merken
Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Schärfere Regeln in Corona-Hotspots +++ Zweites Risikogebiet in Sachsen +++ Wirtschaft erholt sich nur langsam nach Corona-Krise +++

© dpa

"Politik in Sachsen - Die Morgenlage" als E-Mail-Newsletter - hier kostenlos anmelden

Guten Morgen,

Familie
Vater, Mutter und Kinder
Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

mehrmals am Tag ertappe ich mich dabei, dass ich mich frage, zu welcher Gruppe ich denn nun gerade gehöre: zu derjenigen, die sich zunehmend Sorgen macht aufgrund des rasanten Infektions-Anstiegs oder eher zu derjenigen, die aufgrund in Sachsen noch relativ niedriger Werte auf lockere und weniger Regeln pocht, um eine erneute Einschränkung von Freiheitsrechten zu vermeiden.

Mehrmals am Tag schwanke ich selbst hin und her. Zwischen Selbstberuhigung, wachsender Unruhe und Sorge – kurzum ein ziemlich ungutes Gefühl. Da erzählt die Kollegin, dass in ihrem Geschäft bereits wieder das Toilettenpapier knapp werde. Da wundere ich mich über eine Lücke im Nudel-Regal, die mir noch aus Corona-Hoch-Zeiten im Frühjahr in Erinnerung ist. Was nun? Alles wieder auf Anfang? Oder sogar noch schlimmer? So, wie ich es gestern in einem Interview eines Virologen gelesen habe – demnach werde die zweite Welle noch viel härter werden, heißt es dort düster. Wer weiß das schon? Was wissen wir schon? Die Begriffe, die wir aus der Zeit von vor einem halben Jahr kennen, tauchen wieder auf. Lockdown, Sperrstunde, Ausgangssperre – und die Sache mit den Treffen mit maximal einem fremden Hausstand.

Wieder muss sich bis zu einem gewissen Grade jeder selbst diese Fragen beantworten. Für sich entscheiden, wie weit er geht, wie man vorsorgt, wie man sich und andere noch besser schützen kann. Das Gefühl ist wieder da. Wie es vor einigen Monaten auch schon mal da war. Aber ich hoffe noch, dass es diesmal nicht so hart wird. Auch weil die Erfahrung aus dieser Zeit uns etwas gelehrt haben sollte. Hoffentlich.

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen:

+++ Schärfere Regeln in Corona-Hotspots +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben Bund und Länder am Mittwoch schärfere Corona-Regeln vereinbart. Dazu gehören weniger Gäste bei Feiern sowie eine Sperrstunde in Hotspots. Außerdem wird die Maskenpflicht in Corona-Hotspots erweitert. Hier gibt es die neuen Regeln im Überblick.

Keine Einigung gab es beim umstrittenen Beherbergungsverbot. "Es gibt eine ganze Reihe von Kollegen, die das in der jetzigen Form für nicht angemessen halten. Ich gehöre dazu", hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Mittwoch in Dresden kurz vor seiner Abfahrt zum Treffen in Berlin gesagt. Unterstützung bekam der Regierungschef von Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD): "Das Beherbergungsverbot hat sich in der Praxis nicht bewährt und darum sollten wir es streichen." Es gebe kein Indiz dafür, dass sich die Coronavirus-Infektion überdurchschnittlich über Aufenthalte in Hotels und Pensionen verbreite.

Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, plädiert Kretschmer generell dafür, keine weiteren Corona-Regeln einzuführen, dafür aber die vorhandenen besser zu kontrollieren. So sollen unter anderem die Kontrollen in Gaststätten sowie bei Kulturveranstaltungen oder im öffentlichen Nahverkehr verstärkt werden. Dafür will der Freistaat durch Landesbedienstete zusätzliches Personal zur Verfügung stellen. Eine Entscheidung dazu ist heute zu erwarten, wenn sich die sächsische Regierung mit den Landräten und Oberbürgermeistern in Dresden trifft, um über die Corona-Lage zu beraten.

+++ Zweites Risikogebiet in Sachsen +++

Nach dem Erzgebirgskreis hat am Mittwoch auch der Landkreis Zwickau die 50er-Grenze gerissen, wenn auch nur knapp. Nach Angaben des Landratsamtes habe es in den vergangenen sieben Tagen 50,07 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben. Wie die Freie Presse berichtet, wurden die Corona-Regeln aber trotzdem gelockert. So sind nun wieder private Besuche in Pflegeeinrichtungen erlaubt. Bei Veranstaltungen sind nun maximal 500 statt 250 Besucher zugelassen.

Die Zahl der positiven Corona-Tests in Sachsen ist am Mittwoch unterdessen weiter angestiegen: Nach Angaben des Sozialministeriums wurden im 24-Stunden-Vergleich mindestens 184 Menschen im Freistaat positiv auf das Virus getestet. Allerdings fehlten in der Statistik sowohl die Fälle aus dem Erzgebirgskreis als auch aus Dresden - vermutlich wegen Meldeverzögerungen.

+++ Der Weg aus der Corona-Krise wird länger +++

In den Sommermonaten hat sich die deutsche Wirtschaft zwar einigermaßen aufgerappelt – doch erst Ende 2022 wird sie wieder normal ausgelastet sein. Das erwarten die fünf führenden deutschen Wirtschaftsinstitute in ihrem Herbstgutachten. "Nach dem Zwischenspurt dürfte sich die Erholung nun wieder deutlich verlangsamen", sagte Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel am Mittwoch. In Ostdeutschland ist der Konjunktureinbruch etwas milder ausgefallen, dafür wird das erhoffte Wachstum im nächsten Jahr aber auch schwächer, wie Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle einschätzt. Für Sachsens Industrie gilt diese Einschätzung jedoch nicht, wie neueste Zahlen vom Mittwoch zeigen.


Der Newsletter "Politik in Sachsen"

© sächsische.de

>> Noch mehr News, die Titelseiten-Übersicht aller sächsischen Zeitungen und die Terminvorschau gibt es in der Komplettversion der "Morgenlage" jeden Morgen 5 Uhr bequem als Email-Newsletter. Interesse? Dann hier kostenlos den Newsletter bestellen. <<

Mehr zum Thema Sachsen