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Sachsen

Modell-Medizinstudium startet in Chemnitz

Der Ärztemangel trifft besonders den Großraum Chemnitz. Junge Mediziner werden deswegen nun auch vor Ort ausgebildet. Aber bleiben sie dann auch?

In Sachsen fehlt es an Landärzten. Das soll einen neues Studium in Chemnitz ändern.
In Sachsen fehlt es an Landärzten. Das soll einen neues Studium in Chemnitz ändern. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolfoto)

Chemnitz. Mit einem neuen Modellstudiengang baut Sachsen die Ausbildung von Ärzten aus. Dazu haben zu Wochenbeginn 50 junge Männer und Frauen in Chemnitz ihr Medizinstudium aufgenommen. Der Studiengang könne in Zeiten des regionalen Ärztemangels zum Modell für ganz Deutschland werden, sagte der Prorektor für Bildung der TU Dresden, Gerald Gerlach, am Montag.

Der Studiengang wird von der TU Dresden in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Chemnitz angeboten und in den ersten Jahren je zur Hälfte von Land und Bund finanziert. Die Rede ist von 40 Millionen Euro bis 2024. Die Initiatoren erhoffen sich von der Ausbildung in Chemnitz selbst, dass sich mehr Absolventen nach dem Studium als Arzt in der Region niederlassen.

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Bisher war in Sachsen nur in Leipzig und Dresden ein Medizinstudium möglich, mit jährlich zusammen rund 500 Plätzen. Doch gerade im Großraum Chemnitz fehlen Experten zufolge besonders viele Ärzte - nicht nur für die hausärztliche Versorgung, sondern auch in Kliniken. So liegt der Versorgungsgrad bei Hausärzten laut Kassenärztlicher Vereinigung in mehreren Orten unter 80 Prozent - etwa in Marienberg, Werdau und Reichenbach.

Ministerpräsident ist begeistert

Sachsens drittgrößte Stadt, Chemnitz, verzeichnet 87 Prozent. Dabei wird in den kommenden Jahren wegen der Alterung der Bevölkerung mit einem Anstieg chronischer und versorgungsintensiver Erkrankungen gerechnet und gehen zugleich viele Ärzte in den Ruhestand.

Der neue Studiengang sei "einmalig" und ein "großer Gewinn", betonte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). "Wir brauchen junge Ärztinnen und Ärzte überall bei uns im Land - in den Städten genauso wie in den ländlichen Regionen." Der Studiengang biete zudem die Chance, neue Formen der Lehre zu entwickeln und zu erproben, erklärte der Dekan der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, Heinz Reichmann.

So sollen die Studenten von Anfang an in die Betreuung von Patienten eingebunden werden, um praktische Erfahrungen im ambulanten und im klinischen Bereich zu sammeln. Zudem stehen ihnen zwei Mentoren zur Seite: ein niedergelassener Arzt und ein akademischer Mentor. Die Regelstudienzeit beträgt bei "Medizin in Chemnitz" (MEDiC) 12,5 Semester und wird mit der Staatsprüfung abgeschlossen. Für die 50 Plätze gab es den Angaben nach mehr als 22.000 Bewerber. (dpa)

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