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Sachsen

Politik in Sachsen - die Morgenlage

Besonders viele Corona-Kritiker in Sachsen +++ Dulig erklärt seinen Rückzug aus Parteispitze +++ Hitzewelle rollt auf Sachsen zu

Sachsens SPD_Chef Martin Dulig zieht sich als Parteichef zurück - im Podcast von Sächsische.de erklärt der 47-Jährige, warum.
Sachsens SPD_Chef Martin Dulig zieht sich als Parteichef zurück - im Podcast von Sächsische.de erklärt der 47-Jährige, warum. © Peter Endig/dpa

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Guten Morgen,

ich bin Martin Dulig in den vergangenen Jahren oft begegnet, meistens in seiner Rolle als sächsischer Wirtschaftsminister. Immer war er so ein bisschen jugendlich-frischer Wirbelwind. Einer, der es anders, der etwas neu machen wollte. Offen, kommunikativ und humorvoll. Dass er dynamisch und kraftvoll wirkt, war ihm dabei – so hatte ich oft den Eindruck – immer wichtig. Und dass er ganz bei sich bleibt – authentisch, anders. Aber eben auch anders, als sich viele SPD-Mitglieder ihren Partei-Vorsitzenden gewünscht hätten.

So ist das eben: Die einen wollen einen parteipolitischen „Wadenbeißer“, die anderen einen „Haudrauf“, andere wiederum am liebsten einen distanziert-distinguierten Intellektuellen, der vom Spielfeld-Rand aus sanft dirigiert. Martin Dulig blieb trotzdem Martin Dulig. „Man ist, wie man ist“, sagt er ruhig, als er mir gefasst, aber doch leicht angespannt am Dienstagabend in seinem Büro gegenüber sitzt. Er will Macht abgeben, begründet er seine für fast alle überraschende Ankündigung, sich im Herbst als Parteichef zurückzuziehen. „Die Tür muss aufgehen, damit Menschen sehen: Es geht anders. Da ist nicht einer, der ewig da vorne steht und entscheidet“, sagt Dulig zu mir, als wir das Gespräch aufnehmen für den neuen Podcast „Politik in Sachsen“. Er hat sofort zugesagt, als wir ihn angefragt haben.

Am Ende wird es ein sehr persönliches Gespräch. Ein Gespräch, bei dem der 47-jährige Langzeitpolitiker keiner Frage ausweicht – auch nicht der, ob er sich zu oft als Buhmann gefühlt hat für alles, was schieflief in der sächsischen SPD. „Man braucht manchmal schon ein dickes Fell, weil man für Dinge verantwortlich gemacht wird, für die man nicht die Verantwortung trägt“, sagt Dulig. „Viele haben sich auch hinter mir versteckt.“ Es sei eben ja auch „einfach, auf den da oben, da vorne, zu zeigen.“ Bitter sei er trotzdem nicht, aber ein wenig traurig, gesteht Dulig ein. „ Ich habe mich so lange für diese SPD aufgeopfert und gerackert, dann schüttelt man das nicht einfach ab.“

Mehr will ich nicht verraten. Vielleicht hören Sie einfach mal selbst hinein in meine neue Podcast-Folge „Politik in Sachsen“. Ich würde mich freuen.

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger
Leiterin Politikredaktion Sächsische.de

Die wichtigsten News am Morgen

+++ Besonders viele Corona-Kritiker in Sachsen +++

Eine erste repräsentative, regionalisierte Studie hat die Einstellung der Bevölkerung gegenüber den Corona-Maßnahmen in Sachsen untersucht. Für sie wurden in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut dimap Mitte Mai insgesamt 1.008 über 18-Jährige per Telefon und online befragt. „Das Bild, dass Sachsen ein Kernland der Querdenker sei und eine in Teilen renitente Bevölkerung habe, die einzelne Maßnahmen strikt ablehnt, ist so gezeichnet zurückzuweisen“, sagte Hans Vorländer, der Direktor des Mercator Forums Migration und Demokratie (MIDEM) der TU Dresden, bei der Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch in Dresden. Es gebe vor allem regionale Unterschiede und Männer seien kritischer als Frauen, aber auch das Bildungsniveau und die politische Orientierung spielen eine große Rolle.

