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Sachsen

Sachsen will Artensterben aufhalten

Hunderte Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Mit einem neuen Programm will die Regierung gegensteuern. Erste Erfolge gibt es schon jetzt.

Ein Feldhamster schaut auf einer Ackerfläche aus einem Erdbau.
Ein Feldhamster schaut auf einer Ackerfläche aus einem Erdbau. © Uwe Anspach/dpa (Archiv)

Dresden. Mit einem neuen "Biodiversitätsprogramm 2030" will Sachsen das Artensterben aufhalten. Es soll im kommenden Jahr starten, wie das sächsische Umweltministerium in Dresden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung soll helfen, Schwerpunkte zu formulieren.

Nach Angaben des Ministeriums leben in Sachsen 451 akut vom Aussterben bedrohte Tierarten. Zu ihnen gehören unter anderem der Feldhamster, das Birkhuhn, die Kreuzkröte oder der Eschen-Scheckenfalter.

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Beim Feldhamster seien die Bestände von mehreren Tausend Tieren noch Anfang der 2000er Jahre vor allem nach den Dürresommern 2018 und 2019 auf wenige Exemplare geschrumpft, hieß es. Jetzt soll dem Schwund im hauptsächlichen Verbreitungsgebiet im Norden des Kreises Leipzig mit geeigneten Ackerkulturen begegnet werden, die genug Nahrung und Deckung bieten. In die Aktion sind unter anderem Landwirte, der regionale Bauernverband und die Naturschutzbehörden eingebunden.

Seltene Birkhühner vollziehen Balzrituale auf einem Feld.
Seltene Birkhühner vollziehen Balzrituale auf einem Feld. © Sergei Grits/AP/dpa (Archiv)

Laut Ministerium gab es bis Ende der 1980er Jahre noch etwa 100 balzende Hähne des Birkhuhns vor allem in den Kammlagen des Erzgebirges. 2019 habe man noch 21 Hähne gezählt. Die Bestände hätten sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Mit der Auflichtung dichter Wälder sollen die Lebensbedingungen für das Huhn verbessert werden.

Auch bei der Kreuzkröte sind die Bestände seit den 2000er Jahren stark zurückgegangen. Eine Koordinierungsstelle für das "Akteursnetz Kleingewässer für die Kreuzkröte" beim Landratsamt Leipzig geht seit 2016 dagegen an. Beim Eschen-Scheckenfalter gab es in den 2010er Jahren nur noch etwa 14 bis 54 Gespinste. Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat reagiert. 2020 wurden wieder 953 Gespinste gezählt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Sachsen verweist vor allem auf die Wildkatze und Wildbienen als gefährdete Arten. (dpa)

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