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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Landkreise kündigen schärfere Corona-Regeln an +++ Schüler befürworten Wechselunterricht +++ Aktuelles Ergebnis der "Sonntagsfrage" +++

© dpa

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diese schwierige Zeit bringt uns mitunter in extreme Gefühlslagen. Bei mir war es am vergangenen Freitag so weit. Sicherlich haben auch Sie mit Spannung verfolgt, welche neuen Corona-Regeln uns im Dezember erwarten. Das ernüchternde Ergebnis: Weil wir es nicht geschafft haben, das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen in den Griff zu bekommen und wir in Sachsen mittlerweile trauriger Corona-Spitzenreiter in Deutschland sind, wird es ab morgen in großen Teilen des Landes Ausgangsbeschränkungen und weitere scharfe Regeln geben.

Es wirkte etwas verzweifelt, wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer im anschließenden Facebook-Gespräch versuchte, die Sachsen von der Notwendigkeit der neuen Beschränkungen zu überzeugen. Mehrfach bauchmiezelte er sie als die "schlauen Sachsen", die den Ernst der Lage (nun endlich) erkannt hätten. Ich verfolgte diesen abermaligen Appell an die Eigenverantwortung mit großer Skepsis - und war an einem Stimmungs-Tiefpunkt angelangt.

Dann bin ich am Abend noch einmal nach draußen gegangen und mir kam in den Sinn, dass wir den Blickwinkel auf diese Krise so langsam ändern müssen. Sonst werden wir wohl alle depressiv. In dem Kneipenviertel in meiner Nähe sah ich viele Lichter und blickte in Küchen, in denen fleißig gearbeitet wird. Und ich dachte: Ja, man kann darüber jammern, dass Gaststätten schon seit Wochen nicht mehr öffnen dürfen, aber man kann sich stattdessen auch darüber freuen, dass es mittlerweile eine tolle Auswahl an Speisen zum Mitnehmen gibt.

Ich jedenfalls habe mir vorgenommen, die neue "To-Go-Küche" jetzt ausgiebig zu testen. Wir sollten uns von all den schlechten Nachrichten nicht allzu sehr beeindrucken lassen. Und wenn wir alle solidarisch miteinander umgehen, kriegen wir, glaube ich, diese Krise ganz gut gemeistert.

Ihr Tobias Winzer, Politikredakteur sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen:

+++ Landkreise kündigen schärfere Regeln an +++

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Sachsen ist über das Wochenende weiterhin stark gestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Sonntag gab es innerhalb von 24 Stunden fast 1.400 bestätigte Neuinfektionen. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Inzidenzwert) stieg landesweit auf 226,16. Das ist im Vergleich der Bundesländer der höchste Wert. Das sächsische Gesundheitsministerium veröffentlicht am Wochenende keine Zahlen. Am Freitag waren etwas mehr als 2.800 Neuinfektionen gemeldet worden - so viele wie noch nie an einem einzigen Tag.

Die Landkreise Görlitz und Bautzen verzeichneten nach eigenen Angaben jeweils einen Inzidenzwert von rund 400. Sie gehören damit bundesweit zu den Corona-Hotspots. Ähnlich betroffen ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, wo Landrat Michael Geisler (CDU) nun Ausgangsbeschränkungen plant. Als einer der ersten Landkreise kündigte auch der Landkreis Görlitz am Wochenende scharfe Corona-Regeln an. Heute sollen sie festgelegt werden. Damit konkretisieren die Landkreise und kreisfreien Städte die ab morgen sachsenweit geltenden Corona-Regeln (Hier geht es direkt zur neuen Verordnung im Original). Auch die Stadt Dresden wird voraussichtlich im Laufe der Woche schärfere Schutzmaßnahmen beschließen.

In Sachsen lagen am Wochenende bis auf die Landkreise Leipzig, Meißen und die Stadt Leipzig alle Landkreise und kreisfreien Städte über dem Inzidenzwert von 200. Die Landesregierung hatte am Freitag beschlossen, dass wenn der Wert von 200 fünf Tage lang überschritten ist, schärfere Maßnahmen gelten sollen. Diese müssen in eigenen Verordnungen festgelegt werden.

+++ Schüler befürworten Wechselunterricht +++

Bei der derzeitigen Infektionslage in Sachsen hält der Landesschülerrat (LSR) die Einführung von Wechselunterricht in den Schulen für richtig. "Schulen sollten dabei die Freiheiten besitzen, für die konkreten Bedingungen - zum Beispiel die Häufigkeit der Wechsel - auf ihre jeweiligen Besonderheiten einzugehen, vor allem räumliche Situation und Klassenstärken", sagte Landesschülersprecherin Joanna Kesicka laut einer Mitteilung vom Wochenende. Die Formate sollten in Absprache mit den Schülervertretern gestaltet werden, so Kesicka.

In Sachsen soll es ab morgen in Hotspot-Gebieten Wechselunterricht geben. Ausgenommen sind Abschlussklassen und die Klassen 5 und 6, wie der Freistaat am Freitag festgelegt hatte. Eine Schule im Landkreis Bautzen hat dieses Modell bereits eingeführt.

Auch in Kitas in Hotspot-Gebieten wird es weitere Schutzmaßnahmen geben. Dann gilt ein eingeschränkter Regelbetrieb mit der strikten Trennung von Betreuungsgruppen und Betreuungspersonen sowie der Vermeidung des Zusammentreffens von Kindern unterschiedlicher Gruppen und des zugehörigen Personals in den Gebäuden und auf den Freiflächen der Kindertageseinrichtungen. In Dresden müssen Öffnungszeiten bereits eingeschränkt werden.

+++ "Sonntagsfrage" Sachsen: Zugewinne für die AfD +++

CDU: 35,6 Prozent (-0,5 zur Vorwoche)
AfD: 24,4 Prozent (+1,1)
Grüne: 10,9 Prozent (-1,1)
Linke: 11,0 Prozent (+0,6)
SPD: 7,5 Prozent (-0,1)
FDP: 4,0 Prozent (+0,1)
Sonstige: 6,6 Prozent (-0,1)

Zur "Sonntagsfrage" Im Zeitverlauf und zur "Kretschmer-Kurve"


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