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Lausitz-Krimi: Drehortsuche auch in Kamenz

MDR und RBB drehen im Sommer eine sechsteilige Krimiserie mit dem Titel "Lauchhammer". Scouts sondierten dafür auch Kamenzer Objekte. Mit Erfolg?

Eignet sich der Kamenzer Schrottplatz von André Heiß als Drehort für eine Krimi-Serie, die in der Lausitz spielt? Location-Scouts schauten sich kürzlich auf dem Gelände um.
Eignet sich der Kamenzer Schrottplatz von André Heiß als Drehort für eine Krimi-Serie, die in der Lausitz spielt? Location-Scouts schauten sich kürzlich auf dem Gelände um. © Archivfoto: René Plaul

Kamenz/Lauchhammer. Krimi-Zeit in der Lausitz: Vom 20. Juli bis zum 26. September wird in Lauchhammer und der Region rundherum eine sechsteilige Krimi-Serie gedreht. Der Arbeitstitel des Gemeinschafts-Projektes von MDR und RBB lautet "Lauchhammer". "Die Zuschauer erwartet neben der spannenden Story auch das eindrucksvolle Portrait einer Region, die gerade einen Strukturwandel durchläuft", heißt es in der Projektbeschreibung.

Auch in Kamenz und Umgebung wurden Plätze gesucht, die eventuell als Drehort infrage kommen. So gab es eine Anfrage bei der Schützengesellschaft Kamenz betreffs des Schießstandes in Zschornau.

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Schießstand und Schrottplatz besucht

"Die Location-Scouts waren bereits vor Wochen zum Besichtigungstermin da", berichtet Benedikt Krainz. "Aber leider haben sich die Filmleute für einen anderen Schießstand entschieden. Wo und weshalb, wurde uns nicht gesagt. Vermutlich hatten wir zu viel Baustellenflair vor Ort", so der Pressesprecher des Vereines.

Der Freistaat Sachsen errichtet momentan nebenan ein Funktionsgebäude für den angrenzenden behördlichen Schießstand, dafür wurde das bisher vom Verein genutzte, alte Gebäude abgerissen. "Die Absage der Film-Crew ist schade, aber zumindest sind wir jetzt in der Kartei, falls wieder Bedarf ist", sagt Krainz.

Für die Krimi-Serie "Lauchhammer" haben die Scouts der Regieassistenz bereits die ersten Drehorte ausgesucht, unter anderem anhand dieses Modells der Stadt. Aber auch in Kamenz waren sie unterwegs.
Für die Krimi-Serie "Lauchhammer" haben die Scouts der Regieassistenz bereits die ersten Drehorte ausgesucht, unter anderem anhand dieses Modells der Stadt. Aber auch in Kamenz waren sie unterwegs. © Stadtverwaltung Lauchhammer

Auch bei André Heiß aus Kamenz klingelte man an. Der Inhaber der Firma Leon Anders besitzt einen Schrottplatz an der Jahnstraße. Dieser wird aktuell zwar geräumt und schließt bald wegen Geschäftsaufgabe, aber die Location-Scouts schauten vorher noch vorbei. "Sie fanden den Ort wirklich toll, ich sollte auch noch nicht so schnell mit der Beräumung weiter machen", erzählt Heiß. Alles hätte perfekt gepasst. "Aber schlussendlich haben sie sich doch für den Schrottplatz in Lauta entschieden. Schade, aber nicht zu ändern."

Der Inhalt des Sechsteilers, der in Zusammenarbeit mit dem Sender Arte produziert wird, verheißt eine spannende Geschichte: Ermittler Maik Briegand, der aus dieser Region stammt, muss den Mord an einem Mädchen aufklären, der ihn zurück in seine eigene Kindheit führt. Seine erste große Liebe wurde auch unter mysteriösen Umständen leblos verschüttet in einer Grube gefunden.

Etwa 100 Komparsen werden eingesetzt

Langsam schält sich heraus, dass es Zusammenhänge gibt, die Briegand nicht wahrhaben will, seine neue Kollegin Annalena Gottknecht aber ohne emotionale Befangenheit aufdeckt. Die Reihe spielt in zwei Zeitebenen: 1985 und 2018.

Die mystisch aufgeladene Landschaft mit ihrer verwundeten Erdoberfläche voller Abgründe und ungewisser Zukunft sei Körper und Seele der Geschichte zugleich, und auch Metapher für die verletzte Gesellschaft, heißt es in der Projektbeschreibung.

Die mehrfach ausgezeichneten Autorinnen Frauke Hunfeld und Silke Zertz erzählen die Geschichte modern, gut recherchiert und authentisch. Die Inszenierung von Regisseur Till Franzen, der seine Handschrift bei der mit dem Grimme Preis prämierten Serie Weinberg, bei der Familienserie "Das Wichtigste im Leben" und bei mehreren Wolfsland-Krimis unter Beweis stellte, wird visuell geprägt durch Bilder der dominierenden Werkzeuge des Bergbaus in der dazu gehörenden Landschaft.

Die Regieassistenz suchte in den letzten Wochen ebenfalls 100 Komparsen, die aus Lauchhammer oder der Region kommen.

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