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Sachsens Landtag uneinig über Abschüsse von Wölfen

Wie soll Sachsen künftig mit Wölfen umgehen? Die Vorschläge reichen von einem "Bejagungsplan" bis zum Beibehalten der aktuellen Rechtslage. Entscheidend seien letztlich der Bund und die EU.

Von Gunnar Saft
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Der Wolf breitet sich seit seiner Rückkehr nach Deutschland weiterhin aus. Während es deshalb Rufe nach einer gezielten Jagd auf diese Tiere gibt, halten das die Kritiker solcher Pläne für völlig unnötig.
Der Wolf breitet sich seit seiner Rückkehr nach Deutschland weiterhin aus. Während es deshalb Rufe nach einer gezielten Jagd auf diese Tiere gibt, halten das die Kritiker solcher Pläne für völlig unnötig. © Archivbild: dpa/Patrick Pleul

Die Abgeordneten des sächsischen Parlaments haben sich am Freitag eine kontroverse Debatte um den künftigen Umgang mit den im Freistaat lebenden rund 250 Wölfen geliefert. Bei dieser Frage vertraten aber nicht nur die Opposition, sondern auch die drei Regierungsfraktionen zum Teil völlig unterschiedliche Positionen.

So drängt die AfD darauf, man dürfe nicht nur der Abschuss von auffälligen Tieren rechtlich regeln, sondern müsse auch generell über einen "Bejagungsplan" nachdenken, da sich die Wölfe mittlerweile so stark ausgebreitet hätten, dass die Konflikte mit den Nutztieren von Landwirten immer stärker zunehmen. Die ebenfalls oppositionelle Linksfraktion erklärte dagegen, dass für die Wölfe weiterhin "genug Platz" im Land vorhanden sei und ein "Entnehmen" von Tieren aus ihrem natürlichen Umfeld völlig unnötig ist. Stattdessen müsse sichergestellt werden, dass der Schutz von Nutztieren überall auf dem höchstmöglichen Niveau stattfindet. Dazu erstatte der Staat weiterhin alle trotzdem aufgetretenen Schäden durch Wölfe. Eine Änderung der aktuellen Gesetzeslage sei daher nicht notwendig.

Innerhalb der sächsischen Regierungskoalition sieht das zumindest die CDU anders. Sie erklärte, obwohl die Rückkehr des Wolfes aus Naturschutzsicht inzwischen eine "Erfolgsgeschichte" sei, müsse man sich auch den damit verbundenen Realitäten und Problemen stellen. Mit Bezug auf die aktuelle Rechtslage wird zumindest ein Nachdenken über die bisher gültigen Restriktionen für den Abschuss der Wölfe gefordert. "Das System muss atmen." Mit Verweis auf Experten, die eine gezielte Jagdzeit für diese Tiere für möglich halten, hieß es, man müsse "diese Spielräume nun weiter ausloten".

Die Grünen im Landtag - und damit einer der Koalitionspartner der CDU - lehnen das jedoch ab. Sie warnen vielmehr davor, angesichts von "tatsächlich vorhandenen Konflikten" in dem Bereich, vorschnell populistische Forderungen zu erheben. Wie im Verlauf der Debatte auch Abgeordnete anderer Fraktionen verweisen sie darauf, dass der Sächsische Landtag nicht direkt für dieses Thema zuständig ist. Änderungen beim Schutzstatus des Wolfes seien allein zunächst über die Bundesregierung und letztlich über das Europäische Parlament möglich. Ähnlich äußerte sich mit der SPD-Fraktion auch der dritte Regierungspartner. Die Sozialdemokraten räumten allerdings ein, dass die Zunahme der Wölfe im Freistaat tatsächlich für Probleme sorge, die man "nicht länger ignorieren darf".