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Sachsen

Politik in Sachsen - die Morgenlage

Kretschmer: "2G ist ein Muss" +++ Sachsens Kliniken schlagen Alarm +++ Bundestags-Vize Magwas im Exklusiv-Interview

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer spricht sich deutlich für die 2G-Regeln aus.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer spricht sich deutlich für die 2G-Regeln aus. © dpa-Zentralbild

Guten Morgen,

die Frau in der hellblauen Seidenbluse ist über Nacht in Deutschland bekannt geworden. Mit dem strahlenden Lächeln einer Siegerin steht Yvonne Magwas am Dienstag in der ersten CDU-Fraktionsreihe im Bundestag auf, nimmt die gerade erfolgte Wahl ins Amt der Bundestagsvizepräsidentin an und bedankt sich bei den Abgeordneten für das Vertrauen. So kennt man das. Nur, dass dieses Amt bisher überhaupt nicht so bekannt oder gar interessant war. Die Überraschung ist geglückt: eine junge Frau, aus dem Osten, Mutter eines zweijährigen Kindes, tritt ein Amt an, das bisher eher älteren, jahrzehntelang-vertrauten „Politik-Gesichtern“ vorbehalten war. Und das ausgerechnet bei der CDU.

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Neue Besuchsregeln in Oberlausitz-Kliniken
Neue Besuchsregeln in Oberlausitz-Kliniken

Ab dem 1. Dezember 2021 werden die Besuchsregelungen in den Krankenhäusern Bautzen und Bischofswerda nochmals verschärft.

Darum lohnt es sich, mal genauer hinzuschauen, mal genauer hinzuhören, wer diese junge Frau aus Sachsen ist, die der Union ein seit Jahren fehlendes jüngeres, weiblicheres Gesicht verleiht, ein moderneres.

In einem ihrer ersten Interviews im neuen Amt habe ich Yvonne Magwas gestern nach Ihren Grundpositionen gefragt. Beispielsweise zur AfD. „Ich bin für eine klare Kante“, sagt die Diplom-Soziologin, die bei der Bundestagswahl mit dem besten Ergebnis ein CDU-Direktmandat im Vogtland gewonnen hat. Die AfD sei eine rechtsextreme Partei, das steht für Magwas außer Frage. „Da muss es eine klare Abgrenzung geben. Wer sie für bürgerlich-konservativ hält, der weiß selbst nicht, was das ist.“

Ein ungewöhnlich anderes Gesicht der sächsischen CDU zeigt sich in diesem Interview. Aber lesen Sie selbst.

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger
Leiterin Politikredaktion Sächsische.de

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Die wichtigsten News am Morgen:

+++ Kretschmer: "2G ist jetzt ein zwingendes Muss" +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht die pandemische Lage noch nicht am Ende - und widerspricht damit seinem Parteifreund und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Der hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, dass es nach dem 25. November nicht zur erneuten Verlängerung der bundesweiten Corona-Notlage kommt. "Schon im Frühjahr ist ein großer Fehler passiert. Die Politik hatte gegen den Rat der Wissenschaft die Aufhebung von Schutzmaßnahmen bei steigenden Infektionen entschieden. Die Folge war die Bundesnotbremse und der Lockdown im Frühjahr. Wer Normalität erzwingen will, verhindert sie möglicherweise", argumentierte Kretschmer. Außerdem sprach sich der Regierungschef entschieden für Freiheiten für Geimpfte und Genesene aus: "2G ist jetzt ein zwingendes Muss."

Auch Sachsens Kliniken schlagen Alarm. "Wir sind nicht mehr weit von dem Punkt entfernt, wo bei 180 belegten Intensivbetten die Vorwarnstufe greift", sagt der stellvertretende Geschäftsführer der sächsischen Krankenhausgesellschaft, Friedrich München. Derzeit sind 159 Intensivbetten belegt. Auf Normalstation sind 532 Betten belegt, ab 650 wird die Vorwarnstufe erreicht. Ein Problem: Man wisse nicht, wie viele Menschen tatsächlich infiziert sind. Geimpfte ließen sich nicht mehr testen. "Es gibt eine Infektiosität in der Gesellschaft, über die wir nur wenig Erkenntnisse haben. Wir gehen deshalb in eine ungewisse Entwicklung", so München.

Beim Erreichen der Kapazitätsgrenzen würden die beiden Universitätskliniken in Dresden und Leipzig genau wie das Städtische Klinikum in Chemnitz reaktiviert und die Koordination übernehmen. "Wenn das so weitergeht, müsste man planbare Operationen wieder aufschieben und Leistungen in bestimmten Bereichen herunterfahren, um Kapazitäten freizumachen." Der neuralgische Punkt seien aber weniger die Betten als vielmehr das Personal. Welche Regeln beim Erreichen der Vorwarnstufe in Kraft treten, lesen Sie hier.

+++ Vierte Corona-Welle: "Wir sind alle niedergeschmettert" +++

Die Dresdner Krankenhäuser müssen immer mehr Corona-Patienten versorgen. Alles deutet auf die heftigste Welle hin, die es bisher gab. Was das für Ärzte, Pfleger, aber auch Nicht-Corona-Patienten bedeutet, darüber hat Sächsische.de mit Tobias Lohmann gesprochen. Er ist Medizinischer Direktor des Städtischen Klinikums und Leiter der Corona-Taskforce für die Krankenhäuser Friedrichstadt und Neustadt. Das ganze Interview lesen Sie auf Sächsische.de. Einen Überblick über die aktuelle Lage in Sachsens Krankenhäusern finden Sie hier.

+++ Mehr als 3.000 Neuinfektionen in Sachsen - Inzidenz über 200 +++

Sachsen Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch 3.029 Neuinfektionen in 24 Stunden. Mehr Fälle wurden zuletzt am 7. Januar 2021 Januar registriert - 3.054 positive Corona-Test waren es damals. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte Sachsen noch 1.631 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf 321.405. Insgesamt 10.296 sind an oder mit dem Virus gestorben, das sind zwölf mehr als am Vortag. Auch die Inzidenz steigt in ganz Sachsen - und überschreitet die 200er-Marke. Die Stadt Leipzig ist nun der einzige Landkreis, der noch unter 100 liegt.

Alles zur Corona-Pandemie lesen Sie in unserem kostenlosen Newsblog.

+++ Wird die CDU jetzt weiblicher, Frau Magwas? +++

Die Vogtländer CDU-Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas ist am Dienstag mit dem stärksten Ergebnis in einen der begehrten Posten als Bundestagsvizepräsidentin gewählt worden. Gegenüber Sächsische.de spricht Magwas in einem ihrer ersten Interviews nach der Wahl über die Rolle der Frauen in der CDU. Sie sieht sich selbst als Bestätigung dafür, dass die CDU mehr Frauen in Führungspositionen bringen muss und will. Außerdem spricht sie über ihr politisches Verständnis als Ostdeutsche und das Verhältnis zur AfD. Das ganze Interview lesen Sie hier.

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