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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Kretschmer: Corona-Impfung auch für Kinder freiwillig +++ Impfstoff-Nachlieferung für Sachsen +++ Landkreis mit nächstem Lockerungsschritt +++

Ab 7. Juni können auch Kinder ab 12 Jahren geimpft werden.
Ab 7. Juni können auch Kinder ab 12 Jahren geimpft werden. © dpa-Zentralbild

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Guten Morgen,

auch in Sachsen dürften sich viele Eltern spätestens seit gestern intensiv und quälend fragen, ob sie ihre über 12-jährigen Kinder nun impfen lassen oder nicht. Wie mehrfach von der Politik betont: Das ist keine Verpflichtung, nur eine Möglichkeit – allerdings ohne Empfehlung der zuständigen Impfkommission und bis in diese Morgenstunden hinein auch ohne amtliche Zulassung eines geeigneten Impfstoffes. Wie? Sie zweifeln noch? Schafft man so Vertrauen ins Impfen für Kinder, die sich nun in einer Woche in die Warteschlange von Millionen Wartender einreihen dürfen? Das könnte, muss man aber nicht. Schwierig, schwierig. Wieder so ein verkorkstes Kapitel in der deutschen Impf-Geschichte.

Da wirkt der sichere Warteplatz für alle Deutsche auf einen digitalen Impfpass fast schon wie ein unbeschwerter Platz an der Sonne. Ganz Deutschland? Nein, auch fast ganz Europa tut sich schwer mit dem, was in der Vor-Corona-Zeit stets so flott als scheinbares Modewort "Digitalisierung" über die Lippen ging. Fast so schnell wie das von der "Globalisierung" – ach, man muss sie einfach liebhaben, diese eingängigen Schlagworte, deren häufige Nutzung die eigene Modernität und Weltläufigkeit so leicht unter Beweis zu stellen scheinen.

Doch spätestens seit Corona-Beginn sind die wahren deutschen Qualitäten bei den mit vielen Milliarden geförderten Digitalisierungs-Offensiven schonungslos offengelegt. Dennoch: Es gibt Hoffnung, nicht in ganz Deutschland, aber zum Beispiel in den Landkreisen Altötting und im Vogtlandkreis. Dort laufen Modellversuche für einen digitalen Impf-Nachweis. Einfach mal machen. Manchmal klappt's sogar hierzulande.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,

herzlichst,

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen

+++ Kretschmer: Corona-Impfung für Kinder freiwillig +++

Das Impfen von Schulkindern kann laut Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach dem 7. Juni beginnen. An diesem Tag endet die Priorisierung beim Verteilen des Impfstoffs, sagte er am Donnerstag nach dem Gespräch der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel beim sogenannten "Impfgipfel". Die 12- bis 14-Jährigen sollen nach seinen Angaben in Sachsen von Kinderärzten versorgt werden, die über 14-Jährigen in den Impfzentren. Zusätzlichen Impfstoff neben den bislang vereinbarten Lieferungen gibt es aber nicht für die Kinder und Jugendlichen.

Kretschmer betonte, der Schulunterricht werde künftig auch denen offen stehe, die sich nicht impfen lassen wollen und schrieb dies auch auf Twitter. Auch Urlaubsreisen im Sommer würden Ungeimpften rechtlich ermöglicht. "Wir haben immer deutlich gemacht: Geimpft, genesen, getestet – das ist gleichgestellt." Merkel sagte, es gebe keine Impfpflicht. Es wird erwartet, dass die Europäische Arzneimittelagentur Ema heute den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Jugendliche zulässt - Studien belegen dessen Wirksamkeit in der Altersgruppe. Die Ständige Impfkommission will allerdings voraussichtlich nur eine Impfung von vulnerablen Jugendlichen, also chronisch Kranken, empfehlen. Der Dresdner Kinder- und Jugendmediziner Reinhard Berner hält eine Risikoabwägung im Einzelfall für sinnvoll, wie unter anderem die Leipziger Volkszeitung berichtet.

+++ Impfstoff-Nachlieferung für Sachsen +++

Der Bund hat eine Nachlieferung von rund 40.000 Dosen des Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Sachsen angekündigt, wie unter anderem der MDR berichtet. Damit erhält Sachsen einen Ausgleich, da die sächsischen Arztpraxen seit Beginn der Belieferung über den Großhandel insgesamt weniger Impfstoff erhalten haben als ihnen zusteht, insbesondere von Biontech. "Ich freue mich, dass die Bundesregierung so schnell auf meinen Brief an Bundesminister Spahn reagiert und sich des Problems angenommen hat", sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Eine gerechte Verteilung des Impfstoffes sei wichtig. "Ich hoffe, dass die Lieferungen künftig reibungslos ablaufen, damit wir das Tempo der Impfkampagne weiter steigern können", betonte die Ministerin.

Derweil berichten Hausärzte von massiven Problemen bei der Impfstoff-Bestellung. Immer am Dienstag müssen die Praxen die Impfdosen in der Apotheke für die nächste Woche bestellen. Das Kontingent ist gedeckelt auf 24 Dosen Biontec, 20 Dosen Astrazeneca und fünf Dosen Johnson und Johnson pro Woche. Doch häufig wird die Lieferung gänzlich abgesagt. Und die Apotheker verweisen auf den Großhandel, bei dem kein Impfstoff zu bekommen sei.

+++ Landkreis mit nächstem Lockerungsschritt +++

Die Corona-Lage in Sachsen entspannt sich weiter: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldete am Donnerstag eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 39,4, tags zuvor waren es noch 47,2. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 85,5, am 20. April - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 220,9. Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat nach wie vor der Erzgebirgskreis mit 74, wie die Übersicht des Gesundheitsministeriums zeigt. Ebenfalls über der 50er-Grenze liegt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 51,3. In Dresden sank der Wert unter die 40er-Marke. Die niedrigste Zahlen der Verwaltungsgebiete im Freistaat weist der einstige Corona-Hotspot Vogtland auf. Dort wird ein Wert von nur noch 8,8 ausgewiesen. Ein Dresdner Virologe sieht drei Gründe für den deutlichen Rückgang: den Impfeffekt, die erhebliche Zahl inzwischen Genesener und symptomfrei Infizierter und den jahreszeitlichen Effekt.

Das Vogtland erreichte damit am Donnerstag den fünften Werktag in Folge eine Inzidenz unter 50. Damit können ab Sonnabend in dem Landkreis weitere Lockerungen in Kraft treten: Hotels und Pensionen können wieder öffnen sowie Gaststätten auch innen Gäste empfangen. Der Landkreis Görlitz und die Stadt Leipzig erreichten gestern den dritten Werktag in Folge mit einer Inzidenz unter 50. Dort könnte der Lockerungsschritt also am Montag folgen. Dann treten außerdem die neuen sächsischen Corona-Regeln mit weiteren Lockerungen, unter anderem für Schulen und Einzelhandel, in Kraft. In Läden, die nicht der Grundversorgung dienen, fällt dann "Click & Meet" weg. Zum Shoppen ist aber weiterhin ein negativer Corona-Test nötig. In Dresden bereiten sich die Händler auf viele Kunden vor.

Einen großen Schritt in Sachen Lockerungen geht die Stadt Leipzig - dank diverser Modellprojekte. Bereits gestern fand dort ein Handball-Bundesligaspiel mit Zuschauern statt. Heute folgt das bundesweit erste Indoor-Konzert nach dem Lockdown.


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