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Politik in Sachsen – Die Morgenlage

Grünes Gewölbe: Suche nach Einbruchswerkzeug in Berlin + Sachsen muss kein Gas rationieren + Arnold Vaatz zahlt keinen Rundfunkbeitrag

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Ex-Bundestagsabgeordneter Arnold Vaatz zahlt aktuell keinen Rundfunkbeitrag.
Ex-Bundestagsabgeordneter Arnold Vaatz zahlt aktuell keinen Rundfunkbeitrag. © Andreas Weihs

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Guten Morgen,

sag' mir, wie alt Du bist – und ich sage Dir, wann Deine gesundheitlichen Probleme größer werden. Nun, das mag im ersten Moment vielleicht noch begrenzt heiter klingen, ist aber durchaus ernst gemeint, wenn man auf die ärztliche Versorgung in Sachsen jenseits der Großstädte schaut.

Man hat es kommen sehen. Die Diagnose steht seit mehr als zwanzig Jahren, aber die Therapie scheint noch immer falsch – oder sie greift zu kurz. In Sachsen ballt sich die Problematik schon aufgrund der demografischen Entwicklung zusammen: Nirgends ist der Anteil der älteren Bevölkerung so groß und die Zahl der Jüngeren so gering wie hier. Viele von ihnen zieht es zudem beruflich in die Großstadt oder gleich weiter Richtung Westen.

So ist mein Kollege Henry Berndt bei seiner Recherche in Weißwasser zwar auf Ärzte gestoßen, die sich genau erinnern, wie sie bereits vor 20 Jahren vor dieser Entwicklung gewarnt haben, aber dennoch jetzt mitten drinstecken in der Misere. Aber ohne den Kopf in den Sand zu stecken oder zu klagen. Die, die geblieben sind, schauen trotz allem mit Zuversicht nach vorn.

Dabei gibt es auch in dieser Region junge Leute, die dort aufgewachsen sind und auch dortbleiben wollen. Doch sie scheitern am Nadelöhr Numerus Clausus. Als ob jeder Arzt ein Abitur mit 1,0 bräuchte.

Wie krank ist ein Gesundheitssystem, dass es nicht einmal nach langjähriger chronischer Infektion erkennt, dass es etwas grundlegend ändern muss? Dass es doch nicht ernsthaft sein kann, dass junge Sachsen nach Ungarn, Skandinavien oder ins Baltikum ausweichen müssen, um das werden zu können, was sie in ihrer Heimat sein wollen: einfach nur Arzt.

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de

Die wichtigsten News am Morgen

Grünes Gewölbe: Einbruchswerkzeug in der Spree gefunden

Im Zuge der Ermittlungen zum Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe haben Polizeitaucher einen Teil der Spree in Berlin abgesucht und sind fündig geworden. Im Bereich des Müllheizkraftwerks Ruhleben tauchten einige Werkzeuge auf, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden auf Anfrage mitteilte. Ob diese im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl stehen, müsse noch geprüft werden. Anlass des Einsatzes von insgesamt 25 Beamten waren Angaben im Geständnis von Wissam Remmo im Prozess zu dem Fall am Landgericht Dresden vom Vortag.

Sachsen muss kein Gas rationieren

Sachsens Energieminister Wolfram Günther (Grüne) rechnet in diesem Winter nicht mehr mit Engpässen bei der Gasversorgung. Bei "extremen Minusgraden" könne die Versorgung aber immer "heikel" werden, schränkte er ein. Ohnehin rief der sächsische Minister dazu auf, weiter Energie zu sparen.

Denn er könne "keine absolute Entwarnung" geben und müsse schon an den nächsten Winter denken. Erst ab dem Winter 2023/24 hätten sich viele Dinge eingespielt", etwa die Versorgung mit Flüssiggas aus Übersee. Das Ziel, Anfang April 40 Prozent Füllstand in den Gasspeichern zu erreichen, sei kaum zu verfehlen, so Günther.

Ex-Bundestagsabgeordneter Vaatz zahlt keinen Rundfunkbeitrag

Der ehemalige Dresdner Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz zahlt keinen Rundfunkbeitrag mehr. Das erklärte er in einem Interview mit Ex-Bild-Chef Julian Reichelt auf dessen YouTube-Kanal "Achtung Reichelt". Das Online-Portal Tag24 hatte zuerst darüber berichtet. Anlass seiner Entscheidung sei der Auftritt der Satirikerin Sarah Bosetti im ZDF vor gut einem Jahr gewesen. Diese habe Impfverweigerer pauschal als „Blinddarm“ bezeichnet und sich „der Sprache des Dritten Reichs“ bedient. Vaatz wertete das in einer Programmbeschwerde als "konkrete Vernichtungsfantasie gegen Menschen aufgrund ihrer politischen Einstellung". Er forderte den Rücktritt der gesamten ZDF-Führung.

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