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SPD distanziert sich von Masken-Entscheid

In Sachsen gibt es keine Maskenpflicht mehr beim Einkaufen. Das hat die Koalition so beschlossen. Doch jetzt distanziert sich die SPD von der Entscheidung.

Weg mit der Maske? Beim Einkaufen muss sie seit diesem Freitag in Sachsen nicht mehr getragen werden. Foto: Robert Michael/dpa
Weg mit der Maske? Beim Einkaufen muss sie seit diesem Freitag in Sachsen nicht mehr getragen werden. Foto: Robert Michael/dpa © Robert Michael/dpa

Dresden. Nur drei Tage nach der Kabinettsentscheidung zur Aufhebung der Maskenpflicht beim Einkaufen hat sich die sächsische SPD öffentlich davon distanziert. "Die CDU-Landtagsfraktion kippt gegen den Willen unserer Ministerin Petra Köpping die Maskenpflicht beim Einkaufen bei einer Inzidenz unter 10", twitterte der Landesverband am Freitag. "Wir stehen zu Petra Köpping und finden: Einfach Maske auf, dann sind wir alle auf der sicheren Seite."

Das sächsische Kabinett hatte am Dienstag gemeinsam eine neue Corona-Schutzverordnung beschlossen. Demnach muss in Sachsen seit diesem Freitag beim Einkaufen keine Maske mehr getragen werden, wenn die Inzidenz unter 10 liegt und ein Sicherheitsabstand von 1,50 Meter eingehalten werden kann. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte die Neu-Regelung am Dienstagmittag in der Kabinettssitzung selbst vorgestellt. Dabei hatte sie nicht erkennen lassen, dass sie persönlich diese Regelung nicht befürwortet.

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Auch Grüne üben Kritik

Kritik gab es im Nachhinein auch vonseiten der Grünen. "Nach allem, was wir hier in Sachsen in eineinhalb Jahren Pandemie durchgemacht haben, kann man nicht verstehen, dass CDU und SPD schon wieder ohne Plan aus dem Bauchgefühl heraus voreilig die Maskenpflicht beim Einkaufen abschaffen", kritisierte die Grünen-Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl, Paula Piechotta. "Manche werden auch aus Fehlern nicht schlau." Allerdings hatte sie dabei übersehen, dass der Beschluss zur Aufhebung der Maskenpflicht in Sachsen im Kabinett eben auch von den Grünen mitgetragen wurde.

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Unterdessen wies auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) darauf hin, dass die Masken-Entscheidung gemeinsam im Kabinett getroffen worden sei. "Ich halte sie bei einem dauerhaft niedrigen Infektionsgeschehen auch für vertretbar", sagte Kretschmer Sächsische.de. Doch auch er wies darauf hin: "Mund- und Nasenschutz sind ein sehr wirkungsvolles Mittel - wir sollten alle achtsam sein und ihn nutzen, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann."

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