern in den vergangenen Jahren schwer zugesetzt. © Oliver Berg/dpa

Der Sachsenforst schätzt, dass gut 95 Prozent des befallenen Holzes im Staatswald saniert ist und, nach derzeitigem Stand, auch zwei Drittel im Privat- und Körperschaftswald. "Wir sind optimistisch, dass wir in diesem Jahr den Befall weiter dezimieren können."

Nach Angaben des Umweltministeriums flossen 2020 rund 35 Millionen Euro in die Schadensbeseitigung im Staatswald. Zudem half der Freistaat privaten, kommunalen und kirchlichen Waldbesitzern mit über zehn Millionen Euro. Es sei aber davon auszugehen, dass das nur einen Teil des Mehraufwandes deckte und die Eigentümer ein Mehrfaches des Betrages investieren mussten. Gut ein Viertel der Fläche Sachsens sind mit Wald bedeckt und etwa 40 Prozent davon Eigentum des Freistaates.

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Die aktuelle Witterung spielt den Forstleuten in die Hände. "Kalt ist gut, auch den Wechsel von Frost und Nichtfrost mag der Borkenkäfer nicht", sagt Coordes. Wichtig sei, dass Sturm und Schneebruch größeren Ausmaßes weiter ausblieben und 2021 kein Dürrejahr werde. "Sonst verschärft sich die Plage." (dpa)

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