Die Befunde unterschieden sich nicht grundlegend von denen für Deutschland insgesamt. Allerdings bestätigt die Studie die starke Verbreitung von Impf-Skepsis, Verschwörungsdenken und Regierungskritik. "Ich freue mich, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Sachsens die Corona-Maßnahmen versteht und mitträgt", kommentiert Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) die Studie. Die Ergebnisse im Detail lesen Sie auf Sächsische.de.

+++ Dulig: "Viele haben sich auch hinter mir versteckt" +++

Ende letzter Woche hat SPD-Landeschef Martin Dulig seinen Rücktritt aus der sächsischen Parteispitze angekündigt - er wolle den Weg frei machen für "neue Impulse." Im Sächsische.de-Podcast "Politik in Sachsen" begründet Dulig nun offen seine für viele überraschende Entscheidung, die ihm alles andere als leicht fällt: "Ich habe mich so lange für diese SPD aufgeopfert und gerackert. Dann schüttelt man das nicht einfach ab", sagt er. Und er hat auch Kritik für einige seiner Parteifreunde: Viele hätten sich hinter ihm versteckt, weil es leicht sei, "einfach auf den da oben, da vorne, zu zeigen." Was Dulig zu möglichen Nachfolgern an der SPD-Spitze sagt und wie der 47-Jährige seine eigene Zukunft sieht, hören Sie ausführlich im Podcast.

Die Leipziger Volkszeitung spekuliert derweil über die Nachfolge Duligs, von einer Doppelspitze ausgehend. Für den weiblichen Part komme die ehemalige Juso-Vorsitzende Sophie Koch in Frage. Sie hatte ihre Kandidatur als Partei-Vize öffentlich gemacht, da waren Duligs Rückzugsabsichten noch nicht bekannt. Die Jusos machen in Sachsen rund ein Drittel der SPD-Mitglieder aus, Kochs Chancen stehen also nicht schlecht. Ihr Partner könnte Leipzigs SPD-Chef Holger Mann werden, ebenfalls Ex-Juso-Chef und sächsischer Spitzenkandidat für die Bundestagswahl.

+++ Hitzewelle kommt auf Sachsen zu +++

Die erste große Hitzewelle dieses Jahres erreicht Sachsen jetzt mit voller Wucht. Sie wird hier heftiger sein als in den meisten Regionen Deutschlands, und sie bleibt auch länger. Das zeigen die Rechenmodelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in ihren Prognosen. Vor allem Ostsachsen und die Lausitz sind besonders betroffen, bis zu 35 Grad sind möglich. Trotz des nassen Frühjahrs haben viele Flüsse schon wieder Niedrigwasser. 15 Prozent der sächsischen Flusspegel zeigen dies an. Weitere 24 Prozent gehen straff auf Niedrigwasser zu.

In Sachsen kommt, anders als im Rest Deutschlands, heiße trockene Luft aus der Sahara an. Ab Sonntag drohen richtig starke Gewitter, die Hitzewelle endet voraussichtlich am Montag oder Dienstag, dann werden nur noch 20 bis 25 Grad erreicht.

Die Hitzewelle ist eine schlechte Nachricht für Sachsens Wald. Bereits am Donnerstag könnte im Norden Sachsens extreme Waldbrandgefahr herrschen. Im restlichen Land wird weitgehend die Stufe 4 erwartet. Die Wärme und die Trockenheit lassen derzeit die Borkenkäfer ausschwärmen. Sie sind so aktiv wie noch nie in diesem Jahr. An 75 Prozent der sächsischen Fallenstandorte wurden in einer Woche die bislang höchsten Fangzahlen dieses Jahres registriert, teilte Sachsenforst mit.

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