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Sachsen-SPD soll Doppelspitze bekommen

Martin Dulig will die sächsische SPD nicht länger führen. Nun bewerben sich zwei Politiker als gemeinsame Nachfolger.

Sachsens SPD soll eine Doppelspitze bekommen. Antreten werden Kathrin Michel und Henning Homann.
Sachsens SPD soll eine Doppelspitze bekommen. Antreten werden Kathrin Michel und Henning Homann. © Kahnert/dpa

Dresden. Nach dem Rückzug des sächsischen SPD-Chefs Martin Dulig haben die ersten Bewerber für den Parteivorsitz ihre Kandidaturen angemeldet. Henning Homann und Kathrin Michel wollen sich als Doppelspitze für den Parteivorsitz bewerben. Das teilten beide am Freitag auf einer Pressekonferenz mit.

Homann (41) ist Landtagsabgeordneter aus Mittelsachsen und Generalsekretär des SPD-Landesverbandes. Michel (58) ist gelernte Industriekauffrau, sie leitet die Ausbildungsabteilung beim Chemiekonzern BASF Schwarzheide. Die Gewerkschafterin und Betriebsrätin, gebürtig aus Forst in der Lausitz, kandidiert im Wahlkreis Bautzen II für den Bundestag.

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Nach dem 6. September wollen sich die beiden den rund 5.000 Parteimitgliedern vorstellen. Die Wahl der neuen Parteispitze findet auf einem Parteitag am 9. Oktober statt. Homann und Michel sind bisher die ersten Bewerber. Bis zum Parteitag können Interessen ihre Kandidatur anmelden. Weitere Namen sind allerdings bisher nicht bekannt.

Kathrin Michel ist Gewerkschafterin und Vorsitzende der Bautzner SPD. (1/2)
Kathrin Michel ist Gewerkschafterin und Vorsitzende der Bautzner SPD. (1/2) © Kahnert/dpa
Henning Homann ist der Generalsekretär der sächsischen SPD.
Henning Homann ist der Generalsekretär der sächsischen SPD. © Kahnert/dpa

Nach Duligs Ankündigung, nach zwölf Jahren als Landeschef nicht wieder für das Amt anzutreten, hatte die Partei sich für eine Doppelspitze ausgesprochen. Sein Rückzug war auch eine Reaktion auf das schlechte Abschneiden der SPD bei der Landtagswahl 2019. Sein Amt als Wirtschaftsminister will Dulig weiterführen.

In Sachsen regiert die SPD mit CDU und Grünen als kleinster Koalitionspartner mit. Ob ihre Wahl auch einen politischen Kurswechsel bedeutet, ließen Homann und Michel offen. Homann sagte, die SPD sei eine eigenständige, politische Kraft und „mehr als eine Regierungspartei“. Die Idee der Sozialdemokratie sei stärker als die Wahlergebnisse der Partei.

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Beide bezeichneten sich als politisch links. Während Homann sich bei der Basisabstimmung gegen die Große Koalition in Berlin ausgesprochen, votierte Michel nach eigenen Angaben dafür. Auch bei der Wahl der SPD-Spitze im Bund unterstützte Homann das linke Duo Esken/Walter-Borjans, Michel stimmte für Olaf Scholz.

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