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Angriff auf Somalier: Auch ein Polizist war dabei

Sachsen steht vor einem neuen Polizeiskandal. In Bad Schlema hat eine Gruppe Deutscher einen Somalier verletzt. Mit dabei: ein Polizist.

Ein Polizist im Dienstfrei hat tatenlos zugeschaut, wie ein Somalier in einem Linienbus im Erzgebirgskreis verletzt wurde.
Ein Polizist im Dienstfrei hat tatenlos zugeschaut, wie ein Somalier in einem Linienbus im Erzgebirgskreis verletzt wurde. © Symbolfoto: Rene Meinig

Chemnitz/Zwickau. An dem rassistischen Angriff auf einen 20 Jahre alten Somalier am Wochenende in Bad Schlema im Erzgebirge ist auch ein Polizist beteiligt gewesen. Das teilte die Polizeidirektion Chemnitz am Dienstag mit.

Nach ersten Befragungen und Ermittlungen durch Staatsschützer der Chemnitzer Kriminalpolizei habe sich herausgestellt, dass ein Beamter der Polizeidirektion Zwickau zu der Gruppe der Angreifer gehörte, hieß es. Der Polizist habe dienstfrei gehabt.

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Am vergangenen Sonnabendabend war der Somalier in der Auer Straße in Bad Schlema in einen Linienbus gestiegen. Acht im Bus sitzende Männern, zwischen 38 und 49 Jahre alt, beleidigten den Mann ausländerfeindlich. Später stießen nach Polizeiangaben mindestens zwei Männer aus der Gruppe den 20-Jährigen zu Boden und traten auf ihn ein. Der Somalier wurde dabei verletzt.

Polizist halt dem Somalier offenbar nicht geholfen

Die Kripo Chemnitz betont nun, nach Sichtung der Videoaufnahmen sei "ein aktiver Beitrag des Beamten an der gefährlichen Körperverletzung nicht ersichtlich". Zu sehen sei allerdings auch, dass der Polizeibeamte den körperlichen Angriff nicht unterband und dem Somalier auch nicht half. Ob sich der Polizist strafbar gemacht hat, werde ermittelt.

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Die Polizeidirektion Zwickau habe jedoch schon ein Disziplinarverfahren eingeleitet, hieß es. Dem Beamten werde vorgeworfen, gegen seine auch außerdienstlich bestehenden Pflichten verstoßen zu haben. Übereinstimmend erklärten die Zwickauer und Chemnitzer Polizeipräsidenten Lutz Rodig aus und Carsten Kaempf: "Wir erwarten von unseren Polizisten, dass sie auch außerhalb des Dienstes die Begehung von Straftaten verhindern, zu deren Aufklärung beitragen und nicht wegschauen."

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