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MDR arbeitet „Mikrofon-Affäre“ intern auf

Nach der Retuschierung eines Fremd-Logos wird eine Verschärfung der Regeln geprüft. Bei Verstößen sollen "arbeitsrechtliche Konsequenzen" drohen.

Der Mitteldeutsche Rundfunk hat sich für einen retuschierten TV-Beitrag bereits entschuldigt und arbeitet den Fall jetzt intern weiter auf.
Der Mitteldeutsche Rundfunk hat sich für einen retuschierten TV-Beitrag bereits entschuldigt und arbeitet den Fall jetzt intern weiter auf. © dpa/Daniel Kalker

Dresden. Der Vorfall hat ein Nachspiel: In einem internen Schreiben an alle Mitarbeiter „hat Landesfunkhauschef Sandro Viroli jetzt alle mdr-Mitarbeiter ermahnt, sich an „unverrückbare, journalistische Maßstäbe“ zu halten. Fotos, die durch die Redaktion angeliefert oder von der Redaktion gekauft werden, dürften „grundsätzlich nicht retuschiert“ werden. Interne Regelungen sollen nun überprüft und gegebenenfalls verschärft werden. „Bei Zuwiderhandlungen werden in jedem Einzelfall auch arbeitsrechtliche Konsequenzen geprüft“, schreibt Viroli unmissverständlich.

In einem Beirag des abendlichen Regionalmagazins „Sachsenspiegel“ war vor einer Woche in einem Interview auf einem Mikro das „Bild-TV“-Logo so bearbeitet worden, dass es im gesendeten Beitrag nicht mehr erkennbar war. Es habe sich dabei, so betont Viroli in dem internen Schreiben, um die „individuelle, nicht abgesprochene Entscheidung einer einzelnen Person“ gehandelt, die den Beitrag redaktionell erstellt habe. Die Verärgerung des Landesfunkhaus-Chefs ist deutlich aus dem Schreiben herauszulesen. Denn bereits im Februar 2020 hatte die Retuschierung eines Fotos für erheblichen Wirbel gesorgt.

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Bereits nach diesem Vorfall waren die Regeln für den Umgang mit Fotos im Sender noch einmal geschärft und klargestellt worden. Demnach gibt es auch eindeutige Entscheidungswege, sollte eine Bildbearbeitung aus Formatgründen umumgänglich sein. Dann sei sie „nur zulässig, wenn die abgebildete Realität dadurch nicht verändert wird“, bekräftigt Viroli. Die Entscheidung treffe die/der jeweilige Chef/in vom Dienst - im Fall der „Mikro-Affäre“ sei dies nicht geschehen.

„Wir sind immer und zu jeder Zeit der Wahrhaftigkeit verpflichtet. Glaubwürdigkeit ist der maßgebliche Gradmesser für unser Handeln“, vergattert Viroli seine Mitarbeiter. Man dürfe nicht all jenen „Angriffsfläche“ bieten, „die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ohnehin kritisch sehen, allen voran der betroffenen Bild-Zeitung bzw. Bild-TV“, sondern entttäusche auch die Nutzerinnnen und Nutzer, „die unsere Angebote tagtäglich gerne annehmen und uns Vertrauen schenken.“

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