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Sachsen

Politik in Sachsen - die Morgenlage

Sächsischer Ärztepräsident für Impfpflicht +++ Freiberg klagt gegen Corona-Verordnung +++ Sachsen will Kohle-Geld auch für Chemnitz

Erik Bodendieck ist der Präsident der sächsischen Landesärztekammer. Angesichts stagnierender Impfzahlen plädiert er für eine Impfpflicht.
Erik Bodendieck ist der Präsident der sächsischen Landesärztekammer. Angesichts stagnierender Impfzahlen plädiert er für eine Impfpflicht. © Robert Michael

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Guten Morgen,

heute können Sie noch einmal - vielleicht und hoffentlich für längere Zeit - das letzte Mal geschützt und in erfreulicher Anonymität einkaufen gehen. Der (vorläufig) letzte Tag mit verpflichtendem „Munaschu“ beim Einkaufen ist in Sachsen angebrochen – und wir dürfen uns noch ein letztes Mal fragen: Wer, bitte, hat sich bloß diese Abkürzung einfallen lassen?

Morgen dürfen sich die Sachsen dann im Discounter, im kleinen Gemüse-Laden und sonstigen Geschäften im Gesicht „nackisch“ machen. Wie gesagt: Sie dürfen, müssen es aber nicht. Auch das gehört zur Freiheit des Sachsen-Menschen dazu.

Erst dann werden wir wissen, wie es ist, wenn uns plötzlich lauter Demaskierte gegenübertreten. Psychologisch geschulte Beobachter befürchten sogar, dass es zu erheblichen Irritationen im nah-gesellschaftlichen Umgang kommen könnte, da plötzlich ein Lächeln wieder mit einem Lächeln beantwortet werden könnte.

Kleine Ironie der Geschichte: Ausgerechnet in der attraktiven Einkaufsstadt Dresden, die aus Um- und Nachbarland an jedem Wochenende Tausende zum Shoppen lockt, könnte die Maskenpflicht schon bald ein Comeback erleben. Denn die landesweite Masken-Befreiung gilt nur bei einer Inzidenz unter 10. Doch Dresden ist eben mal wieder spitze. Schon heute könnte die Stadt bereits die Sechs erreichen. Aber: Wir bleiben jetzt mal trotzdem optimistisch.

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger
Leiterin Politikredaktion Sächsische.de

Die wichtigsten News des Tages

+++ Sächsischer Ärztepräsident für Impfpflicht +++

In die Diskussion um eine Impfpflicht gegen das Coronavirus hat sich jetzt auch der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, eingeschaltet. „Die Impfung ist die einzige Chance, die Infektionen in den Griff zu bekommen“, sagte er gegenüber Sächsische.de. „Die Menschen dürfen nicht nur an sich denken“, sagte der Mediziner, der im vergangenen Jahr selbst an Covid-19 erkrankt war. Wer erwarte, dass die Gesellschaft im Falle einer Corona-Erkrankung für ihn einsteht, müsse sich im Dienste der Gemeinschaft auch bestmöglich davor schützen. „Unser Gesundheitssystem hat personelle und finanzielle Grenzen.“

Eine generelle Impfpflicht sei der beste Weg, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Als Vorbild nannte Bodendieck die Pflicht zur Masernimpfung, die alle Kinder wirksam schützt. Solange die Impfung gegen das Coronavirus freiwillig bleibe, sollte für Verweigerer überall eine strikte Maskenpflicht gelten.

Seit Mittwoch sind mehr als die Hälfte aller Sachsen, genau 50,1 Prozent, erstgeimpft. Sachsen ist das letzte deutsche Bundesland, das diese Schwelle erreicht hat und ist weiterhin Schlusslicht in der Impfstatistik. 40,6 Prozent der Sachsen sind inzwischen vollständig geimpft. Alle Entwicklungen in der Corona-Pandemie lesen Sie in unserem kostenlosen Newsblog.

+++ Freiberg klagt gegen Corona-Verordnung +++

Die Stadt Freiberg wehrt sich gerichtlich gegen die Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen. Beim Oberverwaltungsgericht Bautzen ging ein entsprechender Eilantrag ein, wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch bestätigte. Zuvor hatte die "Leipziger Volkszeitung" berichtet. Der Kommune geht es um Auflagen für das Bergstadtfest, das vom 22. bis 25. Juli geplant ist. Nach der aktuell geltenden Schutzverordnung dürfte dieses nur mit Terminbuchung und Kontakterfassung sowie tagesaktuellem Test der Besucherinnen und Besucher stattfinden. Im Innenraum gilt zudem eine Maskenpflicht. Das Gericht hat dem Gesundheitsministerium bis Freitag Zeit eingeräumt, eine Stellungnahme abzugeben. Wann das Gericht eine Entscheidung treffen wird, ist noch unklar.

+++ Sachse nach Sturzflut vermisst +++

Nach einer Sturzflut im sächsischen Jöhstadt im Erzgebirgskreis wird ein 53-Jähriger weiterhin vermisst. Die Suche gestalte sich wegen des hohen Wasserstandes des Steinbaches und der topographischen Gegebenheiten als schwierig, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Für die Suche kamen neben Polizeihubschraubern auch mehrere Suchhunde sowie viele Einsatzkräfte zum Einsatz - bisher ohne Erfolg.

Der Mann hatte am Dienstagabend wegen des stark gestiegenen Pegels des Dorfbaches versucht, sein Grundstück vor den Wassermassen zu schützen. Augenzeugen hatten berichtet, dass der Mann dabei von einer Sturzflut mitgerissen worden sei. Rettungsversuche der Nachbarn schlugen fehl. Bereits am Abend begannen Rettungskräfte, den Mann zu suchen, sie mussten dies aber in der Nacht unterbrechen.

Alles zu den Nachwirkungen der schweren Gewitterfront lesen Sie im Wetterblog von Sächsische.de.

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