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Schönheitskur für Bahngelände in Ost

Die Schmalspurbahn-Stiftung lässt derzeit ihr Außengelände neu gestalten. Auch an anderer Stelle wird auf dem Bahnareal bald gebaut.

Ordentliches Pflaster statt Schotter und Wildwuchs: Die Arbeiten zur Neugestaltung des Areals am historischen Güterboden sind in Radebeul-Ost schon weit fortgeschritten. Auf der Agenda stehen noch zahlreiche Baum- und Strauchpflanzungen.
Ordentliches Pflaster statt Schotter und Wildwuchs: Die Arbeiten zur Neugestaltung des Areals am historischen Güterboden sind in Radebeul-Ost schon weit fortgeschritten. Auf der Agenda stehen noch zahlreiche Baum- und Strauchpflanzungen. © Norbert Millauer

Radebeul. Bagger bewegen Erdmassen und heben Gruben aus am Hang entlang der Sidonienstraße zum Bahngelände in Radebeul-Ost. Fahrzeuge einer Baumschule fahren immer wieder in Höhe Kiefernstraße auf das Areal. Zwischen Gleisen verlegen Bauleute Pflastersteine.

„Wir machen das Gelände hübsch“, sagt Andreas Winkler, Vorstand der Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen. Ab Sommer 2018 hat diese bereits eine Unterstellhalle für historische Dampfrösser direkt neben dem Tagungszentrum der Sächsischen Wirtschaft am historischen Güterboden errichten lassen. Ende 2019 war Einweihung der Halle mit einer Grundfläche von rund 1.200 Quadratmetern, einer Höhe von etwa fünf Metern bis zu den Holzbindern und einer Länge von rund 60 Metern. Einem riesigen Carport gleicht sie. Unter dem Dach fanden wertvolle Waggons und Loks, die teils 100 und mehr Jahre alt sind, einen trockenen Platz. Zudem wurden neue Gleise verlegt, um so unter anderem eine Anbindung an das Streckennetz der Lößnitzgrundbahn zu schaffe

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Bäume, Sträucher und Blumenwiese

Nun macht die Stiftung in diesem Herbst das Außengelände flott. Bislang sei die Fläche nicht besonders ansehnlich gewesen, meint Winkler. Durch die Pflasterung der Bereiche zwischen den Schienen entsteht eine große Präsentationsfläche. Auf dem Areal sowie insbesondere am Hang und Zaun entlang der Sidonienstraße werden 70 Bäume und 500 Sträucher gepflanzt. Zudem lässt die Stiftung eine rund 3.000 Quadratmeter große Fläche mit Blumen für Bienen einsäen.

Das Aufhübschen des Bahngeländes hinter dem historischen Güterboden in Richtung Osten ist nicht die einzige Baustelle auf dem Bahngelände. Weiter südlich beginnt die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) noch in diesem Monat mit dem Bau eines neuen Werkstattgebäudes. Das jetzige ist rund 100 Jahre alt und gleicht einem bloßen Holzschuppen. Der Lokschuppen entspricht nicht den Arbeitsbedingungen der heutigen Zeit. Im Winter lässt sich seit Jahren nur mit einer Bauheizung mehr schlecht als recht etwas Wärme hineinbringen, denn eine richtige Heizungsanlage fehlt. Die Werkstattgruben sind zu klein, die vier Beschäftigten dort passen nicht richtig darunter, wenn eine Lok über dem Schacht steht. Zudem sind die Toreinfahrten zu schmal. Nun entsteht ein neuer Lokschuppen rund 150 Meter in Richtung Osten von der alten Werkstatt entfernt.

Baustart für neue Werkstatt noch in diesem Monat

Ursprünglich wollte die SDG bereits 2019 mit dem Bau beginnen. Doch Baugenehmigung und Fördermittel lagen erst Anfang dieses Jahres vor. „Die Beauftragung für die Rohbauarbeiten ist erfolgt“, teilt SDG-Eisenbahnbetriebsleiter Mirko Froß mit. Für die tragenden Elemente kommen Beton und Stahl zum Einsatz. Die Außenfassade wird mit Naturstein verkleidet. Anderthalb bis zwei Jahre sind als Bauzeit veranschlagt. Die Gesamtbaukosten liegen bei rund zwei Millionen Euro.

Mit der neuen Werkstatt lässt die SGD künftig am Standort Radebeul nicht mehr nur Lokomotiven der Lößnitzgrundbahn reparieren und warten, sondern auch deren Waggons. Der Neubau bedeutet zudem nicht den Abriss der alten Werkstatt. Sie bleibt als Lager erhalten.

Weniger Fahrgäste wegen Corona

Die Corona-Pandemie sorgt für finanzielle Einbußen beim Lößnitzdackel. Denn während der Ausgangsbeschränkungen standen die Züge 49 Tage vom 28. März bis 15. Mai dieses Jahres still. „Die Sonderfahrten zu Ostern, zum Karl-May-Fest sowie weitere Fahrtage der Traditionsbahn Radebeul konnten nicht durchgeführt werden“, informiert Froß. Zudem spürt die SGD als Betreiber der Schmalspurbahn das Gruppen- und Busreisen ausbleiben, die sonst die Lößnitzstadt ansteuerten und deren Fahrgäste in den Lößnitzdackel gen Moritzburg umstiegen. 

So hat sich in der ersten Jahreshälfte die Zahl der Fahrgäste halbiert gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das bedeut rund 175.000 Euro weniger Einnahmen für die SGD. Auch währen der Sommerferien gab es spürbar weniger Passagiere. 2019 gab es insgesamt rund 275.000 Fahrgäste.

"Streckengeburtstag" am 19. und 20. September 2020

Mitte September steht eigentlich traditionell das Schmalspurbahnfestival an mit Lokparade und Bühnenprogramm auf dem Bahnhof in Moritzburg. In seiner bislang bekannten Form wird es das Festival dieses Jahr nicht geben, aber in einer abgespeckten Version und anderem Namen. Zum „Streckengeburtstag“ werden am Wochenende, 19. und 20. September 2020, Sonderfahrten des Traditionsbahnvereins geboten. Am Bahnhof Moritzburg warten Infostände und eine kleine Spiel- und Bastelstraße auf kleine und große Besucher.

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