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Sachsen erhält zwei Forschungszentren

Im Zuge des Braunkohleausstieges sollen tausende neue Arbeitsplätze in der Lausitz entstehen. Der Großteil des Geldes kommt vom Bund. Auch ein Astronaut hilft.

In der Lausitz, wo jetzt noch die Kühltürme von Kraftwerken Wasserdampf ausstoßen, sollen tausende neue Jobs in zwei Forschungszentren entstehen.
In der Lausitz, wo jetzt noch die Kühltürme von Kraftwerken Wasserdampf ausstoßen, sollen tausende neue Jobs in zwei Forschungszentren entstehen. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Im Zuge des Braunkohleausstieges sollen in Sachsen zwei Großforschungszentren entstehen. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach am Dienstag in Berlin von anfangs mindestens 1.000 Arbeitsplätzen. Nach einer gemeinsamen Kabinettssitzung mit Vertretern des Bundes gaben der Regierungschef und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek den Startschuss für einen Ideenwettbewerb um die Ausrichtung.

„Wir wollen, dass die Lausitz und das mitteldeutsche Revier auch weiterhin attraktive und lebenswerte Regionen bleiben“, sagte die CDU-Politikerin. Die Standorte für die Einrichtungen sind aber offen. Bis März 2021 können Konzepte eingereicht werden, danach werden diese geprüft. Die Grundsteine könnten im Jahr 2023 gelegt werden. Die besten drei Konzepte je Standort werden bis im Frühjahr 2021 von einer Expertenkommission ausgewählt. In dieser Kommission sind unter anderem der deutsche Nobelpreisträger für Chemie, Stefan Hell, als auch der deutsche Astronaut und Geophysiker Alexander Gerst.

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Karliczek sprach sogar von insgesamt bis zu 3.000 Arbeitsplätzen. „Heute ist ein guter Tag für Sachsen“, fügte der Wissenschaftsminister des Freistaates, Sebastian Gemkow (CDU), hinzu. Er sprach von mehr als 300 Millionen Euro im Jahr, die die Zentren erhalten sollen. Pro Einrichtung sollen es jährlich bis zu 170 Millionen Euro sein, der Großteil aus Bundesmitteln.

„Die Forschungszentren schaffen neue Perspektiven und Jobs für die Zeit nach der Kohle“, betonte Kretschmer. Wissenschaftsminister Gemkow sieht den gesamten Forschungsstandort Sachsen gestärkt. So wie die bisherigen beiden Großforschungszentren, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf sowie das für Umweltforschung in Leipzig, mit den Hochschulen und Instituten zusammenarbeiten, werden es auch die neuen.

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Sachsens Regierung tagte in der Landesvertretung in Berlin, einige Minister waren auch online zugeschaltet. Zu den Themen der Sitzung zählte auch die Bekämpfung der Coronapandemie. Gäste waren die Bundesminister Hubertus Heil (SPD, Arbeit), Jens Spahn (CDU, Gesundheit) sowie Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Ein Thema war die Unterstützung der Bundeswehr bei der Bewältigung der Pandemiefolgen. Mitte November waren dazu nach Angaben von Kretschmer 600 Soldatinnen und Soldaten in Sachsen im Einsatz. (mit dpa)

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