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Studie: Jungen Sachsen mangelt es an Medien-Wissen

Mobbing und Abhängigkeit sind auch bei Jugendlichen im Freistaat Thema. Doch es gibt Mittel, um dagegen vorzugehen.

Eine sächsische Studie regt den Umgang mit Medien als Schulfach an.
Eine sächsische Studie regt den Umgang mit Medien als Schulfach an. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild

Dresden. Sächsische Jugendliche erleben Medienabhängigkeit sowie Mobbing im Netz als Herausforderung. Sie fordern Unterstützung, um Orientierung in der Medienwelt zu erhalten. Das ist ein Ergebnis einer Studie der Landeszentrale für politische Bildung zur Medienkompetenz in Sachsen. „Die Ergebnisse sind auch ein Hilferuf der Heranwachsenden, der uns alle zum Handeln auffordert“, sagte Markus Schubert bei der Vorstellung am Montag in Dresden. Er ist einer der Autoren der Studie. Zwei Drittel der Sachsen hielten die Einführung eines entsprechenden Schulfaches für relevant.

Die Erhebung ist nach Angaben der Landeszentrale die erste repräsentative ihrer Art für den Freistaat. „Medienkompetenz ist auch Demokratiekompetenz“, betonte der Direktor der Einrichtung, Roland Löffler. „Denn nur wer Quellen, Akteure und deren Interessen erkennen und kritisch hinterfragen kann, kann selbst bestimmt am demokratischen Diskurs teilnehmen.“

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Der Studie zufolge sind zwischen 30 und 40 Prozent der sächsischen Bevölkerung grundlegende journalistische Arbeitsweisen und -prinzipien nicht bekannt. Die größten Wissenslücken bestehen bei den Befragten unter 35 Jahren.

Unterrichtsfach „Medien, Information, Gesellschaft“

„Rund 20 Prozent der jungen Erwachsenen sind davon überzeugt, dass die meisten Medien Eigentum des Staates sind“, sagte Koautor Benjamin Bigl. „Fast 40 Prozent der über 65-Jährigen etwa sind davon überzeugt, dass Medien die Funktion haben, die Meinungsbildung in der Bevölkerung zu lenken“, fügte er hinzu.

Positiv ist nach Angaben der Landeszentrale, dass jeder Zweite in Sachsen ein grundsätzliches Interesse an Weiterbildungsangeboten über Medien hat. Allerdings gaben 38 Prozent der mehr als 2.500 Befragten Zeitmangel als Grund dafür an, bislang kein solches Angebot genutzt zu haben. Bedarf an Weiterbildung sahen je zwei Drittel in den Bereichen Schutz gegen Onlinebetrug sowie Datenschutz im Netz.

Die Autoren empfehlen in ihren zusammenfassenden Thesen die Schaffung eines Unterrichtsfaches „Medien, Information, Gesellschaft“ an allen Schulen. Autor Bigl sagte, befragte Schüler hätten signalisiert, dass „Hate Speech“, Internetmobbing aber auch permanentes Daddeln für sie Themen seien, zu denen sie Hilfe, Aufklärung und Beratung benötigten. Auch außerschulische Angebote seien nötig.

Fernsehen und Radio am beliebtesten

Eine womöglich überraschende Erkenntnis ist: „Die klassischen Mediengeräte Fernsehen und Radio“, heißt es in der mehr als 170 Seiten umfassenden Publikation, „werden von den Sachsen immer noch am häufigsten genutzt.“ An zweiter Stelle folgen dann aber bereits Smartphones und Tablets, die von zwei Dritteln der Befragten mehrmals täglich genutzt werden. Die dritte Stelle nehmen Computer, Laptops und Notebooks ein, Zeitungen und Zeitschriften – als Papierversion und online – folgen auf den nächsten Plätzen.

Beim Wissen über Medien stellt die Studie, die rund 30.000 Euro gekostet hat, ein Stadt-Land-Gefälle fest. Das könnte zumindest teilweise mit der Qualität der Internetverbindungen zusammenhängen. Als bedenkliche Einstellungen wertet die Erhebung, dass ein Teil der Befragten zentrale Funktionen von Medien nicht genannt habe. In etlichen Einzelfragen zeigten sich vor allem bei den unter 35-Jährigen Wissenslücken, heißt es darin

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