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Muldentalkliniken brauchen sofort zehn Millionen Euro

Weniger Fallzahlen, höhere Kosten: Die Krankenhäuser in Grimma und Wurzen benötigen eine Finanzspritze. Wie der Landrat helfen will.

Von Ulrich Wolf
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Blick auf das Krankenhaus in Grimma: Es gehört zusammen mit einem weiteren Haus in Wurzen zum Muldentalkliniken-Verbund.
Blick auf das Krankenhaus in Grimma: Es gehört zusammen mit einem weiteren Haus in Wurzen zum Muldentalkliniken-Verbund. © PR: PL Architekten GmbH

Borna. Die Muldentalkliniken mit ihren zwei Standorten in Grimma und Wurzen brauchen dringend Geld. Das Unternehmen habe beim Landkreis eine finanzielle Unterstützung von zehn Millionen Euro beantragt, teilte die Pressestelle des Landkreises Leipzig in Borna mit.

Das Geld werde benötigt, um bis 2025 "wirtschaftlich handlungsfähig" zu bleiben, heißt es. Die Landkreisverwaltung werde "wohlwollend prüfen", wie man helfen könne. Ursache des Antrags seien die jüngsten Budget- und Entgeltvereinbarungen mit den Krankenkassen. Die seien zwar am 7. März "positiv abgeschlossen" worden, allerdings mit deutlich niedrigeren Fallzahlen. Den gestiegenen Kosten stünden damit wesentlich geringere Erlöse gegenüber. Der Wirtschaftsplan 2023 müsse

Landrat Henry Graichen (CDU) sagte als Eigner der Krankenhausbetreibergesellschaft, es müssten jetzt Wege gefunden werden, den Umsatz dennoch zu steigern und gleichzeitig zu sparen. "Wir stehen hinter unseren Kliniken und den Beschäftigten und werden uns bei Bund und Freistaat für eine verbesserte Finanzausstattung einsetzen." Graichen sagte weiter, man müsse "realistisch unsere Anspruchshaltungen überprüfen, damit wir steuerungsfähig bleiben".

Der noch amtierenden Krankenhausmanager soll den Klinikverbund restrukturieren, hat aber eine andere Auffassung dazu als der Landrat. Der Geschäftsführer will die Muldentalkliniken deshalb verlassen. Seine Stelle ist bereits ausgeschrieben. Die Häuser in Grimma und Wurzen haben rund 1.000 Beschäftigte. Die Notfallbetreuung wurde bereits in Wurzen zentralisiert. Strittig ist, ob im Gegenzug die Entbindungsstationen zu einer in Grimma zusammengelegt wird.

Der Konzernabschluss für die gemeinnützige Muldentalkliniken GmbH mit rund 350 Betten weist für 2021 einen Überschuss von rund 530.000 Euro bei einem Umsatz von 73,2 Millionen Euro aus. Die zuvor angehäuften Verluste beliefen sich jedoch auf 4,1 Millionen Euro.

Einige der derzeit 78 Krankenhäuser in Sachsen mit ambulanter Notfallversorgung geraten zunehmend in Bedrängnis. Die Städtischen Kliniken in Dresden machen Millionenverluste, ebenso das Klinikum Oberlausitzer Bergland. Die Paracelsus-Klinik mit rund 320 Mitarbeitern ist insolvent und soll am 31. März schließen. Im brandenburgischen Spremberg musste die Stadt ihr Krankenhaus vor der Schließung retten. Von 2024 an soll in Sachsen ein neuer Krankenhausplan in Kraft treten.