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Morgenlage in Sachsen: Kretschmer-Gespräch; Kita-Zuschüsse; Facebook-Hetze

Michael Kretschmer fehlt ein Plan B + Kita-Zuschüsse in Sachsen drohen einzubrechen + Bautzener AfD-Politiker hetzt gegen Michel Friedman

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Auf Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kommen anstrengende Monate zu.
Auf Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kommen anstrengende Monate zu. © Veit Hengst

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Guten Morgen,

wenn man als Regierungschef eines Bundeslandes bei einer Europa- und Kommunalwahl solche Ergebnisse „wegstecken“ muss wie Michael Kretschmer am vergangenen Sonntag, dann würde sich manch anderer vielleicht erstmal für ein paar Tage etwas aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Nachdenken. Anderer Ansatz? Neuer Anlauf. Neues „Wording“, wie man so schön sagt. Doch dafür ist keine Zeit mehr. Mit der letzten Landtagssitzung ist die politische Sommerpause eingeläutet. Wer von den Wahlkämpfern es sich noch leisten kann, zieht sich zurück in ein paar Urlaubstage.

Doch für Kretschmer geht das hohe Tempo erstmal weiter. Nach dem Wahl-Schock in die Regierungserklärung – am Samstag muss er sich dann noch auf den CDU-Landesparteitag in Löbau den Parteifreunden stellen. Dann müssen sie sich hinter ihm versammeln – bei allem kritischen Grummeln im Hintergrund, das nicht weniger geworden ist. Dann zählt’s. Noch ein paar Wochen Sommerpause, dann wird am 1. September gewählt.

Und Kretschmer? Er setzt jetzt – ganz staatsmännisch – auf den alten „Sachsen-Stolz“, den einst Kurt Biedenkopf beschworen hatte und gibt sich zuversichtlich, dass sich die Wahl-Werte noch ändern bis Anfang September. „Weil die Sachsen stolz sind auf sich und auf ihr Land – sie lassen es sich nicht schlecht reden“, sagt Kretschmer im großen Exklusiv-Interview mit Sächsische.de. Mehr über Landespolitik will er jetzt sprechen, verspricht Kretschmer. Weniger über „Rechtspopulisten“ – am besten die Partei mit dem blauen Logo gar nicht mehr erwähnen. „Wir wissen, wo diese Leute stehen. Wir müssen auch aufhören, Bekenntnisse abzufordern, was und wie man sich verhalten sollte. Es gibt nur einen Weg und der gilt für alle Parteien, die demokratisch antreten, dass sie mit Kraft für ihre Themen eintreten.“

Was Kretschmer zu einem möglichen Bündnis mit der Wagenknecht-Partei sagt, ober er persönlich einen „Plan B“ hat - lesen Sie selbst.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger,
Chefredakteurin Sächsische.de

Das Wichtigste am Morgen:

Kita-Zuschüsse in Sachsen drohen einzubrechen

Wegen des Geburtenrückgangs müssen in Sachsen zukünftig weniger Kinder in Kitas betreut werden. Doch das sorgt auch dafür, dass die Zuschüsse durch den Freistaat für viele Kindertageseinrichtungen wegbrechen könnten. Deshalb fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissen (GEW), dass die Landesregierung sicherstellt, dass Kitas auch weiterhin ausreichend finanziert sind. "Die historische Chance für eine bessere Bildung und Betreuung an Kitas ist vertan, wenn Kommunen und freie Träger nun Personal abbauen müssen", sagte Sachsens GEW-Chef Burkhard Naumann. Um das Personal zu halten, das zukünftig für Qualitätsverbesserungen benötigt wird, soll es ein Kita-Moratorium geben.

Bautzener AfD-Politiker hetzt gegen Michel Friedman

Der Bautzener AfD-Politiker Oliver Helbing hat einen Facebook-Beitrag gegen den Publizisten und ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden sowie Talkshow-Moderator Michel Friedman verbreitet. Er teilte den Beitrag eines anderen Nutzers und setzte ein lächelndes Emoji mit Sonnenbrille darüber. Der geteilte Beitrag vom Abend des 9. Juni enthält ein Bild von Michel Friedman. Darunter steht: "Na fleißig am Packen", gefolgt von drei grinsenden Emojis und einem Bizeps-Emoji. Der Beitrag bezieht sich mutmaßlich auf ein Gespräch mit dem Spiegel. In dem Beitrag bestätigt Friedmann, dass er Deutschland verlassen würde, wenn die AfD Teil einer Bundesregierung werden sollte. Helbing änderte seinen Beitrag auf Facebook aufgrund kritischer Kommentare. Gegenüber Sächsische.de sagt er, dass es sich bei seinem Beitrag um "Satire" handele.

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