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Sachsen

Sachsen macht jedes Jahr 1.000 Erbschaften

Wenn Angehörige Hinterlassenschaften ausschlagen oder sich kein Erbe findet, fällt der Nachlass per Gesetz an den Staat. Der hat damit aber mehr Arbeit als Freude.

Sachsen macht jedes Jahr hunderte Erbschaften.  Meist handelt es sich dabei aber um Schulden auf Häusern und Konten, alte Autos, Ruinen oder zugemüllte Wohnungen sowie wertlosen Kram.
Sachsen macht jedes Jahr hunderte Erbschaften. Meist handelt es sich dabei aber um Schulden auf Häusern und Konten, alte Autos, Ruinen oder zugemüllte Wohnungen sowie wertlosen Kram. © Jan Woitas/dpa (Symbolbild)

Vermüllte Wohnungen, alte Autos, Ruinen: Der Freistaat Sachsen macht jährlich gut 1.000 Erbschaften. Lukrativ sind sie nur selten. Per Gesetz fallen vielmehr überschuldete Nachlässe oder solche an das Land, die gerade mal zur Begleichung der Gläubigerforderungen ausreichen. "Wir sind bemüht, innerhalb der Nachlassabwicklungen die "schwarze Null" zu halten", sagt der Leiter des Geschäftsbereichs Zentrales Flächenmanagement (ZFM) im Staatsbetrieb, Martin Oberacher. Meist handele es sich um Schulden auf Häusern und Konten, alte Autos, Ruinen oder zugemüllte Wohnungen sowie wertlosen Kram. "Dieser Trend setzt sich fort."

Laut Statistik stellten die Nachlassgerichte 2020 in 1.156 Fällen den Fiskus als Erben fest, das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Der Bestand erhöhte sich um 204 auf 4.249 unfreiwillige Nachlässe, 952 Fiskalerbschaften wurden abgeschlossen. In rund einem Fünftel der Fälle geht es um Immobilien, wobei Häuser, Garagen, Kleingärten oder auch Gasthöfe oft überschuldet sind. "Die Kosten für Unterhaltung oder Entsorgung sind meist höher als das, was hereinkommt", sagt Oberacher.

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Musste das Land nach 2007 stets draufzahlen, übersteigen die Einnahmen seit 2018 die Ausgaben. Für 2019 weist die Statistik mit 5,99 Millionen Euro ein Plus von gut zwei Millionen Euro aus. 2020 nahm der Freistaat knapp 4,8 Millionen Euro aus den Erbschaften ein und wandte für die Nachlassabwicklung gut vier Millionen Euro auf. Nach Angaben von Oberacher schmälern Unterhaltspflichten an Liegenschaften sowie Personal- und Sachkosten den "Gewinn" - oder zehren ihn zuweilen auf.

Es sind auch echte Schätze dabei

Der Staat übernimmt per Gesetz alles vom Hausrat bis zu Gebäuden, von denen nur ein Bruchteil tatsächlich Geld bringt. Autos, Schmuck, Fernseher und anderes wird im besten Fall über Auktionshäuser und Nachlassverwerter "versilbert". Zuweilen aber stoßen die Finanzbeamten auch auf «Schätzchen» wie eine Wohnung mit historischen Uniformen, Schützenkrügen, Säbeln und andere Waffen wie Steinschlosspistolen sowie Sammelbänden über Münzen und Taschenuhren.

Auch eine im Stil der 1940er Jahre erhaltene Villa samt Inventar, opulenter Sammlung von Schellackplatten, antiken Büchern, Porzellan und Oldtimer war schon dabei. Einmal hat der Freistaat sogar eine bereits veräußerte Nachlassimmobilie erneut geerbt - vom Käufer, erzählt Oberacher. Melden sich binnen 30 Jahren nach dem Tod des Erblassers doch noch Erben, ist der Staat Sachen wie Erlös wieder los. Vor allem bei Nachlässen von Wert sei das Risiko dafür hoch, sagt Oberacher. 2021 mussten so bisher gut 612.000 Euro ausgezahlt werden. (dpa)

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