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Sorge um Akzeptanz der Schulpflicht bei den Eltern

Sachsen ist nach Einschätzung der Bildungsgewerkschaft GEW besser als im vergangenen Jahr für den Schulstart gerüstet - aber nicht gut genug.

Von Karin Schlottmann
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Am 6. September beginnt für rund 494.500 Mädchen und Jungen in Sachsen das neue Schuljahr.
Am 6. September beginnt für rund 494.500 Mädchen und Jungen in Sachsen das neue Schuljahr. © dpa

Dresden. Die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt im Falle steigender Infektionszahlen vor einer sinkenden Akzeptanz der Schulpflicht. Noch sei der Wunsch nach Präsenzunterricht hoch, sagte GEW-Landesvorsitzende Uschi Kruse am Mittwoch. Sie befürchte jedoch, dass es in diesem Winter zu Konflikten kommen könne und Eltern bei hohen Inzidenzen auf juristischem Wege gegen die Schulpflicht vorgehen könnten. Der Ausgang von Gerichtsverfahren zu diesem Thema sei derzeit völlig offen.

Kruse appellierte an Bevölkerung und Politik, alles zu tun, um Präsenzunterricht in der Zukunft sicher zu stellen. Dazu gehöre seitens der Bürger eine höhere Impfbereitschaft und seitens der Politik die Anschaffung von Luftfiltern überall dort, wo das Belüften von Klassenzimmern nicht möglich sei. Sie gehe davon aus, dass die Impfquote bei den Lehrern höher sei als in der Gesamtbevölkerung. Eine genaue Zahl liege bisher nicht vor.

Durch Impfungen, Tests und einheitliche Maskenregeln sei Sachsen in diesem Schuljahr besser aufgestellt als 2020, sagte die Gewerkschafterin. Gleichwohl sei die Gesamtaussicht wegen der niedrigen Impfbereitschaft im Land und der ihrer Ansicht nach unzureichenden Personal- und Sachausstattung der Schulen nicht gut.

Vorwarnstufe bei der Bettenauslastung beachten

Es seien zu wenige Lehrer eingestellt worden, um benachteiligte Kinder zu fördern, Klassen teilen zu können und Kinder in Quarantäne zu unterrichten. Die Neueinstellungen könnten nur die Lehrer in Rente ersetzen, nicht aber die steigende Anzahl der Schüler oder individuelle Förderangebote abdecken. "Wir beginnen ein Corona-Schuljahr", so Kruse.

Kruse sprach sich zudem dafür aus, beim Unterricht bereits in der sogenannten Vorwarnstufe bei der Bettenauslastung genau hinzuschauen. Bisher ist Wechselunterricht dann vorgesehen, wenn die Überlastungsstufe - die Bettenauslastung in Krankenhäusern - erreicht ist.

Am 6. September beginnt für rund 494.500 Mädchen und Jungen in Sachsen das neue Schuljahr. Um den Start nach den Sommerferien abzusichern, gilt in den in den ersten zwei Wochen eine verschärfte Masken- und Testpflicht an den Schulen. (mit dpa)