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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Mehrheit rechnet mit weiterer Corona-Welle +++ Regierung legt Plan für Landarztquote vor +++ Nach Krawallen: Polizei kritisiert Dynamo-Chefs +++

Maskenpflicht im Freien gibt es ab 1. Juli in Sachsen nicht mehr. Eine Mehrheit findet diese Lockerung richtig, sorgt sich aber zugleich vor einer neuerlichen Corona-Welle.
Maskenpflicht im Freien gibt es ab 1. Juli in Sachsen nicht mehr. Eine Mehrheit findet diese Lockerung richtig, sorgt sich aber zugleich vor einer neuerlichen Corona-Welle. © dpa

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Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

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Guten Morgen,

es liegt Abschied in der Luft. Schon seit einigen Tagen. Und das liegt nicht nur darin, dass seit ein paar Tagen bei fast allem, was Angela Merkel sagt, macht oder tut, davon die Rede ist, dass sie es das letzte Mal als Kanzlerin sagt, macht oder tut. Auch Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat sich bereits mit einer letzten Rede vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Die Grünen-Abgeordnete Monika Lazar, seit 16 Jahren im Hohen Haus in Berlin, sagte jetzt auch Adieu. Und so allmählich wird auch dem Letzten klar: Da verabschiedet sich gerade eine ganze Generation aus der Politik – zumindest der aktiven in der ersten Reihe, denn es gibt ja auch da noch andere Möglichkeiten, weiter aktiv zu bleiben.

Verabschiedet haben sich auch die sächsischen Landtagsabgeordneten heute, der eine oder andere ganz sicher mit dem Gedanken: "Noch einmal müssen wir ran, heißa dann ist Ferienzeit." Ist ja auch in Ordnung. Das muss eben auch mal sein.

Zur Vorfreude auf die Sommerferien gehört für alle Sachsen auch, dass sich das Land bei der Pandemie-Bewältigung wohl erstmal von zweistelligen Inzidenz-Werten verabschiedet hat. Vier ist die neue Zahl des Tages. Vier? Ja, unfassbare vier.

Außerdem haben sich gestern 20 mutmaßliche Dynamo-Schläger, die für den Gewaltausbruch nach dem Aufstiegsspiel in Dresden verantwortlich sein sollen, von der schützenden Anonymität verabschiedet. Sie werden nach monatelanger, akribischer Polizei-Arbeit jetzt mit sehr persönlichen Fotos gesucht. Man nennt so etwas auch Fahndung. Und zum Glück hatten diese "Fans" zu dem Zeitpunkt keine schützende Corona-Maske auf. Manchmal hilft auch das – dann eben gegen den "Virus Gewalt".

An dieser Stelle sehen Sie es mir bitte nach, dass auch ich mich von Ihnen abschiede. Aber nur ins Wochenende. Keine Sorge.

Auch Ihnen wünsche ich ein ruhiges, schönes Wochenende!

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen

+++ Mehrheit rechnet mit weiterer Corona-Welle +++

Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist am Donnerstag erneut leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezifferte den Wert mit 4,0 - so niedrig war der Wert seit 10. September 2020 nicht mehr. Sachsenweit ist die Inzidenz mit 1,3 im Landkreis Bautzen am niedrigsten. Den höchsten Wert erreicht der Erzgebirgskreis mit 7,8. In Dresden liegt der Wert bei 6,1. Außerdem erfreulich: Seit einer Woche gibt es hier keinen neuen Corona-Todesfall. Die Grenze von 10 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in sieben Tagen wird in keinem der 13 Landkreise und kreisfreien Städte überschritten.

Allerdings zeigen sich Virologen besorgt wegen der Delta-Variante. Neueste Zahlen zeigen eine Verdoppelung des Delta-Anteils an den Corona-Infektionen im Wochentakt, auf bundesweit rund 15 Prozent. Vor allem dort, wo viele Ungeimpfte zusammenkommen, besteht Gefahr - die wichtigsten Fragen und Antworten. Das zeigt sich zum Beispiel an den Schulen in Dresden, wo in dieser Woche mehrere Delta-Fälle gemeldet wurden.

Der Pirnaer Landrat Michael Geisler (CDU) warnt unterdessen vor einer vierten Corona-Welle ab Oktober, sieht seine Behörde aber gut vorbereitet. Wie eine Umfrage von saechsische.de und den Meinungsforschern von Civey zeigt, rechnet auch eine Mehrheit der Sachsen mit einer weiteren Infektionswelle.

+++ Regierung legt Plan für Landarztquote vor +++

Stärkung der ärztlichen Versorgung im Freistaat vorgelegt. Kernpunkt ist die Einführung einer Landarztquote. So sollen pro Jahr bis zu 50 Bewerberinnen und Bewerber einen Medizin-Studienplatz erhalten und sich im Gegenzug zu zehn Jahren vertragsärztlicher Versorgung auf dem Land verpflichten. Wer sich nicht daran hält, muss bis zu 250.000 Euro Strafe zahlen, heißt es in der Begründung des Gesetzentwurfs, der dem Landtag zur Abstimmung vorliegt. Es gibt jedoch auch Kritik an dem Vorschlag. Die Medizinische Fakultät der TU Dresden befürchtet eine "stigmatisierende Wirkung" durch die Quote.

+++ Nach Krawallen: Polizei kritisiert Dynamo +++

Nach den Krawallen beim Aufstiegsspiel von Dynamo Dresden sucht die Polizei jetzt öffentlich per Fahndungsplakat nach 20 Rädelsführern. Den Ermittlungen zufolge warfen sie Steine und Flaschen auf Polizisten und bauten Barrikaden. In den vergangenen fünf Wochen hat die Polizei 82 Stunden Videomaterial aus eigenen Quellen sowie Datenmaterial aus Fremdquellen ausgewertet. Insgesamt sind 160 aktive Verfahren in Gang gebracht, 120 Täter davon sind ermittelt. Ein Polizeisprecher kritisierte am Donnerstag die Zusammenarbeit mit dem Club. Einen Schulterschluss habe es bislang bei der Aufarbeitung der Ereignisse nicht gegeben. Der Dynamo-Geschäftsführer wies die Kritik zurück.

Auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) erhöht den Druck auf den Verein. "Fakt ist aber auch, dass wir alle nach den Ereignissen rund um den Aufstieg in die 2. Liga nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können", sagte er am Donnerstag bei der Übergabe von zwei millionenschweren Förderbescheiden an Dynamo. "Die Szenen zum letzten Heimspiel müssen aufgearbeitet werden. Rassismus und Gewalt haben auch in Dresden im und um das Stadion herum nichts zu suchen!"


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