merken
Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Umfrage: Sachsen wünschen sich politischen Neustart +++ Landesregierung entscheidet über neue Corona-Regeln +++ Wenige Infektionen an Schulen +++

Zwei Umfragen zeigen: Die deutliche Mehrheit der Sachsen wünscht sich nach der Wahl einen politischen Neuanfang. Nur den passenden Kanzlerkandidaten dafür scheint es für viele Sachsen nicht zu geben.
Zwei Umfragen zeigen: Die deutliche Mehrheit der Sachsen wünscht sich nach der Wahl einen politischen Neuanfang. Nur den passenden Kanzlerkandidaten dafür scheint es für viele Sachsen nicht zu geben. © WDR

"Politik in Sachsen - Die Morgenlage" als E-Mail-Newsletter - hier kostenlos anmelden

Newsletter "Wirtschaft in Sachsen - News für Entscheider" - hier kostenlos anmelden

Anzeige
Handwerk, das unbezahlbar ist!
Handwerk, das unbezahlbar ist!

Mit "Herz und Hand" heißt eine neue Kampagne im UnbezahlbarLand. Sie erklärt genau, warum Handwerker Motor und Rückgrat einer ganzen Region sind.

Guten Morgen,

wir haben ja gestern an dieser Stelle bereits darüber philosophiert, wie das so ist mit dem Wahlkämpfen, wenn viele Wähler bereits per Briefwahl ihre Stimme abgegeben haben. Falls sie den Text verpasst haben, hier noch einmal das Fazit: Es ist kein neues Phänomen, dass viele Wähler bereits Wochen vor der Wahl entschieden haben. Der Unterschied ist nur, dass sie das früher gedanklich gemacht haben und heute eben vermehrt tatsächlich per Briefwahl.

Falls Sie selbst als Wahlkämpfer in Sachsen unterwegs sind, wird sie nicht einmal zwei Wochen vor der Bundestagswahl vermutlich folgende Prozentzahl interessieren: 14,6. Genau so groß ist der Anteil der noch Unentschiedenen im Freistaat. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer von mehreren Umfragen, die saechsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey gestartet und nun ausgewertet hat.

Ich verrate Ihnen an dieser Stelle auch noch zwei weitere wichtige Erkenntnisse der Umfragen: Der Anteil der Briefwähler könnte letztlich bei rund 40 Prozent liegen und damit doppelt so hoch wie bei der Bundestagswahl vor vier Jahren. Und: Die deutliche Mehrheit der Sachsen wünscht sich nach der Wahl einen politischen Neuanfang. Nur den passenden Kanzlerkandidaten dafür scheint es für viele Sachsen nicht zu geben. Aber lesen Sie selbst.

Ihr Tobias Winzer, Politikredakteur sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen

+++ Freistaat plant 2G-Regel als Option +++

Die sächsische Landesregierung will mit der ab 23. September gültigen neuen Corona-Schutzverordnung offenbar ein Optionsmodell für eine 2G-Regelung einführen. Demnach könnten Veranstalter und Gastronomen selbst entscheiden, ob sie lediglich Geimpfte und Genesene als Gäste akzeptieren. Für die Gäste entfielen dann das Abstandsgebot und die Maskenpflicht. Das Regierungskabinett berät heute über die Eckpunkte der neuen Schutzverordnung. Darin enthalten sein sollen auch Corona-Sonderregelungen für die Bundestagswahl und die "Hospitalisierungsquote" als neuer Schwellenwert.

+++ Schärfere Corona-Regeln in drei Landkreisen +++

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen müssen ab Mittwoch drei weitere sächsische Landkreis die 3G-Regel in vielen Bereichen einführen. Betroffen sind der Landkreis Meißen, der Landkreis Mittelsachsen und der Erzgebirgskreis, wie unsere Karte zeigt. Dort wurde am Montag am fünften Tag in Folge der 35er-Inzidenzwert überschritten, was die Regelverschärfung zur Folge hat. Der Vogtlandkreis und der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge müssen voraussichtlich am Donnerstag die 3G-Regel einführen. Dort wurde der 35er-Inzidenzwert am Montag am vierten Tag in Folge überschritten. Was die 3G-Regel genau besagt, listet der Freistaat hier auf.

Unterdessen nehmen die Corona-Infektionen in ganz Sachsen weiter zu. Das Robert-Koch-Institut (RKI) bezifferte die Sieben-Tages-Inzidenz am Montag auf 43,6. Am Sonntag hatte der Wert noch bei 41,2 gelegen. Bundesweit lag die Inzidenz bei 81,9. Die höchsten Ansteckungsraten haben derzeit der Landkreis Zwickau mit 64,1, die Landeshauptstadt Dresden mit 59,0 und das Erzgebirge mit 50,3. Alle aktuellen Entwicklungen zur Pandemie in Sachsen, Deutschland und der Welt gibt es in unserem Newsblog.

Der Dresdner Virologe Alexander Dalpke bewertet die jetzige Corona-Lage eher optimistisch. Eine bestimmte Gruppe bereitet ihm allerdings Sorgen. "Was wir jetzt kommen sehen, ist eine Welle bei den Ungeimpften", sagt Dalpke im Podcast bei sächsische.de.

+++ Nur wenige Corona-Infektionen an Schulen +++

Insgesamt 14.000 Personen haben Interesse an den gestern begonnenen Impfaktionen an sächsischen Schulen angemeldet. Das teilte das Kultusministerium am Montag mit. In acht von zehn Landkreisen wurde bereits geimpft, wie ein Sprecher sagte. An vielen Orten machten sich junge Freiwillige in ihrer Schulzeit auf den Weg zu den Impfzentren, die derzeit noch geöffnet sind. In drei Landkreisen waren auch mobile Teams des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) unterwegs, um den Freiwilligen vor Ort den Impfstoff zu verabreichen. "Die drei kreisfreien Städte waren heute bei der Aktion noch nicht dabei, werden aber folgen", sagte der Sprecher. Gerade ländlich gelegene Schulen, in denen sich mehr als 80 Menschen gemeldet haben, kommen für einen Besuch des mobilen Impfteams in Frage. Gibt es weniger Interessenten, sollen sogenannte Schwerpunktschulen gebildet werden - dorthin können dann Jugendliche der Nachbarschulen fahren, um sich impfen zu lassen.

Derweil gibt es auch erste Daten zu den Infektionszahlen an Schulen, nachdem in der vergangenen Woche der Unterricht wieder begonnen hat. Demnach wurden dem Landesamt für Schule und Bildung die Ergebnisse von insgesamt gut eine Million Test gemeldet. Davon waren 219 positiv, allein in Dresden sind 27 Fälle gemeldet worden. Allerdings scheint es keine schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei den Kindern und Jugendlichen zu geben, die sich angesteckt haben.

Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, ist aber generell ein erhöhtes Infektionsgeschehen unter Kindern bemerkbar. So wurden nach Daten des Robert-Koch-Instituts in der vergangenen Woche in der Altersgruppe bis 19 Jahren insgesamt 516 positive Testergebnisse registriert. Das ist ein Anstieg um etwa 40 Prozent gegenüber der letzten Ferienwoche.


Der Newsletter "Politik in Sachsen"

© Screenshot

>> Noch mehr News, die Titelseiten-Übersicht aller sächsischen Zeitungen und die Terminvorschau gibt es in der Komplettversion der "Morgenlage" jeden Morgen 5 Uhr bequem als E-Mail-Newsletter. Interesse? Dann hier kostenlos den Newsletter bestellen. <<

Mehr zum Thema Sachsen