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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Sachsen plant Ausweitung der Maskenpflicht +++ Lage im Erzgebirgskreis weiter angespannt +++ Teile Polens jetzt Risikogebiet +++

Bert Wendsche, Präsident des Städte- und Gemeindetages, Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, und Frank Vogel, Landkreistags-Präsident (v. l.), gehen nach dem Abschluss eines Treffens mit Landräten und Bürgermeistern in der Sächsischen
Bert Wendsche, Präsident des Städte- und Gemeindetages, Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, und Frank Vogel, Landkreistags-Präsident (v. l.), gehen nach dem Abschluss eines Treffens mit Landräten und Bürgermeistern in der Sächsischen © dpa-Zentralbild

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Guten Morgen,

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

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alles ist relativ. Diese Weisheit ist mir gestern angesichts des Nachrichtengeschehens in Sachsen wieder in den Sinn gekommen.

Erinnern Sie sich noch an das Frühjahr, als die täglichen Corona-Fallzahlen in Sachsen die 100er-Marke und dann die 200er-Marke überschritten? Viele Menschen blieben auch ohne von der Politik vorgegebene Regeln sicherheitshalber zuhause, Kontakte zu Freunden und Verwandten wurden von vielen freiwillig runtergefahren. Nun, etwa ein halbes Jahr später, übersteigen die täglichen Corona-Zahlen in Sachsen die 300er-Marke - und wir können uns, so mein Eindruck, noch nicht so richtig damit anfreunden, dass wir unser soziales Leben wohl wieder werden einschränken müssen.

Auch wenn die Infektionszahlen eine deutliche Sprache sprechen, hat sich unser Umgang damit verändert. Sicher liegt das daran, dass wir aus den Erfahrungen des Frühjahrs gelernt haben und nun wissen, dass das öffentliche Leben auch in der Pandemie nicht komplett heruntergefahren werden muss. Wir sind also zurecht etwas entspannter. Zugleich haben wir uns in den vergangenen Monaten vielleicht zu sehr daran gewöhnt, dass uns die Politik schon sagt, was wir in Corona-Zeiten zu tun und was zu lassen haben - und verzweifeln jetzt angesichts des Regel-Wustes in Deutschland.

Dass Sachsen gestern das Beherbergungsverbot aufgehoben hat, könnte man auch als Versuch interpretieren, diesen Regel-Wust etwas zu entwirren. Vielleicht fällt es uns ja leichter, uns mit der neuen (und zugleich alten) Corona-Lage anzufreunden, wenn sich der Staat etwas zurückgezogen hat.

Ihr Tobias Winzer, Politikredakteur sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen:

+++ Sachsen hebt Beherbergungsverbot auf +++

Sachsen hebt das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten auf. Das kündigte die Landesregierung am Donnerstag nach einem Gespräch mit Landräten und Oberbürgermeistern an. Die Regelung soll ab Sonnabend gelten. "Wir werden also in den Herbstferien kein solches Verbot mehr haben", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Zugleich kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach dem Bund-Länder-Treffen am Mittwoch schärfere Regeln in Sachsen an, die in einem Stufenplan eingeführt werden sollen. In den kommenden Tagen will sich die Landesregierung auch auf eine Ausweitung der Maskenpflicht verständigen. Kretschmer schloss auch einen zweiten Lockdown nicht aus, wie die Leipziger Volkszeitung berichtet. Davon sei man derzeit aber entfernt.

Der Landestourismusverband (LTV) begrüßte die Aufhebung des Beherbergungsverbots in Sachsen. "Allen ist bewusst, dass der Kampf um die Existenz von vielen klein- und mittelständischen Betrieben und Akteuren noch nicht vorbei ist", betonte LTV-Präsident Rolf Keil. Der Schritt sei ein "wichtiges Signal" für die gesamte Tourismusbranche, gerade zu Beginn der Herbstferien. Dresdner Hoteliers berichten, dass das Beherbergungsverbot bereits reichlich Schaden angerichtet hat. 

+++ 369 neue Corona-Fälle in Sachsen +++

Die Zahl der positiven Corona-Tests im Freistaat ist auch von Mittwoch zu Donnerstag deutlich angestiegen: Nach Angaben des Sozialministeriums mit Stand Donnerstagmittag wurden im 24-Stunden-Vergleich 369 Menschen im Freistaat positiv auf das Virus getestet. Den Überblick über alle aktuellen Entwicklungen in Sachsen, Deutschland und der Welt gibt es in unserem Newsblog.

Keine Entspannung gibt es auch im Erzgebirgskreis. Während der Landkreis Zwickau wieder knapp unter den 50er-Grenzwert rutschte, liegt die Zahl der Fälle je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen im Erzgebirgskreis bei 68,7 und damit deutlich über dieser Marke. Vor allem den größtenteils vom Tourismus lebenden Ort Oberwiesenthal trifft das hart. Saechsische.de-Reporterin Franziska Klemenz berichtet von Stornierungen und Hoteliers, die zu Seelsorgern werden.

+++ Teile Polens jetzt Risikogebiet +++

In Polen ist die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen sprunghaft gestiegen und hat erstmals die Marke von 8.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 8.099 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (1.306). Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Teile des Landes wurden zu Risikogebieten erklärt. Trotz verschärfter Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie steigen die Corona-Zahlen auch in Tschechien weiter dramatisch an. Am Mittwoch wurden 9.544 neue Fälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Donnerstag bekanntgab. Das war der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Der Gesundheitsminister schwört seine Landsleute auf harte drei Wochen ein.


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