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Anreize fürs Leben auf dem Land

Die Landarztquote ist sinnvoll, trotz empfindlicher Sanktionen. Es braucht aber mehr Effekte, damit die Stadt-Land-Kluft nicht wächst. Ein Kommentar

© Rafael Sampedro, SZ-Archiv

Der im Wahlkampf oft betonte ländliche Raum ist kein pauschaler Problemfall. Das Leben dort ist so vielschichtig wie andernorts. Dennoch: Aus vielfältigen Gründen verlieren ländliche Gegenden in West wie Ost Einwohner. Es fehlen Auszubildende und Fachkräfte, nicht nur in technischen Berufen.

Sachsen steuert nun im medizinischen Bereich gegen. Wer einen begehrten Medizinstudienplatz will, hat gute Chancen, wenn er als Allgemeinarzt aufs Land geht. Im Gegenzug müssen sich die künftigen Ärzte, die diese Regelung in Anspruch nehmen, dazu verpflichten, mindestens zehn Jahre in einer ländlichen Region zu praktizieren.

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Das erscheint sinnvoll, um Unterversorgung etwas entgegenzusetzen. Krass klingt allerdings zunächst, was als Sanktion eingeführt wird. Wer die zehn Jahre nicht durchhält, muss bis zu 250.000 Euro bezahlen – Härtefallregelungen sind aber vorgesehen. Das zeigt, wie dringend Ärztinnen und Ärzte auf dem Land gebraucht werden. Angesichts der Altersstruktur bei den Medizinern dürfte sich die Situation weiter verschärfen.

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Probleme gibt es zudem in anderen Bereichen wie der Pflege. Aber auch der öffentliche Dienst sucht Mitarbeiter. Die Erkenntnis: Auch wenn wie in Sachsen die Einwohnerzahl sinkt, sinken die Aufgaben nicht im gleichen Maß. Das Land kann punkten, etwa mit günstigen Mieten und Kinderbetreuung. Doch das allein wird nicht reichen. Der Staat muss Anreize setzen und unterstützend wirken. Sonst wird die Stadt-Land-Kluft größer.

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