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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ 19 Orte mit 1000er-Inzidenz in Sachsen +++ Mehr Betten für Corona-Patienten in Reha-Kliniken +++ Impfungen starten am 27. Dezember +++

Ministerpräsident Michael Kretschmer in der Landtagssitzung am Donnerstag.
Ministerpräsident Michael Kretschmer in der Landtagssitzung am Donnerstag. © dpa-Zentralbild

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Guten Morgen,

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wenn man eine Krise, noch dazu eine so langandauernde wie die Corona-Pandemie, erfolgreich bekämpfen will, dann sollte man als Entscheider ein paar grundlegende Dinge beachten.

Auch gegen eine Pandemie kann man nur im Team gewinnen. Dabei muss wie im Fußball von Anfang die "Mannschaftsaufstellung" stimmen, die Rollen und Aufgaben sollten klar aufgeteilt sein. Auch in einer Landesregierung, im Kabinett, in der Gruppe von Landräten, bei Bürgermeistern und Ortsvorstehern. Dazu gehört, auch Niederlagen mindestens nach außen als Team zu tragen. Und nicht eine Person nach vorne zu schicken, die alles ab- und aushalten zu müssen scheint. Die für jeden Fehler, jeden Lapsus, in der Öffentlichkeit die "Prügel" einstecken darf, nur weil sie "zuständig" im engeren Sinne ist. Team-Arbeit heißt auch, da zu unterstützen, wo gerade Hilfe gebraucht wird und nicht am Spielfeldrand stehen zu bleiben.

Man sollte, auch wenn es immer Unterschiede und verschiedene Ansichten gibt, erst einmal intern ein gemeinsames Vorgehen beraten, Entscheidungen treffen und durchziehen. Zu einer Krisenbewältigung gehört ein "roter Faden", eine Strategie. Wenn es kurzfristig sein muss, auch einfach mal nur eine verständliche Taktik. Aber bitte kein hektisch-verwirrender Aktionismus. Schon gar nicht im Kern widersinnige

Symbolhandlungen. Man sollte auch nicht jeden Tag, oder gar alle paar Stunden mit einer neuen Idee um die Ecke kommen. Jedenfalls nicht öffentlich. Manchmal sollte man sich auch einfach mal erlauben zu schweigen. Allein schon, weil es hilft, Kraft zu sammeln.

Man sollte auch als Journalist vorsichtig sein mit pauschaler Kritik an den Regierenden. Aber kritiklos sollte man nie sein. Differenzierung ist immer gefragt - Kritik, die konstruktiv ist, sowieso.

Darum hoffe ich, dass man-cher und man-che dies liest und es vielleicht ein wenig hilft.

Ich wünsche Ihnen einen ruhigen, gesegneten 4. Advent,

herzlichst,

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen

+++ Kretschmer: Keine Abriegelung von Orten +++

In Sachsen steht eine Abriegelung von Orten mit hohen Corona-Infektionszahlen derzeit nicht zur Debatte. Das hat Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag am Rande der Landtagssitzung klargestellt und damit entsprechende Medienberichte dementiert. Es gebe keine Beschlüsse dazu und werde sie auch jetzt nicht geben. "Zehn bis vierzehn Tage braucht es, bevor man etwas ganz Konkretes sieht. Vorher ist mit keinen weiteren Einschränkungen zu rechnen", betonte der Regierungschef. Man sei hoffnungsvoll, das eine Stabilisierung der Zahlen mit den jetzigen Instrumenten gelinge.

Doch welche Orte wären potenziell von einer solch harten Maßnahme betroffen? Wie eine Liste zeigt, gibt es derzeit 19 Orte mit einer Inzidenz über 1000. An der Spitze steht eine Gemeinde im Landkreis Meißen.

+++ Mehr Betten für Corona-Patienten +++

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bitten die Ärzte, ihre Praxen vor dem Fest und in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr geöffnet zu halten, um so die ambulante Versorgung der Sachsen abzusichern und eine zusätzliche Belastung der Notaufnahmen der Kliniken abzumildern. Sie konkretisierten auch die Pläne, wie bei weiter steigenden Infektionszahlen mehr Corona-Patienten medizinisch versorgt werden sollen. Man habe 16 Rehakliniken dazu befähigt, diese Menschen aufzunehmen und zu behandeln. Genaue Zahlen zur Anzahl der zusätzlich entstehenden Betten konnte Köpping noch nicht nennen.

Verhindert werden soll damit die Triage - also die Entscheidung darüber, wer zum Beispiel beatmet werden soll und wer nicht. Nach einer als "Hilferuf" interpretierten Aussage eines Arztes einer Zittauer Klinik (Hier das Interview mit einem Chefarzt des Krankenhauses) wird dieses Thema nun bundesweit diskutiert. Im Interview mit Zeit Online sagt ein Chefarzt aus Aue, dass der Weg zur Triage ein schleichender ist. Er macht aber auch klar: "Zum Glück sind wir derzeit dort noch nicht." Der Tagesspiegel beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Thema. Wie stark sind die Intensivstationen in Sachsen und Deutschland belegt? Die aktuellen Grafiken dazu gibt es hier.

+++ Impfungen in Sachsen starten am 27. Dezember +++

Die ersten Menschen in Sachsen sollen voraussichtlich am 27. Dezember gegen das Coronavirus geimpft werden. Das hat Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz am Rande der Landtagssitzung gesagt. Demnach sollen zuerst Menschen in Pflegeeinrichtungen den Schutz erhalten. Geimpft werden sie von den an die Impfzentren angeschlossenen mobilen Impfteams. Erst im Januar, wenn ausreichend Impfstoff eingetroffen ist, beginnt die Arbeit in den 13 sächsischen Impfzentren, die auf alle Landkreise und kreisfreien Städte verteilt sind. (Unterdessen gibt es vereinzelt Kritik an der Standortauswahl, wie zum Beispiel in Kamenz.)

Der Chef des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen, Rüdiger Unger, spricht in unserem Podcast nicht nur über die logistischen Herausforderungen bei den Impfzentren. Es geht auch um das Thema Sicherheit sowie um die zentrale Frage, wie sich Menschen zu den Impfungen anmelden können und wie der Impfprozess abläuft.


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