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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Priorisierung in Arztpraxen fällt weg +++ Leipzig darf heute lockern, Dresden hofft +++ Kurzausflug nach Tschechien wieder erlaubt +++

Hausärzte in Sachsen dürfen bald ohne Rücksicht auf Priorisierungsgruppen impfen.
Hausärzte in Sachsen dürfen bald ohne Rücksicht auf Priorisierungsgruppen impfen. © dpa

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Guten Morgen,

wem haben Sie gestern Abend die Daumen gedrückt? Den Roten Bullen aus Leipzig oder Borussia Dortmund? Geht es nach Ministerpräsident Michael Kretschmer stellt sich diese Frage gar nicht. In einem Tweet, inklusive dynamischer Ballfang-Szene und passendem Fanschal, verkündete er gleich mal vorab, dass "ganz Sachsen" den Roten Bullen die Daumen drücke. Nun ja, die Reaktionen darauf waren vorhersehbar. Denn wer lässt sich schon gern vorschreiben, auf welchen Fußballverein er oder sie zu halten hat? Da hat Kretschmer wohl einerseits den Patriotismus der Sachsen über- und andererseits die kritische Distanz vieler Fußballfans zum einzigen sächsischen Bundesligisten unterschätzt.

Falls Sie sich überhaupt nicht für Fußball interessieren, sei Ihnen an dieser Stelle mitgeteilt, dass es trotz aller Daumendrücken von höchster Stelle nicht für Leipzig gereicht hat. Das Spiel ging deutlich mit 1:4 verloren.

Man kann den Kretschmer'schen Exkurs in die sächsische Fankultur und die Gegenreaktionen aber mit etwas gutem Willen auch positiv deuten. Wir regen uns am Beispiel von RB Leipzig also wieder leidenschaftlich über die Kommerzialisierung des Fußballs auf und verteufeln diejenigen, die so etwas auch noch unterstützen. Vielleicht ist das ja ein Zeichen dafür, dass angesichts von immer mehr Corona-Lockerungen und guten Impf-Fortschritten langsam so etwas wie Normalität zurückkehrt.

Ich wünschen Ihnen einen guten Start ins Wochenende.

Ihr Tobias Winzer, Politikredakteur sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen

+++ Freies Impfen in Arztpraxen +++

Ab übernächstem Montag dürfen niedergelassene Ärzte im Freistaat ohne Rücksicht auf Priorisierungsvorgaben gegen Covid-19 impfen. Die Ärzte können dann selbst entscheiden, wen sie wann und mit welchem Impfstoff versorgen. Entsprechende Pläne will das Gesundheitsministerium nach Informationen von saechsische.de heute der Öffentlichkeit vorstellen. Sachsen ist damit nach Bayern, Baden-Württemberg und Berlin das vierte Bundesland, das die Priorisierung für alle zugelassenen Impfstoffe aufhebt. Ein Problem ist damit allerdings noch nicht gelöst: Nach wie vor gibt es zu wenig Impfstoff. Eine Ausnahme mache der Impfstoff von Astrazeneca, wie die Landesärztekammer mitteilt.

In den 13 sächsischen Impfzentren bleibt die Priorisierung hingegen bestehen. Auch dort gibt es Frust, weil die freigegebenen Impftermine nicht für alle Berechtigten reichen. Ist es ein Fehler, die Seite neu zu laden, wenn man in der Warteschlange des Online-Buchungsportals hängt? Kann ich einen Termin auch noch online buchen, wenn ich mich zuvor an der Hotline registriert habe? Diese und andere Fragen beantworten die Verantwortlichen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Podcast von sächsische.de. Der Riesaer DRK-Kreisverband warnt derweil vor falschen Impfversprechen. Entgegen von Gerüchten gebe es kurz vor Schließung der Impfzentren keine Corona-Schutz-Impfungen für Menschen, die sich auf Verdacht dorthin begeben.

+++ Leipzig lockert heute Corona-Regeln, Dresden hofft +++

Als erste Region in Sachsen kann Leipzig von heute an die Corona-Regeln deutlich lockern. So dürfen Biergärten unter Auflagen wieder öffnen, auch Ferienwohnungen und Campingplätze. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen fallen weg. Zudem gelten Erleichterungen beim Kinder- und Jugendsport sowie in der Kulturbranche. Von Montag an kehren außerdem die Leipziger Grundschulen zum Präsenzunterricht zurück - ohne Wechselmodell. Im so genannten eingeschränkten Regelbetrieb gilt das Prinzip der festen Gruppen und Klassen, teilte das Kultusministerium mit. Welche Regeln bei einer stabilen Inzidenz von unter 100 gelten, ist hier im Überblick von saechsische.de zu lesen. Und hier gibt es die entsprechende Verordnung im Original.

Möglich wird das, weil Leipzig seit Tagen unter der Inzidenz-Marke von 100 bleibt. Die Stadt Dresden, wo die Inzidenz am Donnerstag bei 92,5 lag, könnte ab kommenden Mittwoch lockern. Die Stadt hat jetzt erstmals Zahlen zu den Inzidenzen in den einzelnen Stadtteilen veröffentlicht. Der Erzgebirgskreis und der Landkreis Mittelsachsen liegen mit Werten von 241,8 beziehungsweise 235,8 weiter an der Spitze im Freistaat. Alle anderen Regionen in Sachsen liegen laut Übersicht des Gesundheitsministeriums bei der Inzidenz zwischen 100 und der für Schul- und Kitaöffnungen wichtigen Marke von 165. Darauf dürfen die Stadt Chemnitz sowie die Landkreise Zwickau, Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nächste Woche hoffen. Den stärksten Inzidenz-Rückgang gibt es derzeit im Vogtland. Woran das liegt, erklärt die Leipziger Volkszeitung.

Für Verunsicherung bei Händlern, Dienstleistern und Kunden sorgt aber die seit Dienstag verschärfte Testpflicht. Seitdem reicht die Selbstauskunft zu einem Coronatest nicht mehr aus, um zum Beispiel zum Friseur zu gehen. Der Test muss unter Aufsicht oder in einem Testzentrum absolviert werden. Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, bezeichnen dies einige Gastronomen als weltfremd. Viele Händler lassen die einfache Selbstauskunft noch gelten.

+++ Tschechien: Kleiner Grenzverkehr wieder erlaubt +++

Der sogenannte Kleine Grenzverkehr nach Tschechien ist wieder erlaubt. Mit der seit gestern geltenden geltenden Coronavirus-Einreiseverordnung des Bundes (hier im Original) sind für einen Aufenthalt bis zu 24 Stunden in einem Risikogebiet keine Nachweis-, Quarantäne- und Meldepflichten mehr nötig. Tschechien ist laut Robert-Koch-Institut Risikogebiet. Der Aufenthalt muss auch nicht wie bisher aus einem triftigen Grund erfolgen. Die Einreiseverordnung des Bundes gilt einheitlich für alle Bundesländer und ersetzt deren eigene Einreiseverordnungen. Allerdings schränkt Tschechien die Einreise ohne triftigen Grund auf lediglich 12 Stunden ein. Gaststätten und Hotels sind noch geschlossen. Zumindest für Biergärten ändert sich das aber am Montag.


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