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Sachsen

Politik in Sachsen - die Morgenlage

Sachsen hat Impfstoff übrig +++ Wo gilt die 15-Kilometer-Regel? +++ Folgen nach Missbrauchsskandal +++ Katja Kipping will wieder in den Bundestag

Impfstoff ist derzeit noch ein rares Gut - doch plötzlich hat Sachsen Dosen übrig. Wie kann das sein?
Impfstoff ist derzeit noch ein rares Gut - doch plötzlich hat Sachsen Dosen übrig. Wie kann das sein? © dpa-POOL

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Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Guten Morgen,

es ist bitter zu sehen, wie es mit dem Impfen in Deutschland weiterhin nur so kläglich vorangeht. Während manche nahezu militante Impfgegner dagegen wettern, als würde es um Tod oder Leben für sie gehen, versuchen andere verzweifelt, einen Impf-Termin für Eltern und Großeltern zu ergattern, weil es eben für sie um Tod oder Leben geht.

Während Tausende bereits – berufsbedingt – erleichterten Zugang zu einer schützenden Impfung bekommen könnten, lassen viele ihren Impf-Termin einfach sausen. So bleibt Sachsen derzeit auf tausenden Impf-Dosen regelrecht sitzen, weil die systematisch geschürte Verunsicherung vor dem Impfstoff Astrazeneca offensichtlich bei ihnen gegriffen hat. Die Empfehlung, diesen Impfstoff nur an die Altersgruppe bis 65 Jahre zu verimpfen, weil ausreichend Tests bei Älteren fehlen, greift dabei nicht. Wer Bedenken gegen das Astrazeneca-Vakzin hat, weil die Schutzwirkung, danach an Corona zu erkranken, nur bei bis zu 82 Prozent liegt, sollte vielleicht mal nach dem Wirkungsgrad seiner letzten Grippeschutzimpfung fragen – die liegt oft sogar noch darunter.

Man erscheint also einfach nicht zum Termin, wo die schützende Dosis persönlich reserviert auf einen wartet. Von den 4.000 Terminen in Sachsens Impfzentren für Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altenheimen sind so in dieser Woche nur 2.500 gebucht worden, hat meine Kollegin Karin Schlottmann recherchiert. Das Impf-Tempo – man mag dieses Wort in diesem Zusammenhang eigentlich gar nicht verwenden – nimmt damit nicht, wie erhofft, endlich Fahrt auf. Im Gegenteil.

Und das ist bitter. Das ist ein Schlag ins Gesicht für viele Ältere. Vor allem für diejenigen, die noch immer verzweifelt versuchen, an den vielleicht lebensrettenden Piks zu kommen.

Ihre Annette Binninger
Leiterin Politikredaktion Sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen

+++ Hier gilt die 15-Kilometer-Regel +++

Abweichen erwünscht: In seiner aktuellen Corona-Schutzverordnung überlässt der Freistaat die Entscheidung über Ausgangssperre und 15-Kilometer-Radius den Landkreisen. Bedingung ist: Das ganze Land und der Kreis selbst müssen sich länger als fünf Tage unter einer 7-Tage-Inzidenz von 100 (laut Robert Koch-Institut) bewegen. Das gilt in 10 von 13 Kreisen in Sachsen - derzeit. Um den Überblick zu behalten, hat Sächsische.de die Kreise mit und ohne Sperren auf einer interaktiven Karte gekennzeichnet.

Doch es gibt erste Verwirrungen. Nachdem der Landrat des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Michael Geisler (CDU) am Wochenende in einem Zeitungsinterview verkündete, die Sperrungen aufzuheben, musste er die Beschränkungen am Mittwoch wieder einführen. Aufheben kann er sie nun frühestens in vier Tagen, doch im Kreis gibt es eine kleine Änderung, die das erschweren könnte. Denn am Mittwoch verkündete Geisler, dass man sich bei der Inzidenz unter 100 nicht nach Zahlen des RKI, sondern nach eigenen Zahlen richten werde, weil man "auf diese Werte mehr vertrauen" könne.

+++ Bistum Dresden schaltet Staatsanwalt ein +++

Nach der Berichterstattung zu Missbrauchsvergehen des vor fünfzig Jahren verstorbenen Heidenauer Pfarrers Herbert Jungnitsch geht die Aufarbeitung weiter. Die Presseanfragen von Sächsische.de hätten aufgerüttelt, heißt es vom katholischen Bistum Dresden-Meißen. Es seien die Namen möglicher weiterer Täter und Komplizen bekannt geworden, die nun bei der Staatsanwalt zur Anzeige gebracht würden.

Dass der Pfarrer sich an Kindern und Jugendlichen vergangen hat, war dem Bistum seit 2010 bekannt. Die Aufarbeitung wurde jedoch erst durch Benno Kirtzel angestoßen, der 2020 die Pfarrerei St. Georg in Heidenau übernahm. Jungnitsch hatte diese mit aufgebaut und dort gewirkt. In Zusammenhang mit den Vorwürfen wird die Liegezeit seines Grabes nicht verlängert. Auch die bundesweite Betroffeneninitiative "Eckiger" Tisch hat sich zu Wort gemeldet, und die geplante Einebnung des Jungnitsch-Grabes begrüßt und bezeichnet die Auseinandersetzung als "vorbildhafte Nachricht". Laut Recherchen von Sächsische.de ist die Einebnung des Grabes ein Novum in der Katholischen Kirche Deutschlands.

+++ Katja Kipping will wieder in den Bundestag +++

Die Dresdnerin und Noch-Bundeschefin der Linken, Katja Kipping, will wieder in den Bundestag. Das teilte sie am Mittwochnachmittag dem Landesvorstand mit. Sie bewirbt sich demnach auf den ersten Platz der sächsischen Landesliste für die Bundestagswahl im Herbst. In ihrem Schreiben an die Partei warb Kipping um Unterstützung und Vertrauen. Die 43-Jährige ist nach acht Jahren als Bundes-Parteichefin eines der bekanntesten Gesichter bei den Linken. Ende Februar wird sie den Posten abgeben.

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