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Sachsen

"Da hätten wir schneller sein können"

Zu spät, zu weich, zu wenig teamorientiert – die Regierung hat bei Corona Fehler gemacht. Das sagt Ministerin Petra Köpping im Podcast "Politik in Sachsen".

Sachsens Gesundheitsministerin war zu Gast im Podcast "Politik in Sachsen".
Sachsens Gesundheitsministerin war zu Gast im Podcast "Politik in Sachsen". © kairospress

Dresden. Keine andere Ministerin steht so sehr im Fokus der Corona-Krise wie sie: Petra Köpping managt seit fast anderthalb Jahren hauptverantwortlich in der Landesregierung die Pandemie-Bekämpfung. Dabei wurden nicht nur inhaltliche Fehler gemacht, sondern Köpping kritisiert jetzt auch das Krisen-Management der Landesregierung. „In der ersten Phase habe ich es als sehr gut empfunden“, zieht Köpping Bilanz im neuen Podcast „Politik in Sachsen“ von Sächsische.de.

„Wir haben uns abgestimmt, wir haben auch mit einer einheitlichen Sprache gesprochen. Wir haben sehr viele Dinge gemeinsam vertreten“, lobt Köpping. Auch der Ministerpräsident habe anfangs noch öfters mit in der Pressekonferenz die Entscheidungen mitvertreten. Doch das habe sich leider geändert, als die Bund-Länder-Runden begonnen haben. „Da gab es plötzlich unterschiedliche Intentionen“, so Köpping. Manchmal habe sie sich auch alleingelassen gefühlt. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass ich die einzige bin, die noch Themen setzt“, so Köpping.

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"Ich möchte, dass wir das im Team machen"

Im Nachhinein hätten sich die Bürger „durchaus an der einen oder anderen Stelle mal eine Verschärfung gewünscht, damit wir schneller aus der Situation rauskommen“, schätzt Köpping. „Und das ist das, was aus meiner Sicht unglücklich war, dass es plötzlich neue Ebenen gab, die einbezogen waren, die Entscheidungen getroffen haben, die wir im Landtag und in der Öffentlichkeit vertreten“ mussten. „Das war eine Disharmonie, die fand ich nicht so sehr gut“, sagt Köpping. Ihr Wunsch, wenn die nächste Pandemie kommt: „Dann möchte ich, dass wir das im Team machen.“

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Das Kabinett hätte im vergangenen Winter „viel schneller mehr reagieren müssen“, so Köpping. Sie erinnere sich, wie sie Ministerpräsident Michael Kretschmer SMS geschickt habe. „Was wollen wir tun: wir haben in Görlitz und in Bautzen wahnsinnig hohe Infektionszahlen und damit auch hohe Todeszahlen. Wir müssen handeln, die müssen handeln“, habe sie dann die Landräte von Görlitz und Bautzen gedrängt, mehr zu tun. „Das ist dann nicht passiert in dem Maße. Das muss man ganz deutlich sagen“, bedauert Köpping. Zu spät habe der Freistaat dann „die härteste Verordnung in ganz Deutschland“ erlassen. „Da hätten wir vielleicht 14 Tage schneller sein können.“

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