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Das wünschen sich Sachsens Schüler nach der Landtagswahl

Sachsens Schulen sollen in Zukunft zu einem Wohlfühlort werden. Das sind die Forderungen des Landesschülerrats an Sachsens Landespolitik.

Von Andrea Schawe
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Sachsens Landesschülerrat will, dass die Schulen die Kinder und Jugendlichen besser auf das spätere Leben vorbereiten.
Sachsens Landesschülerrat will, dass die Schulen die Kinder und Jugendlichen besser auf das spätere Leben vorbereiten. © dpa

Dresden. Keine Kopfnoten, mehr Berufsorientierung, neue Fortbildungen für Lehrkräfte: Sachsens Landesschülerrat will die Schulen verbessern. Schülerinnen und Schüler würden bis zu acht Stunden jeden Tag in der Schule verbringen, sagte die Vorsitzende Amy Kirchhoff. "Sie sind unser Arbeitsort. Sie müssen auch ein Wohlfühlort werden."

Um das zu erreichen, hat der Landesschülerrat einen Forderungskatalog veröffentlicht, der sich an den künftigen Landtag und die neue Regierung richtet. Die Schülervertretung setzt sich darin unter anderem für die Abschaffung der Kopfnoten und kleinere Klassen mit maximal 24 Schülerinnen und Schülern ein.

Außerdem fordern sie ein sachsenweites Bildungsticket, einheitliche Standards für ein kostenfreies Schulessen und echte Lernmittelfreiheit, nach der der Freistaat Klassen- oder Bildungsfahrten für Kinder bezahlt, deren Familien sich das nicht leisten können.

Neues Fach: "Lernen lernen"

Für mehr Wohlbefinden in der Schule sollten alle Schulen einen Rechtsanspruch auf Schulsozialarbeit haben, nicht nur wie bisher Oberschulen. Auch Schulpsychologen sollten auch als Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen zur Verfügung stehen.

"Grundlegend muss die schulische Bildung aufs spätere Leben vorbereiten", sagte Kirchhoff, die die elfte Klasse der Freien Werksschule in Meißen besucht und dort ihr berufliches Abitur machen möchte. Dazu muss sich auch am Unterricht etwas ändern. Der Landesschülerrat fordert, sich künftig mehr darauf zu konzentrieren, Kompetenzen zu vermitteln. Dazu soll ein Fach "Lernen lernen" eingeführt werden.

Außerdem müssten Medienkompetenz, politische Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung als Querschnittsaufgabe für alle Fächer verstanden werden. Der Landesschülerrat will auch, dass die Berufs- und Studienorientierung ausgebaut werden. So sollen etwa alle Schulen auf ein Netzwerk an Praxisberatern zugreifen können.

Angebote von Externen nutzen

Dazu seien auch neue und umfangreichere Fortbildungen für die Lehrerinnen und Lehrer nötig, etwa im Bereich Digitalisierung, queere Bildung oder mentale Gesundheit. "Schulen sollten bei diesen Themen stärker die Angebote von externen Experten nutzen", so Kirchhoff. Das würde auch eine Entlastung für die Lehrkräfte bedeuten.

Die Schülervertretung fordert das Kultusministerium auf, die im Projekt "Bildungsland 2030" vereinbarten Maßnahmen umzusetzen. Nach einem monatelangen Prozess, in dem Lehrer, Schüler und Wissenschaftler über die Zukunft des sächsischen Bildungssystems diskutiert hatten, hat das Kultusministerium 64 konkrete Maßnahmen entwickelt, die ab dem neuen Schuljahr schrittweise umgesetzt werden sollen. Der Landesschülerrat setzt sich auch dafür ein, den Austausch über notwendige Veränderungen im Schulsystem in einem ähnlichen Format fortzusetzten.

Unterstützung für die Forderungen kam von der FDP. "Die Schülerinnen und Schüler kennen die wunden Punkte des sächsischen Schulsystem am besten", sagte FDP-Spitzenkandidat Robert Malorny. "Sie haben die Finger in die Wunden gelegt." Der sächsische Landesschülerrat habe viele richtige Forderungen erhoben, um das Bildungssystem in Sachsen zu verbessern: Digitalisierung vorantreiben, Lehrerausbildung auf breitere Füße stellen, Wirtschaft und Berufspraktika stärker in den Unterricht integrieren.