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Neustadt: Museumspläne gestoppt

Die Stadt will einen prägenden Gebäudekomplex an der Marktecke umbauen. Ideen dafür gibt es, aber auch Ärger.

Der Gebäudekomplex am Neustädter Markt ist prägend fürs Stadtbild.
Der Gebäudekomplex am Neustädter Markt ist prägend fürs Stadtbild. © Daniel Schäfer

Die beiden Häuser Markt 23/24 prägen das Bild auf dem Marktplatz von Neustadt. Und sie sollen umgebaut beziehungsweise saniert werden. Vorgesehen ist, dass hier das Stadtmuseum sowie Fachbereiche des Rathauses unterkommen. Doch seit Bekanntwerden der Pläne gibt es Diskussionen um das Projekt.

Erst unlängst wurden bei bei der Einwohnerversammlung die Pläne kritisiert. Der Marktplatz sei zwar schön, aber spätestens ab 17 Uhr tot. Und die Stadt habe mit ihren Umbauplänen auch den Döner-Imbiss vertrieben. Der ist wegen der unklaren Zukunft des Gebäudes schon jetzt ein paar Straßen weiter gezogen. Damit habe man am Marktplatz eine weitere Gaststätte eingebüßt. Und auch die Ideen des Planungsbüros stoßen offenbar nicht auf allgemeine Zustimmung. Vor allem die Kombination aus Alt- und Neubau sorgte wohl für Unmut. Immerhin handelt es sich bei dem Altbau Markt 24 um das Geburtshaus eines der früheren Bürgermeister von Neustadt, Friedrich-August Voogt (1808 - 1876). Noch heute heißt es das Voogtsche Haus.

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Bürgermeister Peter Mühle (NfN) musste deshalb auch schon zugeben, dass der Vorschlag Geschmackssache sei. "Es sind Entwürfe, da gibt es sicherlich noch Nachbesserungsbedarf", sagte er unlängst.


So soll das neue Stadtmuseum von Neustadt aussehen. Daneben der Altbau ist das Voogtsche Haus.
So soll das neue Stadtmuseum von Neustadt aussehen. Daneben der Altbau ist das Voogtsche Haus. © Stadtverwaltung Neustadt

Plan war, dass in vier Jahren das Stadtmuseum in Neustadt mit all seinen geschichtlichen Schätzen und Raritäten von der Malzgasse an den Marktplatz umziehen wird. Um das Mammutprojekt zu stemmen, wurde ein Wettbewerb ausgelobt. Per europaweite Ausschreibung konnten sich Architekturbüros um das Vorhaben bewerben. 19 Arbeiten wurden letztlich eingereicht. Allerdings gab es zwischenzeitlich Streit wegen des Ausschreibungsergebnisses. Der ist beigelegt. Aber einen Schritt weiter ist die Stadt noch nicht. Und es könnte durchaus sie, dass aus einem Umzug im Jahr 2024 gar nichts wird, weil die Stadt Neustadt das Vorhaben nicht so schnell stemmen kann, schließlich  fehlt das Geld. "Coronabedingt sind Gewerbesteuern in Größenordnung weggebrochen", sagt der Bürgermeister. Deshalb müsse man jetzt erst einmal die Finanzierung klären.

Platznot im Neustädter Museum zwingt zum Handeln

Die Ideen der "motorplan Architekten" aus Weimar, die beim Wettbewerb am meisten überzeugt hatten, sehen einiges vor. So sollte der Bau zur Geschichte Neustadts passen, auch der Goldgräbergeschichte. In das neue Stadtmuseum soll ein kleines Café integriert werden. Auch ein Teil der Stadtverwaltung soll in die neuen Räumlichkeiten ziehen, darunter das Bürgerbüro, das Ordnungsamt, die Touristinformation, das Museumsarchiv und das Standesamt. Denn auch im Rathaus wie im jetzigen Stadtmuseum ist der Platz begrenzt. Noch dazu ist das Stadtmuseum für gehbehinderte Menschen schwer erreichbar. Auch das soll sich mit dem Umbau des Marktensembles ändern. Außerdem ist eine öffentliche, barrierefreie Toilette geplant. Und mit dem kleinen Café  würden  möglicherweise wieder mehr Leute auf den Marktplatz gelockt, auch nach 17 Uhr.

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