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Sachsen erwartet starken Schwarmflug der Borkenkäfer in diesem Jahr

Mit steigenden Temperaturen verlassen die Borkenkäfer ihre Winterquartiere und schwärmen aus. Sachsens steht damit in den nächsten Wochen ein neuerlicher Einfall unzähliger Käfer bevor.

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Ein Borkenkäfer krabbelt auf der Rinde einer Fichte.
Ein Borkenkäfer krabbelt auf der Rinde einer Fichte. © Harald Tittel/dpa

Dresden. Sachsens Wäldern steht ein neuerlicher Einfall unzähliger Borkenkäfer bevor. Mit steigenden Temperaturen verließen sie ihre Winterquartiere und fangen ab 16 Grad an zu schwärmen, teilte das Umweltministerium am Freitag mit. Dann suchten sich die Tiere vor allem Fichten, unter deren Rinde sie sich vermehren; die Bäume sterben bei intensiven Befall ab. "Wir haben seit mehreren Jahren einen historischen Borkenkäferbefall", sagte Umweltminister Wolfram Günther (Grüne). Der Schaden im vergangenen Jahr habe sich auf rund 780.000 Kubikmeter Holz summiert.

Wegen bisher niedriger Temperaturen werden die Käfer später aktiv als in früheren Jahren. Viele Bäume seien zudem von Niederschlägen gestärkt, so dass sie sich besser gegen die Eindringlinge wehren könnten.

Dennoch rief das Ministerium Waldbesitzer auf, vor allem Fichten und Kiefern in nächster Zeit aufmerksam auf frischen Käferbefall zu kontrollieren und wenn nötig, rasch zu fällen und aus dem Wald zu schaffen. Zudem werde die Aktivität der Borkenkäfer wieder vielerorts mit Fallen überwacht.

Die Ausbreitung des Borkenkäfers ist laut Günther eine Folge der Klimakrise. Höhere Temperaturen, Dürren und Stürme begünstigten die Käfer. "Die Klimakrise schwächt die Bäume und macht sie anfällig für Schadinsekten", sagte der Minister. "Wald geht großflächig verloren." Das habe Folgen etwa mit Blick auf die Funktion des Waldes als Speicher für Wasser und für klimaschädliches CO2.