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Ramelow fordert Rückkehr der "Schwester Agnes"

Nach der Schlappe bei der Landtagswahl trifft sich die Linke in Plauen. Gastredner Ramelow warnt vor Börseninteressen im Gesundheitswesen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) spricht beim 15. Landesparteitag der Partei Die Linke in Sachsen.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) spricht beim 15. Landesparteitag der Partei Die Linke in Sachsen. © Bodo Schackow/dpa

Plauen. Die Linke fordert einen Kurswechsel im Gesundheitssystem. "Corona zeigt nur auf, was vor der Krise schon falsch gelaufen ist“, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) beim Parteitag der sächsischen Linken. Er fügte am Samstag in Plauen hinzu: "Wenn Gesundheitsvorsorge sich an den Börsenkursen und den Börsenerträgen der Teilnehmer am Gesundheitsmarkt orientiert, dann ist das falsch, und dann bleibt das falsch." 

Ramelow forderte eine gesamtdeutsche Debatte über "Poliklinik und die Schwester Agnes". Als "gute Antworten für ganz Deutschland“ bezeichnete der Ministerpräsident „Polikliniken, ländliche Gesundheitszentren und Gemeindeschwestern, die nah an den Patienten sind".

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Ramelow sprach sich für Gratis-Bildung bundesweit aus: "Bildung und Betreuung müssen kostenlos sein." Er warb dabei auch für Realpolitik. Die Linke müsse etwa bei der Frage der Kinderbetreuung eine "praktische und spürbare Antwort" geben. Ramelow erwähnte zudem die linke Forderung nach einer Vermögenssteuer. Mit Blick auf die Bundespartei unterstützte er das Bewererberinnenduo für den Vorsitz, Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler.

Sachsens Linkenchefin machte dem Landesverband Mut. "Ich glaube, es zeigt sich ein rötlicher Silberstreif am Horizont", sagte Susanne Schaper zum Auftakt. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Kantar sehe die Partei erstmals seit langer Zeit mit 19 Prozent wieder auf Platz 2 der Wählergunst in Ostdeutschland. Bei der Landtagswahl 2019 in Sachsen waren die Linken von 18,9 Prozent (2014) auf 10,4 Prozent abgestürzt.

Schaper verwies auf gute Resultate der Linken bei Bürgermeisterwahlen im Freistaat: "Wir sind nur dort stark, wo wir auf kommunaler Ebene präsent und für die Menschen in ihren alltäglichen Problemen ansprechbar sind. Das ist das Rezept, um an alten Erfolgen anzuknüpfen." Parteivorsitzender Stefan Hartmann forderte einen Lastenausgleich zur Bewältigung der Corona-Krisenfolgen. Dieser Ausgleich müsse zuallererst und vor allem die Riesenvermögen heranziehen, "damit es nicht schon wieder die kleinen Leute sind, die am Ende in die Röhre gucken". (mit dpa)

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