merken
PLUS Pirna

Alles geht am Forststeig Elbsandstein

Die Lockerungen haben den Trekkingpfad in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz erreicht. Nun sind die Hütten auf - und ein Abstecher nach Tschechien erlaubt.

Hüttenwart Jens Dzikowski gibt "Willy's Ruh" frei. Er ist fast täglich am Forststeig unterwegs und kontrolliert die Biwaks und Trekkinghütten.
Hüttenwart Jens Dzikowski gibt "Willy's Ruh" frei. Er ist fast täglich am Forststeig unterwegs und kontrolliert die Biwaks und Trekkinghütten. © Steffen Unger

Wanderer auf dem Forststeig Elbsandstein können seit 16. Juni wieder alle Übernachtungsmöglichkeiten nutzen. Der Sachsenforst, der die rund 110 Kilometer lange Trekkingroute im linkselbischen Teil der Sächsischen und Böhmischen Schweiz betreut, hat nun auch die Trekkinghütten geöffnet.

Das hängt mit den jüngsten Corona-Lockerungen zusammen. Zum Saisonstart Ende Mai waren anfangs nur Tagestouren erlaubt. Anfang Juni durften Wanderer Dank sinkender Inzidenzwerte dann erstmals wieder an den sechs Biwaks am Forststeig übernachten. Jetzt werden auch die fünf Trekkinghütten an der Grenzbaude, der Haselmausbaude, Willy's Ruh, der Kamphütte und der Rotsteinhütte, in denen im Durchschnitt zehn Personen übernachten können, frei gegeben.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen und Umgebung
Ferientipps für Sachsen und Umgebung

Da ist sie endlich wieder, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben tolle Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen, Thüringen und darüber hinaus.

Verhaltender Saisonstart am Forststeig

"Wir sind sehr froh, dass am Forststeig nun wieder alles möglich ist", sagt Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes Neustadt. Nachdem der Trekkingpfad in den vergangenen Jahren regelrecht überrannt wurde und einen Boom erlebte, startete diese Saison verhaltener. "Es sind deutlich weniger Wanderer unterwegs", sagt Hüttenwart Jens Dzikowski. Auffällig sei jedoch, dass darunter viele Frauen seien, die teilweise komplett alleine unterwegs seien. Dzikowski ist in der Saison fast täglich am Forststeig unterwegs, um die Hütten und Biwaks zu kontrollieren. Er rechnet damit, dass im Juli und August - zur klassischen Ferienzeit - wieder mehr Wanderer den Trail für sich entdecken.

© Sachsenforst

Dieser ist vom Grundgedanken für Mehrtagestouren angelegt. In regelmäßigen Abschnitten gibt es Biwaks, an denen im eigenen Zelt kampiert werden kann und die Trekkinghütten. Willy's Ruh nahe Cunnersdorf bei Gohrisch ist so eine Hütte. Spartanisch eingerichtet hat sie dennoch alles, was Naturliebhaber brauchen.

Spartanisch eingerichtet und trotzdem alles da: In der Trekkinghütte "Willy's Ruh bei Cunnersdorf" können etwa zehn Personen in Stockbetten übernachten. Ein Kamin sorgt für Gemütlichkeit und trockene Sachen.
Spartanisch eingerichtet und trotzdem alles da: In der Trekkinghütte "Willy's Ruh bei Cunnersdorf" können etwa zehn Personen in Stockbetten übernachten. Ein Kamin sorgt für Gemütlichkeit und trockene Sachen. © Steffen Unger

Stockbetten, einen großen Kamin, eine Sitzecke, Besen, Säge und Axt, um Feuerholz machen zu können. Davor befindet sich ein Wassertank: für die Katzenwäsche und das dreckige Geschirr. Trinkwasser müssen sich die Wanderer hingegen selbst mitbringen. Im Tank landet nur gesammeltes Regenwasser, das als Brauchwasser dient.

Waldbrandgefahr steigt

Überhaupt muss die mehrtägige Tour am Forststeig gut vorbereitet sein. Wer hier entlang will, muss fit und gut zu Fuß sein. Der Pfad schlängelt sich oft kaum zu erkennen durch den Wald - fernab von besiedeltem Gebiet. Was man alles dabei haben sollte für dieses Abenteuer, dazu hat der Sachsenforst auch in diesem Jahr eine neue Broschüre aufgelegt. In dem dreisprachigen Heft sind unter anderem Buslinien und der dazugehörige Fahrplan abgedruckt.

Neu ist ein Hinweis zur Waldbrandgefahr, das dieser Tage nicht aktueller sein könnte. Bereits am Freitag wird die Waldbrandstufe 4 für die Sächsische Schweiz prognostiziert. Es ist die zweithöchste Stufe überhaupt. "Nach dem nassen Mai ist es derzeit viel zu trocken", sagt Borrmeister. Er rät Wanderern, die mobile App „Waldbrandgefahr Sachsen“ zu nutzen. Die Sachsenforst-App kann kostenfrei heruntergeladen werden.

Grenzübertritt nach Tschechien wieder erlaubt

Die neue Broschüre widmet sich auf einer Seite zudem lohnenswerten Abstechern entlang des Forststeiges. Dazu gehört der Pfaffenstein, der Gelobtbach-Wasserfall, der Kleine Zschirnstein und die Festung Königstein. Auch die Tissaer Wände werden aufgelistet. Wegen der neuen Corona-Freiheiten verläuft der Forststeig jetzt auch wieder auf tschechischem Gebiet.

Der Weg nach Tschechien ist wieder offen: Petr Chvála (2.v.l.) vom Forstamt Decin und Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes Neustadt, geben den Trail symbolisch frei.
Der Weg nach Tschechien ist wieder offen: Petr Chvála (2.v.l.) vom Forstamt Decin und Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes Neustadt, geben den Trail symbolisch frei. © Marko Förster

Weiterführende Artikel

Ein neuer Walderlebnispfad entsteht

Ein neuer Walderlebnispfad entsteht

Mit Infotafeln über Bäume lockt man kein Kind in die Natur. In Reinhardtsdorf-Schöna rückt der Sachsenforst das Erleben in den Vordergrund.

Wegen der Corona-Situation war der Grenzübertritt über Monate tabu. Am Mittwoch wurde die Umleitung auf deutscher Seite aufgehoben und der reguläre Weg in Richtung Schneeberg wiedereröffnet. Dazu waren Petr Chvála und Štěpán John, Mitarbeiter vom Forstamt Decin, extra zum Forststeig gekommen. Gemeinsam mit Uwe Borrmeister zerschnitten sie symbolisch ein Band.

Mehr zum Thema Pirna