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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Sachsen bereitet sich auf Nachimpfungen vor +++ Weitere Schulen und Kitas dürfen wieder öffnen +++ Dresden verbietet Querdenken-Demo +++

Termine in den sächsischen Impfzentren sind derzeit sehr begehrt.
Termine in den sächsischen Impfzentren sind derzeit sehr begehrt. © Henry Berndt

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Guten Morgen,

diese Pandemie, da sind wir uns wohl alle einig, zerrt an unseren Nerven. So ist es wohl auch zu erklären, dass wir uns seit mittlerweile 14 Monaten in einem emotionalen Ausnahmezustand befinden, wo eigentlich Rationalität angebrachter wäre. Während zu Beginn der Pandemie im März 2020 die Furcht vor einer Ansteckung größer war als die reale Gefahr, haben sich die Vorzeichen nun umgedreht. Nach wie vor gibt es in Sachsen hohe Infektionszahlen. Viele von uns verhalten sich aber derzeit so, als wäre alles schon überstanden. Das jedenfalls ist mein Gefühl beim Blick auf Grill-Partys in Parks und maskenlose Gesichter in Fußgängerzonen.

Nur, wer will es ihnen verdenken? Bei vielen ist die Geduld mit dem Virus aufgebraucht. Hinzu kommt das sommerliche Wetter und die Botschaften aus der Politik, die eher in Richtung Lockerung und Öffnung deuten als zu Vorsicht anregen.

Jetzt, wo Impfstoff endlich in halbwegs ausreichender Menge verfügbar ist, konzentriert sich alles darauf, wie sich gestern wieder bei der Vergabe von rund 15.500 Terminen zeigte. Kann sich noch jemand daran erinnern, wie wir vor einem halben Jahr über Impfgegner und über Sonderrechte für Geimpfte diskutiert haben? Das spielt derzeit kaum eine Rolle mehr. Es geht nur noch darum, so viel Impfstoff wie möglich möglichst schnell an die Frau und den Mann zu bringen. Was wir alle dafür tun können, dazu empfehle ich Ihnen heute Morgen den Kommentar meines Kollegen Gunnar Saft und sein Plädoyer zum Unzufriedensein.

Ich wünsche Ihnen trotzdem einen optimistischen Start in den Tag,

Ihr Tobias Winzer, Politikredakteur sächsische.de

Die wichtigsten News am Morgen

+++ Sachsen bereitet sich auf Nachimpfungen vor +++

In Sachsen hat es am Montag erneut einen Ansturm auf Impftermine gegeben. Innerhalb von etwas mehr als zwei Stunden waren rund 15.500 vergeben, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf Twitter mitteilte. Allein für das Leipziger Impfzentrum wurden demnach rund 2.400 Termine für Erstimpfungen vergeben; in Dresden waren es rund 2.000, im Chemnitzer Impfzentrum knapp 2.400. Anders als bisher vergibt das Deutsche Rote Kreuz nun immer regelmäßig montags, mittwochs und freitags neue Impftermine für die Impfzentren im Land. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben in Sachsen mittlerweile knapp 29 Prozent der Menschen eine erste Impfung erhalten, knapp 13 Prozent gelten als vollständig geimpft. Hier gibt es gebündelt alle wichtigen Infos zum Impferminvergabe in Sachsen.

Nach der Freigabe des Impfstoffs Astrazeneca wurde nun auch für den Impfstoff von Johnson & Johnson die Priorisierung aufgehoben. Wie Astrazeneca wird allerdings auch er nur für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Damit die Impfterminvergabe bei Hausärzten noch reibungsloser funktioniert, werden nun entsprechende Portale entwickelt. In Sachsen kooperiert die Landärztekammer mit dem Impf-Finder. Ab nächster Woche sollen auch über das Portal sofort-impfen.de erste Termine vergeben werden. So funktioniert es. Für Probleme sorgen unterdessen Impfpass-Fälschungen. Wie ein Selbsttest zeigt, ist das tatsächlich kinderleicht.

Während die Impfkampagne auf Hochtouren läuft, arbeitet die Sächsische Impfkommission derweil bereits an Nachimpfungen. Sie könnten bei Virusmutationen nötig werden. Auch Menschen, die auf die ersten beiden Impfungen nicht angesprochen haben, sollen in den kommenden Monaten eine dritte Impfung erhalten.

+++ Weitere Schulen und Kitas öffnen am Mittwoch +++

Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen können Schulen und Kitas im Vogtland sowie in Nordsachsen morgen wieder öffnen. In beiden Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz seit fünf Werktagen unter der Grenze von 165, teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Damit ist eingeschränkter Regelbetrieb mit festen Gruppen in Kindertageseinrichtungen möglich, Schulen dürfen im Wechselmodell öffnen. Derzeit haben sachsenweit nur die Schulen und Kitas in Leipzig, Dresden sowie im Landkreis Leipzig im eingeschränkten Regelbetrieb und im Wechselmodell geöffnet. Der Fernunterricht wiederum scheitert in manchen Gegenden aber an schlechter Internetverbindung, wie ein Beispiel aus Wilsdruff zeigt. Der Druck für Öffnungen wächst, wie ein Brandbrief einer Löbauer Kita-Leiterin an den Kultusminister zeigt. Alle aktuellen Entwicklungen zur Pandemie in Sachsen, Deutschland und der Welt gibt es in unserem Newsblog.

Entgegen dem deutschlandweiten Trend zu fallenden Infektionszahlen ist die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen am Montag leicht angestiegen: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldete eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 176,4, tags zuvor waren es noch 172,8. Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat laut Übersicht des Gesundheitsministeriums mit 266,6 der Erzgebirgskreis. Ebenfalls über der 200er-Grenze liegen die Kreise Mittelsachsen (259,8), Zwickau (237,5), Bautzen (211,8) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (205,6). Die niedrigste Zahl der Verwaltungsgebiete im Freistaat weist Leipzig (91,5) aus. In Dresden stieg der Wert von 112,6 auf 122,3. Eine Untersuchung zeigt, dass die Dresdner fast so mobil sind wie vor der Corona-Krise.

Damit kann Leipzig weiterhin mit weitreichenden Lockerungen am Freitag planen. Nach der bis Ende Mai geltenden neuen Landesverordnung sind Lockerungen bei Außengastronomie, Kultur und Tourismus oder Kontaktbeschränkungen möglich, wenn die Marke in einer Region an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten wird. Der Montag war für Leipzig der dritte Werktag in Folge mit einer Inzidenz unter 100. Die Lockerungen können erst ab dem übernächsten Tag nach Erreichen der 5-Tage-Marke in Kraft treten. Unterdessen werden aber die Warnungen vor einem bundesweiten Flickenteppich an Lockerungen lauter.

+++ Dresden verbietet Querdenken-Demo +++

Für diesen Sonnabend hat der Dresdner Ableger "Querdenken 351" erneut Proteste gegen die Corona-Politik angekündigt. Doch wie bereits im Dezember, März und April dürfen diese erneut nicht in Dresden stattfinden. "Das Verbot ergeht zum Schutz vor Infektionsgefahren, da aufgrund früherer Erfahrungen davon auszugehen ist, dass die Teilnehmenden gegen die Maskenpflicht verstoßen und sich nicht an die Abstandsregelungen halten", begründete die Dresdner Stadtverwaltung das Verbot. "Die jüngsten Ereignisse in Zwickau, Freiberg, Görlitz und Meißen im Freistaat Sachsen im Zusammenhang mit coronakritischen Personenzusammenkünften bestätigen dies." Zudem hat die Stadt bereits Vorkehrungen gegen Spontan-Demos getroffen.

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