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Keine Sorge, nur ein echter Alarm!

Wo man wirklich erfahren kann, dass gerade die Welt untergeht, erklärt SZ-Redakteur Gunnar Saft in seiner Kolumne "Sächsisch betrachtet".

In Sachsen blieben am Donnerstag zum Warntag vielerorts die wichtigen Heulbojen stumm.
In Sachsen blieben am Donnerstag zum Warntag vielerorts die wichtigen Heulbojen stumm. © Rene Meinig/SZ

Dresden. SEIT dieser Woche wissen wir: Deutschland konnte mal Fußballweltmeister, einen ordentlichen Sirenentest können wir dagegen nicht. Auch in Sachsen blieben am Donnerstag vielerorts die wichtigen Heulbojen stumm, die uns im Notfall rechtzeitig vor Gefahren warnen sollen. Heulen konnten danach nur wir Bürger, weil wir wieder einmal erfahren mussten: Wenn es ernst wird, frag lieber einen Arzt oder Apotheker aber niemals Großväterchen Staat.

WAS uns als Gegenmittel bleibt, ist nur die gegenseitige Überlebenshilfe. Deshalb von mir hier einige Ratschläge, wie Sie rechtzeitig erfahren, dass es zu einer Katastrophe gekommen ist: Ziehen Sie zum Beispiel frühmorgens die Rollos an Ihrem Küchenfenster hoch und werden dann hinter den Scheiben von teilnahmslos blickenden Fischen angestarrt, hat es zuvor tagelangen Starkregen samt Überflutungen gegeben.

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und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

Sollten Ihnen dagegen beim Spaziergang durch Ihren Heimatort auf einmal überall Plakate von Kim Jong-un auffallen und auf dem Marktplatz plötzlich eine riesige Bronzestatue des kindlichen Politik-Kaisers stehen, gehört Ihr Bundesland ab sofort zur Volksrepublik Nordkorea. (Das Verneigen vor der Statue dann bitte nicht vergessen!) Zu einer Katastrophe kann es auch gekommen sein, wenn der Supermarkt Ihres Vertrauens plötzlich nicht mehr seine Türen öffnet – es sei denn, es ist gerade Sonntag.

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DA Sie nun über fast alle Anzeichen für drohende oder bereits eingetretene Gefahrensituationen informiert sind, hier der wichtigste Hinweis: Reagieren Sie niemals panisch, wenn die Warnapp der Bundesregierung auf Ihrem Handy plötzlich wild bimmelt! Im Gegenteil, Sie dürfen dann ruhig durchatmen und sich des Lebens freuen: Die Katastrophe ist dann nämlich schon lange vorbei. Besonders Wissbegierige können ja später im Archiv der lokalen Bibliothek nachschauen, worauf uns unsere Politiker hatten aufmerksam machen wollen.

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